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Fleischproduktion ist die Hauptursache für Waldzerstörung in Südamerika

Von Menschen gelegte Waldbrände in Südamerika und ihre verheerende Wirkung auf unser Klima und die Artenvielfalt sind Jahr für Jahr ein Rückschlag für den Umweltschutz. Doch die Schuld an diesen Feuern tragen nicht nur rechts-konservative Staatsführer, wie der brasilianische Präsident Bolsonaro, der seit 2018 die Verfolgung von Umweltvergehen fast zum Erliegen gebracht hat. Es ist auch die industrielle Fleischproduktion hier bei uns in Deutschland, die die Waldbrände anfacht. Zum einen werden in Südamerika auf riesigen Flächen Rinder gehalten, deren Fleisch auch auf den europäischen Markt verkauft wird, zum anderen wird immer mehr Wald für den Sojaanbau vernichtet. Rindfleischproduktion und Sojaanbau sind die beiden Haupttreiber für die Entwaldung in Südamerika.

Trotz der sich zuspitzenden Umweltkrise und zahlreichen Brandrodungen in Brasilien ist der Import von brasilianischem Soja nach Deutschland im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 30 Prozent gestiegen. Ein sehr wahrscheinlicher Einflussfaktor scheint hierbei der Preis zu sein, der für brasilianisches Soja in der ersten Jahreshälfte leicht unter dem Preis für Soja aus den USA lag. Damit tragen auch in Deutschland tätige Unternehmen dazu bei, den Regenwald in Amazonas zu zerstören.

Ein Feldbericht der Rainforest Foundation Norway und der DUH zeigt auf, dass Agrarhändler, die Soja aus illegal gerodeten Gebieten beziehen, ungehindert auf dem europäischen Markt Soja verkaufen können. Wir fordern deshalb ein Lieferkettengesetz, das die Verantwortung deutscher Unternehmen im Ausland verbindlich festschreibt und Umweltschäden im Ausland vorbeugt.

© Victor Moriyama / Rainforest Foundation Norway
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© Victor Moriyama
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Soja als Treibstoff der Massentierhaltung

Soja ist ein unverzichtbarer Treibstoff der Massentierhaltung. Ohne die eiweißreiche Bohne wäre die in deutschen Ställen übliche Turbomast, in der etwa Küken in nur 33 Tagen zur Schlachtreife gemästet werden, nicht denkbar. Soja hat die früher in Deutschland üblichen Eiweißfuttermittel, wie die Ackerbohne, fast in die Bedeutungslosigkeit abgedrängt. Dazu haben auch Handelsabkommen beigetragen, die zu einer großen Menge von zollfrei importierten Soja geführt haben.

Die deutsche Massentierproduktion
ist damit im extremen Maße von Sojafuttermittelimporten abhängig. Ein großer Teil der Sojaanbaugebiete liegt in Südamerika. Um nur ein Mastschwein in Deutschland mit Sojafutter zu versorgen, werden rund 144 m2 Fläche benötigt. Umgerechnet auf die rund 26 Mio. Schweine in Deutschland sind das gigantische Flächen, die nun für die Menschen dort nicht mehr zur Verfügung stehen. Das bringt viele Konflikte mit sich, denn vom Sojaanbau profitieren nur wenige Großbauern und Agrarhändler, die zum Teil auch vor Schutzgebieten für die einheimische indigene Bevölkerung nicht haltmachen. Zudem geht der Sojaanbau meist mit einem hohen Einsatz an Pestiziden einher, der die Gewässer und die Böden verseucht und viele Menschen krank macht.

