*** Unser Vorgehen im Fall LNG-Terminal Wilhelmshaven ***

Was haben wir bislang gemacht?

Wir haben Widerspruch bei der zuständigen Behörde eingereicht (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) und erwarten, dass die Behörde diesen Widerspruch jetzt sorgfältig prüft, unserem Antrag auf Stopp der Arbeiten unverzüglich nachkommt und uns die notwendigen Unterlagen schickt. Dann prüfen wir diese schnellstmöglich und werden weiter entscheiden. Es hängt jetzt davon ab, was die Behörde und die Ministerien tun.                     

Wie steht die DUH zum Ziel der Energiesicherheit und Energieunabhängigkeit von russischen Importen?

Wir kämpfen für Energiesicherheit und -unabhängigkeit. Wir haben lange vor dem russischen Angriff auf die Ukraine gefordert, dass Deutschland unabhängiger werden muss von allen fossilen Energieimporten. Deshalb warnen wir seit Jahren vor den Auswirkungen etwa der Nord Stream 2 Pipeline und fordern den massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien. Denn nur diese garantieren langfristig Energieunabhängigkeit und gleichzeitig Klimaschutz.

Da die Bundesregierung seit Jahren nicht auf die Warnungen gehört hat, fällt der schnelle Wandel nun umso schwerer. Dabei darf aber nicht der Fehler gemacht werden, ohne Not andere wichtige Ziele wie Klima- und Naturschutz zu opfern und aus den Augen zu verlieren. Führende Wirtschaftsforscher, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), haben in Studien ermittelt, dass Deutschland überhaupt keine LNG-Terminals benötigt, um schnell unabhängig von russischem Gas zu werden. Stattdessen müsse Energie gespart und die Industrie umgestellt werden. Deshalb fordern wir seit Beginn des Ukraine-Kriegs massiv Energieeinsparmaßnahmen. Diese würden sich vom ersten Tag an positiv auf Unabhängigkeit, Sicherheit, Preise und Klima auswirken. Deshalb müssen sie Vorrang haben.

Was kritisiert die DUH?

  • Es braucht möglicherweise überhaupt keine LNG-Terminals für Energiesicherheit und -unabhängigkeit. Führende Wirtschaftsforscher bezweifeln das (siehe oben). Doch die Bundesregierung behauptet das weiter. Aber sie legt keine Berechnungen vor, warum aus ihrer Sicht diese Terminals so notwendig sind. Wenn die Regierung Daten und Fakten hat, warum legt sie diese dann nicht offen vor? Wir fragen das seit drei Monaten an – aber bekommen nur den Hinweis, man sei zu beschäftigt, um uns die Unterlagen zu schicken. Das ist natürlich unglaubwürdig und muss uns alle stutzig machen.
  • Durch den Terminalbau drohen massive Schäden für unser Klima und den sensiblen Lebensraum Nordsee. Geschützte Unterwasserbiotope drohen zerstört zu werden, die lauten Bauarbeiten können bei Deutschlands einzigem Wal, dem gefährdeten Schweinswal, dazu führen, dass den Tieren die Trommelfelle platzen und sie sterben. Und inzwischen sind nicht mehr ein oder zwei Terminals in Planung, sondern bereits sieben. Sie würden bis 2040 gigantische Mengen fossiles, klimaschädliches Gas transportieren. Jedes Jahr wären sie für mehr CO2-Emissionen verantwortlich als es die Mega-Pipeline Nord Stream 2 gewesen wäre. Diese massiven Schäden darf man nicht einfach ignorieren.
  • Fehlende Transparenz: Die Bundesregierung versucht zusammen mit Landesregierungen den Bau der Terminals ohne die eigentlich verpflichtenden Umweltprüfungen und die Beteiligung der Zivilgesellschaft und Bürgerinnen und Bürger durchzupeitschen. Das ist undemokratisch und gefährlich. Für jedes Bauprojekt, für jeden größeren Windpark ist das Pflicht – ausgerechnet bei LNG-Terminals, die fossiles Gas verarbeiten und die oben beschriebenen Schäden verursachen, darf das nicht unterlassen werden.

Keine Großinvestitionen in fossile Energieträger

Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich gegen den Bau von Flüssigerdgas-Terminals (LNG-Terminals) an der deutschen Küste ein. Werden diese gigantischen Terminals gebaut, geraten die Klimaziele in Gefahr. Denn: (flüssiges) Erdgas ist ein fossiler Energieträger, den wir durch erneuerbare Alternativen ersetzen müssen – und nicht weiter ausbauen dürfen.

