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Wie umweltfreundlich ist "Bioplastik" wirklich?

Bioplastik – wirklich „bio“ oder Greenwashing?

Weltweit wird heute 23 Mal mehr Bioplastik produziert als noch vor acht Jahren. Immer öfter werden Plastiktüten, Coffee-to-go-Becher oder Kaffeekapseln mit Begriffen wie „biologisch abbaubar“, „kompostierbar“ oder „aus nachwachsenden Rohstoffen“ beworben. Was kaum jemand weiß: Viele Produkte aus Bioplastik weisen in der Gesamtbetrachtung keine ökologischen Vorteile im Vergleich zu solchen aus herkömmlichem Plastik auf und bringen oft sogar neue Probleme mit sich.

Keine Umweltvorteile und problematische Kompostierung

Ein Großteil biologisch abbaubarer Kunststoffe baut sich in der Landschaft oder in den Meeren ähnlich langsam ab wie konventionelles Plastik. Eine Umfrage der Deutschen Umwelthilfe unter etwa 1000 Kompostierungsanlagen zeigte, dass selbst dort der Abbau nicht gut funktioniert. 95 Prozent der Anlagen gaben an, alle Bioplastikprodukte nicht normgerecht kompostieren zu können. Für 80 Prozent der Anlagen stellen diese Produkte Störstoffe dar. Häufig erfolgt daher eine Aussortierung vor der Kompostierung und eine Verbrennung des Materials. In der Folge lehnen fast alle Kommunen eine Entsorgung von Bioplastik über den Bioabfall grundsätzlich ab. Ökobilanzen belegen, dass biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe in der Gesamtheit keine Umweltvorteile gegenüber herkömmlichen Plastikprodukten aufweisen. Hinzu kommen bisher ungewisse Umweltwirkungen, wie die Entstehung von Mikroplastik und die Wirkung der zugesetzten Additive.

Irreführende Werbung mit Bioplastik

Als Gegengewicht zu einwegorientierten Verpackungsherstellern und Händlern leisten wir wichtige Aufklärungsarbeit. In unserem Infopapier Bioplastik erklären wir, wie umweltfreundlich Biokunststoffe wirklich sind. Wir stoppen irreführende Werbung, wie beispielweise beim Activia-Joghurt von Danone, den Bioplastiktüten von Aldi und Rewe oder Einwegbechern in Fußballstadien. Ob bei Bechern oder Flaschen, Verbraucher sollten abfallvermeidende und ressourcenschonende Mehrwegverpackungen nutzen, statt auf Einwegprodukte zu setzen. Für die Bioabfallsammlung sollten bevorzugt mit Zeitung ausgelegte Behältnisse oder Papiertüten verwendet werden, sofern der Bioabfall nicht direkt in einer ausspül- und verschließbaren Box gesammelt wird.

Wir setzen uns für Ihre Rechte ein!

Bei unserem Kampf für weniger Abfall und gegen verbrauchertäuschende Werbung haben wir mächtige Gegner. Nachdem verschiedene Supermarktketten auf Druck der DUH Plastiktüten, die mit irreführenden Slogans zur Kompostierung beworben wurden, aus dem Sortiment genommen hatten, verklagten uns Tochterunternehmen des Plastiktüten-Herstellers Victor-Group mit Unterstützung des Chemiekonzerns BASF auf Schadensersatz in Höhe von mehr als 2,7 Millionen Euro. In einem über fünf Jahre währenden Prozess, gewann die DUH alle der insgesamt drei Gerichtsentscheidungen des Land- und Oberlandesgerichts Köln. Im Frühjahr 2018 scheiterten die Plastiktüten-Hersteller schließlich auch vor dem Bundesgerichtshof. Derartige Prozesse kosten uns viel Zeit und Geld –  dennoch setzen wir uns weiter für die Wahrung von Verbraucherrechten und den Schutz der Umwelt ein.

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Thomas Fischer
Leiter Kreislaufwirtschaft
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