Naturzerstörung für die Fleischproduktion stoppen: Agrarwende in Europa

Billiges Fleisch im Überschuss hat einen hohen Preis. Das Überangebot und der hohe Konsum von Fleisch – und Milchprodukten gefährdet einmalige Lebensräume wie den Amazonas Regenwald oder die Trockenwälder und Savannen des Gran Chaco sowie den Klimaschutz. Aber auch bei uns sind negative Folgen der Massentierhaltung spürbar. Die Massentierhaltung sorgt zwangsläufig für drastische Probleme beim Tierwohl. Außerdem kommt es durch die Überdüngung mit Gülle zur Belastung des Grundwassers und Zerstörung von Ökosystemen sowie gesundheitsschädlicher Luftverschmutzung. Das ist nicht akzeptabel. Die Deutsche Umwelthilfe hält daher folgende Maßnahmen für unverzichtbar:

  • Stopp von Massentierhaltung und Fleischexporten: Wir fordern eine flächengebundene Tierhaltung mit höchstens 1,8 Großvieheinheiten pro Hektar. Das würde die Tierbestände auf ein vertretbares Maß reduzieren.
  • Heimische Futtermittel fördern: Wir brauchen eine Eiweißfutterstrategie in Deutschland, die uns unabhängig macht von Futtermittel aus Übersee.
  • Transparente Lieferketten und verbindliche Sorgfaltspflichten: Bis wir ausreichend heimische Eiweißfutter produzieren, müssen wir die Risiken für Entwaldungen, Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen in den Lieferketten minimieren. Freiwillige Initiativen von Industrie und Handel sind bisher nur unzureichend. Wir brauchen einen gesetzlichen Rahmen, der verbindliche Transparenz vom Sojafeld bis hin zum Ladenregal sowie verpflichtende Standards und funktionierende Kontrollmechanismen sicherstellt. Freiwillige und gesetzliche Maßnahmen müssen sich gegenseitig ergänzen.
  • Moratorium für das Mercosur-Abkommen: Das geplante Handelsabkommen der EU mit Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay hätte zur Folge, dass noch mehr billiges Soja und Rindfleisch nach Europa gelangen. Im Gegenzug müssten die Mercosur-Länder zum Beispiel ihre Märkte für europäische Autoimporte öffnen. Damit würde sich der Druck auf die Ökosysteme in Südamerika noch mal erhöhen. Wir fordern eine EU-Handelspolitik, die überprüfbare Mindeststandards für den Umwelt- und Klimaschutz sowie der Menschenrechte festschreibt und ihre Einhaltung sicherstellt.

Gutes Essen statt Überfluss zu Lasten von Klima und Artenvielfalt

Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich ein für eine Agrarwende, weg von globalisierter Umweltzerstörung und schädlichen Subventionen mit der Gießkanne hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft, die Bäuerinnen und Bauern ein existenzsicherndes Wirtschaften ermöglicht. Tierproduktion hat einen hohen Preis. Alle Kosten, die für die Tierproduktion für die Gesellschaft entstehen, etwa durch Klimagase, Umweltverschmutzung und Artensterben, müssen sich im Preis für tierische Produkte niederschlagen. Subventionen dürfen nur noch für gesellschaftlich erwünschte Leistungen wie dem Tierschutz, Naturschutz oder die regionale Entwicklung fließen.

Die DUH fördert hier den Dialog mit der Wissenschaft, Politik und Landwirten, um Alternativen zu entwickeln und entsprechende gesetzliche Maßnahmen anzustoßen. Wir nehmen die Lieferketten der Fleischindustrie und des Einzelhandels vom Feld bis zur Currywurst unter die Lupe und machen Druck für verbindliche Sorgfaltspflichten, die Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen sicher ausschließen. Mit öffentlichkeitswirksamen Kampagnen wollen wir auf die negativen Folgen der Massentierhaltung hinweisen und für gutes Essen statt Überfluss zu Lasten anderer werben.

Häufige Fragen

Soja und der Regenwald

Im Jahr 2006 wurde das Soja-Moratorium beschlossen – darin wird geregelt, dass für den Sojaanbau in Brasilien kein Regenwald mehr gerodet werden darf. Seither nimmt der Anteil der Sojaanbau auf Flächen von zerstörtem Regenwald ab. Das ist zunächst eine gute Nachricht. Sie bedeutet aber keineswegs eine Entwarnung für die Wälder in Südamerika und auch nicht für das globale Klima.