Im Nachgang des Atomausstiegs und Kohleausstiegs präsentiert die Gaswirtschaft ihren fossilen Energieträger Gas immer wieder als sichere und saubere Alternative. Das macht sich auch bei Infrastrukturentscheidungen bemerkbar: An der deutschen Küste möchte die Gas-Lobby an den Standorten Brunsbüttel und Stade Flüssigerdgas-Terminals errichten. Damit sollen alternative Importquellen zu (russischem) Pipeline-Gas erschlossen werden.

Doch wie lange können wir Erdgas – ob flüssig oder gasförmig – noch einsetzen? In Zeiten der Klimakrise können wir es uns nicht leisten, Großinvestitionen in einen fossilen Energieträger zu tätigen. Um die Klimaziele der Bundesregierung – klimaneutral bis 2045 – einzuhalten, müssen wir stattdessen bis allerspätestens 2045 aus Erdgas aussteigen. Denn auch Erdgas verursacht bei seiner Verbrennung klimaschädigende CO2-Emissionen. Darüber hinaus sind die Förderung, der Transport und die Endnutzung mit Leckagen des Rohstoffs Methan – dem Hauptbestandteil von Erdgas – verbunden, der sogar noch sehr klimaschädlicher als CO2 ist. Um bis spätestens 2045 Klimaneutralität zu erreichen, muss der Einsatz von Erdgas heute schon absehbar begrenzt werden. Aus diesem Grund positioniert sich die DUH gegen den Bau von Flüssigerdgas-Terminals in Deutschland.

Deutschland hat darüber hinaus schon ausreichend Pipeline-Kapazitäten. Der Bau neuer Import-Pipelines wie Nord Stream 2 oder neuer LNG-Terminals ist aus Klimasicht nicht nur überflüssig, sondern gefährdet durch die lange Lebensdauer dieser Anlagen das Erreichen der Klimaziele: Ist die Infrastruktur einmal gebaut, besteht für die Betreiber ein hoher wirtschaftlicher Anreiz, sie so lange wie möglich zu nutzen. Abgesehen von den Klimaschutzaspekten haben DUH-Gutachten bei den geplanten LNG-Standorten massive Umweltschutz- und Sicherheitsbedenken aufgedeckt.


Das LNG-Terminal soll in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wohngebieten, chemischen Anlagen, wichtigen Wasser- und Straßenverkehrswegen sowie atomaren Anlagen gebaut werden. Wegen der hohen Sicherheitsrisiken ist das Terminal aus DUH-Sicht nicht genehmigungsfähig. Nach Intervention der DUH veranlasste die Genehmigungsbehörde umfangreiche Sicherheitsprüfungen, um die Auswirkungen eines Störfalls am Standort Brunsbüttel zu ermitteln.

Lageplan


https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/deutsche-umwelthilfe-fordert-sofortigen-planungsstopp-geplantes-terminal-fuer-fracking-gas-aus-den-u/

In der Jademündung war ursprünglich ein schwimmendes LNG-Terminal geplant. Nach massiven Protesten der DUH gemeinsam mit lokalen Bürgerinitiativen und aufgrund mangelnder Nachfrage nach Fracking-Gas sagte der Energiekonzern Uniper die Terminalpläne im April 2021 endgültig ab, nachdem diese zuvor auf den Prüfstand gestellt wurden. Stattdessen prüft Uniper nun die Errichtung eines Import-Terminals für grünen Ammoniak und den Bau eines Elektrolyseurs zur Herstellung von grünem Wasserstoff. Für die ursprünglichen LNG-Terminalpläne wären regelmäßige Ausbaggerungen in der Jade notwendig geworden. Die Jademündung ist ein besonders sensibler Bereich, in dem durch die Klimaerhitzung mit einem steigenden Meeresspiegel, häufigeren Sturmfluten und veränderter Tidedynamik gerechnet wird – für den Umgang mit gefährlichen Stoffen ein denkbar ungeeigneter Standort. Die neuen Pläne für den Import von Ammoniak werden wir ebenfalls kritisch begleiten. Im Verlauf der Kampagne gegen den Bau des Terminals hat die DUH unter anderem ein Rechtsgutachten errichtet, das belegt, dass das Terminal am geplanten Standort nicht genehmigungsfähig gewesen wäre. 


Der Standort am Seehafen Stade-Bützfleth ist ebenfalls als Standort für ein deutsches LNG-Terminal im Gespräch. Für die großen Tankschiffe droht dabei eine weitere Ausbaggerung der Elbe.

