Wir sagen Nein zu Getränkekartons!

Verpackung mit falschem Image: Getränkekartons sind nicht umweltfreundlich

Getränkekartons gelten bei vielen noch als besonders ökologische Verpackung. Doch diesen Ruf haben sie nicht verdient. Wir decken die größten Irrtümer über Getränkekartons auf.

Getränkekartons – oder sollte man besser Getränke-Plastikkartons sagen? – sind eine Verbundverpackung aus mehreren Schichten Kunststoff, Aluminium und Papier. Der Plastikanteil der Verpackung steigt, denn vor einigen Jahren sind Kunststoffverschlüsse und Ausgusshilfen dazu gekommen. Heute wird oft das komplette Oberteil aus Kunststoff gefertigt. Der Marktführer Tetra Pak bringt jedes Jahr 721.000 Tonnen Plastik in Verkehr. Damit gehört das Unternehmen neben Coca-Cola und Nestlé im Lebensmittelbereich zu den größten Plastiksündern weltweit.

Eine Wegwerfverpackung, die aus Neumaterial besteht, lediglich zu etwa einem Drittel recycelt und oft in der Umwelt entsorgt wird, ist nicht umweltfreundlich.© DUH

Besonders problematisch: Getränkekartons setzen nicht auf Recyclingmaterial, sondern werden immer wieder aus neuem Plastik, Papierfasern und Aluminium hergestellt. Auch der Papieranteil macht Getränkekartons nicht umweltfreundlich. Schließlich ist die Papierherstellung mit massiven CO2-Emissionen verbunden und alles im Papier gebundene CO2 wird am Ende wieder freigesetzt.

Anders als die Hersteller sagen, werden auch nicht 77 Prozent der Getränke-Plastikkartons recycelt, sondern lediglich etwa ein Drittel. Wir haben nachgerechnet und zieht man Restinhalte, Faserverluste und das verbrannte Aluminium und Plastik ab, kommt man auf gerade mal 36 Prozent. Mehr als ein Drittel der Getränkekartons landet gar nicht erst im Gelben Sack, sondern wird fälschlich in der Papiertonne, dem Restabfall oder der Umwelt entsorgt. 

Getränkekartons gehören nicht ins Altpapier: Normale Altpapiermühlen können das mehrschichtige Verbundmaterial nicht verarbeiten© DUH

Mit unserem Mythenpapier decken wir typische Irrtümer über Getränkekartons auf. Vor Gericht erstreiten wir, dass Verbraucherinnen und Verbraucher über die Chemikalienbelastung der Einwegverpackung informiert werden müssen. Gegenüber der Politik setzen wir uns dafür ein, dass die Mehrwegquote im Verpackungsgesetz durchgesetzt wird, denn Mehrwegflaschen aus der Region sind die umweltfreundlichste Wahl. Zumindest sollten Getränkekartons bepfandet werden, damit weniger von ihnen falsch entsorgt und sie besser recycelt werden. Hilf mit bei unserem Kampf für weniger Müll und werde Fördermitglied!

Kontakt

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Thomas Fischer
Leiter Kreislaufwirtschaft
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Stellvertretender Leiter Kreislaufwirtschaft
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