Problematisch ist einerseits, dass andere wertvolle Flächen von diesem Schutz ausgenommen sind und inzwischen vorrangig zerstört werden (v.a. der Cerrado, die Savanne mit der weltweit höchsten Artenvielfalt, aber auch Amazonas-Regenwald außerhalb von Brasilien). Andererseits bleiben Möglichkeiten, das Moratorium zu umgehen und so weiter auch im brasilianischen Amazonas-Regenwald für den Sojaanbau zu roden, indem z.B. Soja aus dem Amazonas mit Soja von anderen Flächen gemischt und somit reingewaschen wird.

Eine Studie von 2018 belegt, dass von 2009 bis 2016 allein im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso 60.000 ha Regenwald für Sojaplantagen vernichtet wurden. Mindestens 5 Prozent der Ausdehnung der Sojaanbauflächen findet noch im Amazonasregenwald statt. Hinzu kommen indirekte Landnutzungsänderungen. Da Silva Junior, C.A. und M.G. de Lima (Februar 2018), „Soy Moratorium in Mato Grosso: Deforestation undermines the agreement“, Land Use Policy).

Soja-Moratorium hin oder her – der Bedarf an Soja steigt weiter. Daher müssen andere Flächen für den Anbau genutzt werden. Dazu werden entweder weniger geschützte Ökosysteme wie der Cerrado zerstört oder es wird auf bestehende landwirtschaftliche Flächen ausgewichen, insbesondere frühere Weideflächen. Diese Flächen werden aber weiterhin für die Landwirtschaft benötigt, weshalb es wiederum dazu kommt, dass z.B. Regenwald für Weideflächen neu gerodet wird. Diese sogenannten indirekten Landnutzungsänderungen (eng. indirect land use changes, ILUC) führen dazu, dass trotz des Soja-Moratoriums Regenwald durch den Sojaanbau „indirekt“ zerstört wird und stark negative Auswirkungen für den Klima- und Artenschutz wie auch die indigene Bevölkerung entstehen.

Global gesehen ist Brasilien mit 37 Prozent der Weltproduktion der größte Sojaproduzent, die USA stehen mit 29 Prozent der globalen Produktion an zweiter Stelle (PSD Online 2020: „Custom Query – Oilseed, soybean“, USDA Foreign Agriculture Service).

Für den deutschen Markt kommen fast 40 Prozent des Sojas aus Brasilien. Wegen der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China exportiert Brasilien zunehmend Soja nach China, während mehr US-amerikanisches Soja zu uns kommt. Nur rund 22 Prozent des hierzulande verwendeten Sojas stammt aus entwaldungsfreien Quellen. Nur knapp 50 Prozent des Sojas stammt nachweislich zumindest nicht aus illegaler Entwaldung. (IDH European Soy Monitor 2020)

Die immensen Sojamassen aus Brasilien führen dort zu verheerenden Landnutzungsänderungen. Artenreiche Ökosysteme werden in riesige Monokulturen verwandelt.

Der brasilianische Präsident Bolsonaro hat seit seiner Wahl Anfang 2019 den Schutz der Wälder und die Rechte der Indigenen massiv geschwächt. Bis zu 20 Prozent des Sojas, das von dort in die EU exportiert wird, könnte von illegal gerodeten Flächen stammen. Die Deutsche Umwelthilfe arbeitet eng zusammen mit Investigativ-Reporter und Umweltaktivist Marcel Gomes in Brasilien, der dieses Drama bestätigt: Die Abholzungsrate in Brasilien hat in den letzten 12 Monaten um etwa 30 Prozent zugenommen.

Das globale Artensterben und die Erderwärmung müssen gestoppt werden. Daher muss unser Fokus auf dem Erhalt der artenreichen und CO2-speichernden Flächen der Welt liegen. Der Regenwald am Amazonas und der angrenzende Trockenwald Cerrado werden in rasender Geschwindigkeit unwiderruflich zerstört. Indigene Völker und einzigartige Tiere wie der Jaguar verlieren ihre Heimat. Das müssen wir verhindern.