Lageplan

Weitere Informationen

An der Unterelbe bei Stade soll ein LNG-Terminal zum Import, zur Lagerung und zur Regasifizierung von Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas = LNG) errichtet werden. Der Standort des Terminals liegt dabei zwischen einem Chemiepark des Unternehmens Dow und einer Oxidfabrik. In unmittelbarer Nähe befinden sich außerdem mehrere Naturschutzgebiete sowie ein Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Das Vorhaben umfasst u. a. die Errichtung von zwei LNG-Speichertanks mit einem Arbeitsvolumen von jeweils ca. 240.000 m³. Dies entspricht einer Gesamtlagermenge von ca. 235.000 t in beiden Lagertanks. So können bis zu 12 Mrd. m³ Erdgas pro Jahr umgeschlagen werden – rund 15 Prozent des deutschen Erdgasbedarfs. Dies ist gleichbedeutend mit rund 21 Millionen Tonnen CO2 im Jahr.

Ursprünglich war angekündigt gewesen, das LNG-Terminal und den Anleger ab Ende 2020 bis 2022 zu bauen. Die Inbetriebnahme sollte 2023 erfolgen. Stand Anfang 2021 liegt allerdings noch nicht mal ein Antrag auf Genehmigung vor. Mit den Bauarbeiten wird nun offiziell 2022-2025 gerechnet. Die Inbetriebnahme soll 2026 erfolgen. Bis 01. Februar 2021 läuft die unverbindliche Phase des Open Season Verfahrens, in dem das Marktinteresse abgefragt wird.

Hinter der Errichtung des Terminals steht die Hanseatic Energy Hub GmbH, früher LNG Stade GmbH genannt. Der Bau und der Betrieb eines Anlegers für verflüssigte Gase wird von der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG vorangetrieben, einer Tochter des Landes Niedersachsen. Die Hanseatic Energy Hub nennt außerdem die Dow Deutschland Anlagengesellschaft mbH als Standortpartner. Weitere genannte Partner sind u. a. die Lotsenbrüderschaft Elbe (Maritime Beratung) und die Fichtner GmbH & Co. KG (Generalplaner Terminal). Mitte Dezember 2020 stieg die Vermögensverwaltungsgesellschaft Partners Group in das Projekt ein, um Bau und Betrieb der Anlage zu unterstützen. Mit der Beteiligung der Niedersachen Ports GmbH & Co. KG ist das geplante Terminal in Stade das einzige in Deutschland geplante LNG-Projekt, an dem die öffentliche Hand direkt beteiligt ist.

LNG-Terminals sowie die Tanker, die sie anlaufen, sind ungeeignet um Wasserstoff zu handhaben. Weltweit gibt es derzeit nur ein einziges, kleineres Schiff, das Wasserstoff in flüssiger Form transportieren kann. Ob das Terminal nach einer Umrüstung auch Wasserstoff anlanden kann, und wie aufwendig dieser Prozess wäre, ist zurzeit völlig ungeklärt.

Die entstehenden Kosten hängen u. a. von der Realisierung eines weitere LNG-Terminalprojekts in Brunsbüttel ab. Recherchen der DUH legen offen, dass die Kosten für die Gasverbraucher*innen um ein Vielfaches höher sind als bisher bekannt, sollten beide Projekte umgesetzt werden. Hauptgrund hierfür sind bisher verschwiegene Netzausbaumaßnahmen bis in die Mitte Deutschlands hinein, die durch die zusätzlichen Erdgaskapazitäten der geplanten Terminals notwendig werden. Diese Kosten betragen laut Datenbank des Netzentwicklungsplan (NEP) Gas bis zu 641 Millionen Euro, welche per Umlage von den Verbraucher*innen bezahlt werden müssen. Hinzu kommen die Kosten für den Anschluss des Terminals an das bestehende Erdgasnetz, die sich für Stade lt. NEP Datenbank auf ca. 30 Millionen Euro belaufen.


Häufige Fragen und Antworten

LNG (liquid natural gas) ist Flüssigerdgas, also Erdgas, das für Transportzwecke verflüssigt wird. Erdgas wird dafür stark abgekühlt und in einen flüssigen Zustand gebracht. Tankschiffe transportieren das LNG von Export-Terminal zu Import-Terminal. Dort wird es wieder in den gasförmigen Zustand versetzt und in das Gasnetz eingeleitet. Der Prozess der Verflüssigung und Regasifizierung ist mit erheblichem Energieaufwand verbunden. Neben herkömmlichem LNG ist auch von Bio-LNG die Rede. Dabei handelt es sich um verflüssigtes Methan, dass auf grünem Wasserstoff aus erneuerbarem Strom basiert. 

