Schreiben Sie eine Protestmail an den Fischereiminister Cem Özdemir und fordern Sie mit uns das Ende der zerstörerischen Fischerei!

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Sehr geehrter Herr Bundesminister,

hiermit möchte ich Sie auffordern, sich in Ihrer neuen Position als Fischereiminister für den Schutz unserer Meere und für eine gerechte und umweltschonende Fischerei einzusetzen. Bitte machen Sie sich für ein Ende der Überfischung, der illegalen Fischrückwürfe und ein Verbot der zerstörerischen Grundschleppnetzfischerei stark.

Der Zustand unserer Meere verschlechtert sich zunehmend. Die Klimakrise, der Verlust der Biodiversität, die wachsende Ausbeutung unserer Meere und die Zerstörung der Meereslebensräume, stellen uns vor nie dagewesene Herausforderungen. Deshalb fordere ich Sie auf, die Versprechen aus dem vielversprechenden Koalitionsvertrag und den 10-Punkte-Plan für einen Grünen Meeresschutz so schnell wie möglich umzusetzen. Meeresschutz darf nicht nur auf dem Papier bestehen!

Es liegt jetzt in Ihrer Hand nachzuholen, was Ihre Vorgänger verpasst haben: Setzen Sie sich aktiv und mit viel Ambition für gesunde Meere und für ein Verbot umweltschädigender Fangmethoden ein. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren, denn nur mit gesunden Meeren lassen sich der Klimawandel und der Verlust der Artenvielfalt in den Griff bekommen.

"An dieser Stelle steht dann Ihr persönlicher Kommentar, den Sie beim Unterschreiben eingeben können."

Mit freundlichen Grüßen

© Finke / DUH
© Thomas Leiss/Fotolia
© Paeper / DUH
© Mitja von Eisenhart-Rothe
© DUH
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God of the sea, Poseidon, meets EU fisheries officials - Director General of DG Mare, Mr Aguiar Machado, Austrian Ambassador Thomas Oberreiter and German government fisheries representative Walter Duebner in Brussels, at the opening of the December Council Agrifish meeting. Dave Walsh/Our Fish© Dave Walsh / Our Fish

Unsere Meere bergen ein enormes Klimaschutzpotential: Sie dämmen durch CO2-Absorbierung die Folgen des menschengemachten Klimawandels ein. Aber laut Weltklimarat wird diese Aufnahmefähigkeit zukünftig deutlich zurückgehen. Denn die Meeresökosysteme stehen unter Stress: Verschmutzung, Versauerung und Überfischung machen ihnen zu schaffen. Mehr als 40 Prozent der Fischbestände in Europa sind überfischt. Zusätzlich werden illegal immer noch unzählige Fische einfach tot oder sterbend über Bord geworfen. Damit unsere Meere widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen des Klimawandels werden können, muss die Überfischung jetzt beendet werden. Das ist die schnellste Möglichkeit unsere Meere zu stärken. Deutschland und die anderen EU-Mitgliedstaaten müssen dafür sorgen, dass die Ziele der Gemeinsamen Fischereipolitik endlich umsetzen werden. Das heißt, sie müssen die Überfischung jetzt beenden!

Eine Fanggrenze gibt die Menge an Fisch vor, die jährlich gefangen werden darf. Die EU-Fischereiminister treffen sich jedes Jahr, um diese Fanggrenzen offiziell festzulegen. Laut Gesetz müssen sie sich dabei auf wissenschaftliche Empfehlungen stützen, damit den Meeren nicht zu viel Fisch entnommen und das natürliche Gleichgewicht nicht gestört wird. Aber die Minister sind meist getrieben von kurzfristigen Interessen der Fischereiindustrie. Jahr für Jahr werden deshalb wissenschaftliche Empfehlungen ignoriert und zu viele Fanggrenzen immer noch gefährlich hoch angesetzt. Immer noch sind ungefähr 40% der europäischen Fischbestände überfischt!

Doch damit nicht genug. Zusätzlich werden illegal immer noch zu kleine und ungewollte Fische tot oder sterbend über Bord geworfen. Allein 2017 fielen 10 Millionen Dorsche in der Ostsee den verschwenderischen Rückwürfen zum Opfer und wurden nicht auf die Fangquoten angerechnet. Es ist erschreckend, aber wahr. Internationale Fischereiflotten fischen mit sogenannten Grundschleppnetzen, diese durchpflügen den empfindlichen Meeresboden und fangen dabei wahllos alles, was ihnen entgegenschwimmt. Dabei landen auch ungewollt tonnenweise kleine Fische und andere Meerestiere im Netz, die hinterher nicht verkauft werden können. Damit sie nicht auf die Fangquoten angerechnet werden, wirft man sie einfach zurück ins Meer. Diese Rückwürfe sind illegal! Sie gefährden unsere Fischbestände und damit auch die regionale Küstenfischerei. Schluss mit Rückwürfen, Grundschleppnetzen und Co!

Wir kämpfen für eine Fischerei, die europaweit auf verantwortungsvolle Fangpraktiken setzt. Eine solche Fischerei ist gut für alle – für die Fischbestände, für die regionalen Küstenfischer und letztendlich auch für uns Verbraucher. Fordern Sie deshalb mit uns konkret Folgendes:

  1. Die Kontrolle und vollständige Dokumentation der Fischerei und der Umsetzung des Rückwurfverbots auf EU-Ebene. Wer einen Fisch fängt, muss ihn an Land bringen und auf die Fangquoten anrechnen lassen. Das schafft Anreize für naturverträgliche Fangmethoden.
  2. Ein gerechtes und transparentes Fangquoten-System, das regionale Küstenfischer und umweltschonende Fischereibetriebe fördert.
  3. Konkrete Managementpläne zur Fischereibeschränkung in Nord- und Ostsee. Meeresschutzgebiete dürfen nicht länger nur auf dem Papier bestehen, sondern müssen echte Rückzugsräume für Dorsch, Scholle und Co bieten.

Clip: Kollateralschaden

Millionen Fische werden gefangen und bereits auf See zu Abfall.

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