Es ist natürlich sinnvoll, zerstörte Flächen wieder naturnäher zu gestalten – einen Urwald kann man aber leider nicht einfach neu pflanzen. Die Wälder sind über Jahrhunderte gewachsen und müssen in ihrer ursprünglichen Form erhalten werden – zum Schutz unseres Klimas, der Artenvielfalt und der indigenen Völker.

Soja – die Lieferkette des Grauens

In Deutschland wurden 2018 rund 3,6 Millionen Tonnen Sojaschrot an Nutztiere verfüttert. Sojaschrot wird fast ausschließlich für die Fütterung von Mastgeflügel, Schweinen und Milchvieh verwendet (Schätzungen auf Basis von Eurostat 2020, FEFAC 2019, Hoste, R. 2016). 

Soja besteht nur zu etwa 20 Prozent aus Öl. Mit jeder Tonne Sojaöl werden viereinhalb Tonnen Sojaschrot produziert. Damit ist Sojaöl das eigentliche Nebenprodukt und nicht das Schrot. Sojaöl wird zwar zu einem höheren Preis pro Tonne gehandelt, dennoch wirft die Zerkleinerung von Sojabohnen mehr Wert in Form von Sojaschrot als in Form von Öl ab, denn eine Bohne enthält deutlich mehr Schrot als Öl. Soja wird daher als Futtermittel angebaut und nicht wegen des Öls.

Nichtsdestotrotz muss auch die Nutzung des Sojaöls für Agrokraftstoffe beendet werden. Im Durchschnitt emittiert der sogenannte „Bio“diesel auf Basis von Lebens- und Futtermitteln mindestens 80 Prozent mehr Treibhausgase als fossiler Diesel! Die wachsende Nachfrage nach Agrokraftstoffen aus Palm- und Sojaöl erhöht zudem den Druck zur landwirtschaftlichen Flächennutzung und verstärkt damit indirekt die Entwaldung in den Anbauländern. Hier geht’s zu unserer Protestmail „Schluss mit Palm- und Sojaöl in deutschen Tanks“. Dort gibt es außerdem weitere Informationen und unsere Studien zum Thema.

Zum Schutz von Klima und Artenvielfalt müssen wir vor allem die noch bestehenden naturnahen Ökosysteme wie Wälder und Feuchtgebiete schützen. Wenn landwirtschaftliche Fläche ausgeweitet wird, sollte man zunächst auf bereits umgewandelte Flächen zurückgreifen. In Südamerika gibt es viele brachliegende Flächen, aber da die Waldflächen zum Teil so günstig zu haben sind, ist es nicht lukrativ, diese zu nutzen. Es darf sich nicht weiter lohnen, Natur zu zerstören.

Wir müssen aber auch unseren Flächenverbrauch insgesamt reduzieren – insbesondere unseren Flächenfußabdruck außerhalb Deutschlands. Für die Produktion von tierischen Produkten wie Fleisch, Milch oder Eiern wird mehr Fläche benötigt als für pflanzliche Lebensmittel. Das liegt daran, dass die Tiere nur einen Teil des Futters in Fleisch oder Eier umwandeln, der Rest geht im Laufe des Lebens der Tiere verloren. Wie viel Fläche schon alleine durch einen bewussten Fleischkonsum eingespart werden kann, zeigt der Fleischatlas 2018 (S. 28).

Was ist zu tun?

Ein bewusster, maßvoller Konsum tierischer Produkte hat viele Vorteile – unsere Gesundheit wird uns für eine abwechslungsreiche Ernährung danken, aber auch die Umwelt profitiert davon. Je pflanzenbasierter die Ernährungsweise ist, desto geringer ist auch der Flächenverbrauch (zumindest im Durchschnitt). 

Ob biozertifiziert oder nicht – im Großteil der Tierproduktion werden sojabasierte Futtermittel eingesetzt. Allerding schneidet hier Biofleisch etwas besser ab als konventionelles Fleisch. Generell wird eher weniger Kraftfutter mit Sojaanteilen eingesetzt. Außerdem gibt es Vorgaben, die festlegen, dass die Landwirt*innen einen gewissen Anteil des Futters selbst produzieren müssen.