Ja, das importierte LNG wird anteilig auch aus den USA importiert und dort u.a. durch die Fracking-Methode gefördert. Es gibt entsprechende Aussagen aus den Kreisen der Bundesregierung, die darauf hinweisen, dass Fracking-Gas aus den USA nach Deutschland importiert werden soll, um im Gegenzug Strafzölle auf deutsche Autoexporte in die USA zu verhindern.

Erdgas mittels Fracking zu fördern ist mit einer erheblichen Umweltverschmutzung und -zerstörung verbunden und kann auch Erdbeben auslösen. Aus diesem Grund ist Fracking in Deutschland verboten. Solches Fracking-Gas nun zu importieren, lehnt die Deutsche Umwelthilfe ab.

Zudem ist Fracking-Gas noch klimaschädlicher als konventionelles Erdgas, da die Gasförderung zu vermehrten Methanemissionen in die Atmosphäre führt. Der Transport per Schiff sowie der Prozess der Verflüssigung und Regasifizierung verursacht außerdem zusätzlichen Energieeinsatz, der Fracking-Gas in der Klimabilanz nicht besserstellt als Kohle.

Deutschland importiert den größten Teil seines Erdgasbedarfs, und zwar aus Russland, den Niederlanden und Norwegen. Die heutigen Importkapazitäten decken den deutschen Gasbedarf - zusammen mit geringfügiger heimischer Förderung - vollständig ab. Im Zukunft wird der Gasbedarf in Deutschland jedoch sinken – wegen steigender Effizienz und dem Umstieg auf erneuerbare Energien. Einen deutlichen Rückgang des Gasbedarfs besagt zum Beispiel auch das Umweltbundesamt. Zusätzliche Kapazitäten für den Erdgasimport sind definitiv nicht notwendig.

Nein. Nachdem die Pläne für Wilhelmshaven 2021 aufgegeben wurden, ist an den verbleibenden Standorten Brunsbüttel und Stade weiterhin keine Investitionsentscheidung getroffen worden. Lediglich für Brunsbüttel liegt seit Mitte 2021 ein Antrag auf Planfeststellung vor. Bis es jedoch zur Erteilung einer Baugenehmigung kommt, ist es noch ein weiter Weg. Die DUH wird sich unter anderem bei den notwendigen öffentlichen Beteiligungsverfahren einbringen. Für die Standorte muss zusätzlich eine Gasanschlussleitung vom LNG-Terminal zum bestehenden Gasnetz neu gebaut werden. Das Planverfahren zur Leitung verläuft unabhängig zum Planverfahren des jeweiligen Terminals und wird ebenfalls seitens der DUH verfolgt.

Insgesamt hätten die LNG-Terminals in Stade und Brunsbüttel  zunächst eine Kapazität von insgesamt 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Jahr (Brunsbüttel: 8 Milliarden m³, Stade: 12 Milliarden m³). Seit der Absage des LNG-Terminals Wilhelmshaven, das eine Kapazität von 10 Milliarden m³ gehabt hätte, hat sich diese Zahl aber kaum geändert. Für das Terminal in Stade wurde 2021 nämlich angekündigt, dass sich die geplanten Kapazitäten verdreifacht hatten – von 4 auf ganze 12 Milliarden m³. Der Wegfall von Wilhelmshaven wird damit fast „ausgeglichen“. Zum Vergleich: In Deutschland wurden 2018 insgesamt rund 88 Milliarden Kubikmeter Erdgas verbraucht.

Die Kosten werden von den Betreibern mit 400-600 Millionen Euro je Anlage angegeben. 

Ja, die Bundesregierung und auch die Landesregierung in Schleswig-Holstein setzen sich dafür ein, die LNG-Terminals mit Steuergeldern mitzufinanzieren. Im Fall von Brunsbüttel werden Fördergelder für die regionale Wirtschaftsförderung in Höhe von 50 Millionen Euro bereitgestellt, die bei Abruf automatisch weitere 50 Millionen auf Bundesebene auslösen würden.

