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Lernen im Fluss - Die Umwelt entdecken

Selbst entdecken und ausprobieren was geht: Die DUH bringt Kinder und Jugendliche an den Fluss und begeistert sie dafür, Kultur und Natur der Lebendigen Flüsse zu entdecken. Die Devise lautet: Lieber nasse Füße als trockenes Wissen  

Mit Kescher, Becherlupe und Mikroskop schickt die DUH Kinder und Jugendliche an den Fluss. Besser noch: Sie gehen in den Fluss und erleben den Schlamm und Kies am Grund, Algen und Fische, die ihnen um die Beine schwimmen. Durch die Becherlupe entdecken die Kinder Libellenlarven im seichten Wasser, beobachten einen Krebs zwischen Steinen, erleben wie ein Kormoran ins Wasser taucht und mit einem Fisch im Schnabel wieder hervorkommt.

Die DUH möchte Kindern und Jugendlichen auch vermitteln, welchen Einfluss der Mensch auf Flüsse nimmt. Mit ein bisschen Chemie im Reagenzglas  finden die Heranwachsenden heraus, wie gut oder schlecht das Flusswasser ist. An der Qualität des Wassers können sie erkennen, wie der Fluss  genutzt wird. Denn der Mikrokosmos spiegelt das große Ganze. Die Fragen entstehen fast wie von selbst, um den Fluss zu verstehen: Wo steht eine Fabrik? Wo die nächste Stadt? Heizt ein Kraftwerk das Wasser auf? Mäandert der Fluss? Welche Bäume wachsen am Ufer, wer lebt in den Höhlungen an der Böschung?

© Wittig / DUH

Erleben. Erfahren. Wissen.

Aus Erfahrung und im Handeln lernt der Mensch am besten. Er muss sinnlich begreifen und erleben, um eine Sache wirklich zu verstehen, daraus die Werte der – insbesondere biologischen – Vielfalt erkennen, und auch die Bedeutung von Perspektivwechseln und vernetztem Denken erfassen, um dann aus dem Wissen heraus zu handeln. Die Umweltpädagoginnen und -pädagogen der DUH begeistern die Kinder und Jugendlichen deshalb für das Unbekannte unter der Wasseroberfläche und ermuntern sie, das Leben am Ufer zu entdecken.

Nach der Erkenntnis kommt die Umsetzung: Wir zeigen den jungen Menschen Möglichkeiten, wie sie politisch Einfluss nehmen können. Und Teilhabe vermittelt Selbstbewusstsein. Wir arbeiten damit ganz im Sinne des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und haben uns daher besonders gefreut, dass 2015 Jugendliche vom Flussparlament der Grünen Liga und der DUH-Big Jump Challenge ihr Manifest für den Gewässerschutz im Bundestag vorgestellt haben.   

Das Konzept der DUH an Lebendigen Flüssen ist erfolgreich. Wir bieten mittlerweile auch Fortbildungen für Lehrkräfte im Netzwerk „Schulen für Lebendige Flüsse“ an. Und wir haben das Konzept mit 23 Partnerorganisationen aus europäischen Ländern zur „Big Jump Challenge“ mitentwickelt. Mit den europäischen Partnern haben die DUH-Experten Jugendliche aus 27 Ländern zusammengebracht und Flusscamps in Tschechien geleitet. Im Projekt River Links - 4x4 Flussverbindungen wurde die lokale Lebenswelt mit der globalen Perspektive verknüpft.

© Wittig / DUH

Blaue Lebensadern

Flüsse wie die Elbe oder der Rhein verbinden Menschen, Kulturen und Lebensräume für Pflanzen und Tiere seit ewigen Zeiten. Sie bilden gleichermaßen die Lebensader der Natur und der Zivilisation. Die DUH hat vor über 25 Jahren begonnen, das Netzwerk „Lebendige Flüsse“ aufzubauen. Wir denken biologische Vielfalt und die  vielfältigen Faktoren, die die Entwicklung eines Fließgewässers beeinflussen, wie Wirtschaften, Kultur oder politische Rahmenbedingungen zusammen. In unseren Projekten treiben wir gleichermaßen den Schutz von Tieren, Pflanzen, Auen und den Schutz der Menschen am Fluss vor Hochwasser voran. 

In den vielfältigen Flussprogrammen der DUH vermitteln wir seit 1997 altersgerecht Wissen und  Flusserleben, aber auch  Methoden, damit die Jugendlichen lokal ins konkrete praktische und auch politische Handeln kommen können.  Am Ostseestrand geht es um Plastikteile im Meer, an der Elbe um den Biber, in der Werra um Salz aus Bergwerken und an der Havel um den Fischotter. So finden die Kinder in Projekttagen oder in den Fluss-Camps selbst heraus, was für sie spannend und deshalb lehrreich ist, sie teilen ihr Wissen untereinander und entscheiden selbst über den Lernfortschritt.  

Auch beim 1.  Internationalen  Elbe-Badetag 2002 ging es damals tatsächlich darum, den Fluss zu erleben, Jahrzehntelang war die Elbe Grenzfluss zwischen Ost- und Westdeutschland, unüberwindbar und von den Chemikalien der tschechischen und ostdeutschen Industrie verseucht. Inzwischen gehen Menschen wieder unbelastet in der Elbe und anderen Flüssen baden.

Kontakt

Copyright: © Steffen Holzmann

Ulrich Stöcker
Teamleiter Wildnis & Ökosystemleistungen
E-Mail: Mail schreiben

Copyright: © Steffen Holzmann

Ines Wittig
Fachreferentin für Umweltbildung | Naturschutz und Biologische Vielfalt
E-Mail: Mail schreiben

Förderer

Copyright Navigationsbild: Thorsten Schier - Fotolia
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