Hier gibt es beim Bio-Anbau unterschiedlich strenge Standards. Verbände wie Bioland oder Demeter haben höhere Standards als die gesetzlichen Bestimmungen für den Bio-Anbau und sie verbieten auch den Einsatz von Soja aus Übersee. Die deutschen Bio-Anbauverbände schreiben zumindest einen Mindestanteil für die eigene Futtererzeugung von 50 Prozent für alle Nutztierarten und von 60 Prozent für Wiederkäuer vor.

Der brasilianische Präsident Bolsonaro hat bisher keinen Hehl daraus gemacht, dass der Amazonas für ihn ein landwirtschaftliches Entwicklungsgebiet ist, das erschlossen werden sollte. Seit seinem Amtsantritt hat er den Schutz der Wälder und der indigenen Gebiete massiv geschwächt. Das umstrittene EU-Mercosur-Abkommen wäre ein Geschenk an Bolsonaro, das ihn in seiner jetzigen Politik bestärken würde. Im Gegenzug für den freien Marktzugang für unter anderem deutsche Autos und Chemieprodukte wie Pestizide könnte noch mehr Fleisch, Zuckerrohr und auch Soja auf den EU-Markt gelangen. Das EU-Mercosur-Abkommen heizt damit die Zerstörung der Wälder in Südamerika weiter an.

Der einzige Weg, Bolsonaro in die Schranken zu weisen, ist ein klares Nein zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten in der aktuellen Fassung. Wir brauchen eine EU-Handelspolitik, die überprüfbare Mindeststandards für den Umwelt- und Klimaschutz sowie die Menschenrechte festschreibt und deren Einhaltung sicherstellt. Das Abkommen in seiner jetzigen Form stellt dies nicht sicher. Deswegen muss Deutschland während der EU-Ratspräsidentschaft die Gelegenheit ergreifen und das Abkommen ablehnen. Hier geht’s zur Petition. 

Die Lieferkette eines Produktes bezieht alle Schritte der Herstellung eines Produktes mit ein. Bei der Soja-Lieferkette sind das zum Beispiel die Bäuerinnen und Bauern vor Ort und die gewählten Anbaubedingungen, die Unternehmen, die die Bohnen zu Sojaöl und -schrot verarbeiten, der Transport und auch die Nutzung des Öls bzw. Schrots im Endprodukt.

Die Entscheidung zur Ausgestaltung des Lieferkettengesetzes wird entscheidend prägen, wie wir in naher Zukunft konsumieren und produzieren. Werden wir die Situation in den Anbauregionen weiterhin ignorieren und so tun, als hätten wir damit nichts zu tun? Werden wir dadurch die Klimakrise weiter befeuern und Mensch und Natur ausbeuten? Oder wagen wir den Schritt hin zu transparenten Lieferketten, in denen Unternehmen dafür verantwortlich sind, negative ökologische oder soziale Auswirkungen wie Waldzerstörung und Kinderarbeit in ihren Lieferketten zu vermeiden? Wir setzen uns stark dafür ein, diesen Schritt zu gehen.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist es derzeit zu schwer, zu erkennen, welche Schäden gewisse Produkte in anderen Teilen der Welt verursachen und ihre Konsumentscheidungen danach auszurichten. Hier brauchen wir mehr Transparenz für die Konsument*innen.

Nachhaltiger Konsum allein wird Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen jedoch nicht stoppen können. Es ist Aufgabe der Politik, verbindliche Regelungen im Rahmen eines Lieferkettengesetzes festzulegen, die für Transparenz sorgen, Sorgfaltspflichten vorschreiben und sicherstellen, dass diese umgesetzt werden – etwa durch eine Haftungsregelung. Die Verlagerung von Umweltzerstörung ins Ausland darf sich nicht länger lohnen und muss sanktioniert werden.

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