Neue Gasförderung im Ausland: Deutschlands Energiehunger ist grenzenlos

In Deutschland und Europa werden Gas und Öl knapp. Auf der ganzen Welt bringen sich Energiekonzerne in Stellung, um die Lücken zu schließen. Klima- und Umweltschutz bleiben bei diesen lukrativen Geschäften auf der Strecke, wirtschaftliche und soziale Folgen für die Herkunftsländer können verheerend sein.

Seit Beginn des Kriegs gegen die Ukraine ist Deutschland weltweit unterwegs, um Gas einzukaufen. Ob Katar, Kanada, Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate oder Senegal: Deutschland versucht als reiches Land Zugang zu neuen Gasressourcen zu bekommen und sticht dabei weniger begüterte Länder aus. Die Folge: Länder des globalen Südens sind mit Blackouts aufgrund knapper Erdgaslieferungen konfrontiert. Für uns ist klar: Das kann nicht das Konzept für die Energiesicherheit der Zukunft sein. Sowohl Klima- als auch Umweltschutz und soziale Verantwortung müssen zum Maßstab der Energiepolitik werden.

Gasförderung im Senegal und Mauretanien

BP fördert gemeinsam mit weiteren Investoren Gas und Öl vor der Küste Senegals und Mauretaniens und möchte Teil des Flüssigerdgas (LNG) auch nach Deutschland exportieren. Bundeskanzler Scholz hat dem Präsidenten des Senegal eine Zusammenarbeit angeboten und will bei Investitionen und dem Aufbau von Gaskraftwerksinfrastruktur unterstützen. Statt die vor Ort reichlich vorhandene Sonnen- und Windenergie zu nutzen, werden fossile Projekte vorangetrieben.

Katastrophale Folgen

Die Gasförderung wird für Senegal und Mauretanien enorme negative Effekte haben, wie unzählige andere fossile Projekte in Afrika zeigen. Die Hauptprofiteure werden nicht die Menschen vor Ort sein. Im Gegenteil: Die lokale Fischereiwirtschaft befürchtet Verdrängung und den Verlust vieler Arbeitsplätze. Neue Arbeitsplätze entstehen dagegen kaum. Unser Faktenpapier zeigt: Ganze Ökosysteme wie das größte Kaltwasserkorallenriff der Welt könnten zerstört, Wasser und Land verschmutzt werden. Auch der wichtige Zugkorridor für Vögel auf dem Weg zu den Nationalparks Langue de Barbarie und Djoudj sowie das Reservat Guembuel, der Nationalpark Diawling und das Meeresschutzgebiet Saint Louis sind von Beeinträchtigungen bedroht.

Elhadji Malick Sow ist Aktivist und Landwirt aus dem Senegal. Im Interview mit uns berichtete er, wie er von Europas "Energiegier" direkt betroffen ist. Er fordert den Präsidenten Macky Sall auf, alle Projekte zur Ausbeutung von Gas und Öl sowie von Zirkon zu stoppen. Außerdem fordert er die Regierung auf, das Land an die Landwirte zurückzugeben.

Deutschland profitiert

Die Erschließung der Gasfelder ist nur durch ausländisches Geld möglich. Maschinen und Material kommen häufig ebenfalls aus Ländern des globalen Nordens und die dortigen Regierungen unterstützen die Geschäfte oft mit Exportkreditgarantien. Die katastrophalen Folgen für das Klima, die Gefährdung der handwerklichen Fischwirtschaft vor Ort und die Zerstörung des größten Kaltwasserkorallenriffs der Welt nimmt der deutschen Bundesregierung in Kauf, um seinen Energiehunger zu stillen.

Wir fordern ein Ende dieser schmutzigen Geschäfte. Die Bundesregierung darf die Gas- und Ölförderung im Senegal und in Mauretanien nicht unterstützen!

Keine Steuergelder für neue fossile Projekte in Senegal!


Im Senegal und in Mauretanien sollen mit deutschem Steuergeld neue Gas- und Ölförderungen unterstützt werden. Das wäre ein fataler Bruch des auf dem Klimagipfel 2021 beschlossenen „Glasgow Statements“, in dem bis Ende 2022 die Einstellung aller neuen Unterstützungen für Kohle, Öl und Gas im Ausland verlangt wird. Wir alle können aktiv werden – auch von Zuhause aus! Fordern Sie Olaf Scholz jetzt mit einer Protestmail dazu auf, sich auf das internationale Versprechen von Glasgow zu besinnen: Keine neuen Gasförderungen in Afrika!

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Im Senegal und in Mauretanien sollen mit deutschem Steuergeld neue Gas- und Ölförderungen unterstützt werden. Fordern Sie Olaf Scholz jetzt mit einer Protestmail dazu auf, sich auf das internationale Versprechen von Glasgow zu besinnen: Keine neuen Gasförderungen in Afrika!


Kontakt

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Constantin Zerger
Leiter Energie und Klimaschutz
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Diego Pedraza Lahoz
Referent Energie & Klimaschutz
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