Im Mai 2019 wurde von Bundestag und Bundesrat zudem eine Verordnung verabschiedet, die Betreibern von LNG-Terminals sehr entgegenkommt. Der Bau und Betrieb von den Gasanschlussleitungen für LNG-Terminals muss nun von den Gas-Kundinnen und Kunden – anstatt von den Betreibern der Anlagen – finanziert werden. Jedes der LNG-Terminals muss mit einer neuen Gasleitung an das deutsche Gasnetz angeschlossen werden. Die Abwicklung der Anschlusskosten über Netzentgelte machen LNG-Terminals für die Investoren wirtschaftlich attraktiv, so die Begründung für die neue Verordnung. Die dann von den Gas-Kunden zu tragenden Investitionskosten belaufen sich für die Terminals in Stade und Brunsbüttel auf mehr als 100 Millionen Euro. Außerdem muss durch den Anschluss der Terminals auch das bestehende Gasnetz an verschiedenen Stellen ausgebaut werden – Kosten von ca. 600 Millionen Euro fallen hier an, wie eine Recherche der DUH ergab. Hinzu kommen jährliche Betriebskosten von etwa 1 Million Euro. Die DUH lehnt dies ab: Die Verbraucherinnen und Verbraucher sollen nicht zur Kasse gebeten werden, um fossile Technologien für Investoren attraktiver zu machen.

Es ist technisch ausgeschlossen, die geplanten LNG-Terminals auf Wasserstoff umzurüsten, da die chemische Zusammensetzung sowie die Verflüssigungstemperatur bzw. Siedetemperatur von Erdgas und Wasserstoff sehr unterschiedlich sind. Es könnte aber zum Beispiel so genanntes Bio-LNG importiert werden. Dafür gibt es global bisher allerdings keine nennenswerten Kapazitäten.

Ziel ist es, eine globale Erderhitzung von mehr als 1,5 Grad zu vermeiden. Dafür ist nur noch ein bestimmtes Budget an CO2-Emmissionen übrig. Der zukünftige Einsatz von Erdgas muss sich nach diesem CO2-Budget richten und entsprechen begrenzt werden. Spätestens 2045 müssen wir klimaneutral sein.

Die Praxis sieht leider anders aus. Nicht Klimaschutz, sondern Geopolitik und die Eigeninteressen der Gasbranche prägen die politischen Entscheidungen. Wir erleben ungeahnte Investitionen in neue Erdgasinfrastruktur. Nord Stream 2 und die geplanten LNG-Terminals sind Belege dafür. Diese Investitionen dienen dazu, Geschäftsmodelle mit fossilem Erdgas für die nächsten Dekaden abzusichern, weit über 2045 hinaus.

Die Deutsche Umwelthilfe fordert daher ein Moratorium für neue Gasinfrastruktur, die nicht ausschließlich dem Einsatz erneuerbarer Gase dient. Für laufende Vorhaben wie Nord Stream 2, die geplanten LNG-Terminals in Brunsbüttel und Stade muss es einen sofortigen Planungs- und Baustopp geben.

Erst die Summe aller Emissionen von der Förderung bis zur Verbrennung zeigt die tatsächliche Klimabilanz von Erdgas an. Das Umweltbundesamt hat für die EU ermittelt, dass Pipelinegas grundsätzlich eine bessere Bilanz als importiertes Flüssig-Erdgas (LNG) aufweist. LNG aus unkonventioneller Förderung (=Fracking) schneidet wegen der hohen Emissionen bei der Gasförderung am schlechtesten ab. Zudem gibt es Verluste durch die Prozesse der Verflüssigung und Regasifizierung.

Nein. Zwar ist der CO2-Ausstoß von LNG im Vergleich zu Diesel geringer. Der Methanschlupf im Motor, der beim Verbrennen von LNG vorkommt, ist jedoch so hoch, dass die Klimabilanz von LNG insgesamt schlechter ist als die von Diesel. Zu diesem Ergebnis kommt Transport & Environment. Im Schwerlastverkehr bieten sich nur sehr begrenzte Möglichkeiten, LNG sinnvoll einzusetzen. Methan ist Hauptbestandteil von Erdgas und ist ca. 80-fach klimaschädlicher als CO2. Richtig ist jedoch, dass LNG deutlich weniger Luftschafstoffe wie NOx ausstößt, die jedoch keine Wirkung auf das Klima haben.

LNG-Terminal-Betreiber verkaufen oder vermieten Importkapazitäten an Energiekonzerne und andere Händler. Ob diese Kapazitäten letztlich auch genutzt werden, ist nicht gesagt. In Europa gibt es derzeit 28 LNG-Terminals. In Deutschland gibt es bisher keine Terminals. Die Auslastung dieser Terminals in Europa liegt im Schnitt bei unter 30 Prozent. Der Zubau weiterer Terminals ist aus diesem Grund nicht notwendig. Weltweit gibt es 19 Exportländer und 40 Importländer für Flüssigerdgas.

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