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Tipps für einen Alltag ohne Müll

Abfallvermeidung: Wie geht es ohne Müll?

37,5 Millionen Tonnen Haushaltsabfall produzieren die Deutschen pro Jahr. In der Woche macht das rund 8,7 Kilo Müll pro Kopf. Viel zu viel. Dabei gibt es einfache Wege, Abfall zu reduzieren und damit die Umwelt und das Klima zu entlasten.

Trennen, Recyceln, Wiederverwerten – uns Deutschen schreibt man gern einen sehr gewissenhaften Umgang mit unseren alltäglichen Müllbergen zu. Mit Recht? Eher nicht, denn zumindest im Produzieren von Verpackungsmüll ist Deutschland im europäischen Vergleich auf dem unrühmlichen ersten Platz. Wir verursachen ganze 20 Prozent mehr Verpackungsmüll als der europäische Durchschnitt. Dabei gilt Abfallvermeidung noch vor dem Recycling als wichtigstes Ziel der Kreislaufwirtschaft. Wie können wir dem gerecht werden? Wie geht es ohne Müll?

Links flop, rechts top: Komprimierte Deodorants und Waschmittel, Zahnpasta ohne Umverpackung und loser Tee vermeiden schon beim Einkauf eine Menge Abfall.© Sascha Krautz/DUH

Jeder kann Abfälle vermeiden

Im Haushalt, im Büro, in der Schule oder unterwegs: Müllvermeidung ist in jeder Lebenssituation möglich. Wir haben es selbst in der Hand. So wird beispielsweise fast die Hälfte der in Deutschland angebotenen Getränke in besonders umweltfreundlichen Mehrwegflaschen verkauft. Sie können bis zu 50-mal wiederverwendet werden und sparen im Vergleich zu Einweg-Plastikflaschen unnötige Abfallmengen ein. Und wer Leitungswasser trinkt, verzichtet sogar vollständig auf Verpackungen.   

Völlig unverpackt kann nicht nur Leitungswasser, sondern auch Obst und Gemüse daherkommen. Denn die beste Verpackung ist die der Natur. Niemand benötigt doppelt und dreifach in Plastik, Papier und Karton eingepackte Früchte. Wer hier bewusst zu unverpacktem Obst und Gemüse greift, spart wertvolle Rohstoffe. Hinzukommt, dass bei Produkten ohne Verpackung die Menge frei wählbar ist. Das hilft beim Portionieren. Denn bei den jährlich anfallenden 53 kg Bioabfall pro Kopf (!) sind viele Lebensmittel dabei, die schlichtweg zu viel gekauft wurden und ungegessen in die Biotonne wandern.

Nutzen statt besitzen

Wir haben von allem zu viel und am Ende doch nicht das, was gerade gebraucht wird. Aus genau diesem Grund haben in den letzten Jahren Tausch- und Teilbörsen Hochkonjunktur. Hier kann – meist über Online-Plattformen – geliehen, getauscht und gemietet werden. Für alle, die es lieber analog mögen, bietet sich der Gang zum Nachbarn an. Dinge selbst zu reparieren tut nicht nur der Seele gut, sondern spart obendrein Neu-Geräte und damit unnötigen Elektro-Schrott.

„Wenn weltweit alle so verschwenderisch leben würden wie wir Deutschen, dann bräuchten wir rein rechnerisch drei Erden. Damit auch unsere Kinder eine intakte Umwelt vorfinden, müssen wir schonend mit unseren Ressourcen umgehen. Mit Mehrweg und Wiederverwendung kann jeder seinen Teil dazu beitragen.“
Thomas Fischer, Leiter des Bereichs Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe

Egal ob im Supermarkt, Zuhause oder am Arbeitsplatz: Wenn wir Abfälle vermeiden, schonen wir Rohstoffe, sparen Energie und Treibhausgase. Abfallberge gar nicht erst entstehen zu lassen, ist daher ganz im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes.

Lust auf mehr? Tipps und Tricks für einen Alltag ohne Müll gibt unser Video:

  1. Mehrweg statt Einweg. Gilt für Picknickgeschirr, Getränkeflaschen, Kaffeebecher, Tragetaschen, Joghurtbecher und vieles mehr.
  2. Verpackungen vermeiden. Im Supermarkt zu unverpacktem Obst und Gemüse greifen und damit Plastik einsparen. In manchen Städten gibt es bereits „Unverpackt“-Läden – heißt: Waschmittel und Co. zum Selbstabfüllen.
  3. Die Jute is ´ne Gute. Statt bei jedem Einkauf eine neue Tüte zu kaufen, besser die Mehrweg-Tasche einstecken und wiederverwenden…und wieder…und wieder…
  4. Coffee to go ohne Pappe. Wenn´s der Kaffee unterwegs ist, dann besser im Mehrweg-Becher. Oder: Einfach mal hinsetzen und genießen.
  5. Nachfüllpacks kaufen. Niemand braucht für Handseife immer einen neuen Plastik-Spender. Dann lieber mal einen schönen kaufen und nachfüllen.
  6. Nutzen statt Besitzen. Die Bohrmaschine wird nur einmal im Jahr gebraucht? Dann tut es vielleicht auch eine Leihgabe vom Nachbarn oder aus dem Baumarkt.
  7. Weg mit Reisegrößen. Auch wenn sie praktisch sind - für die Umwelt gilt: weniger Hülle, mehr Inhalt! Gute Wahl deshalb: komprimierte Deos.
  8. Kaffeekapseln wiederbefüllen. Einwegkapseln verursachen eine Menge Müll und sind unterm Strich deutlich teurer. Mit Edelstahlkapseln lässt sich der Kaffee selbst vorportionieren, ist günstiger und schmeckt genauso gut.
  9. Papier beidseitig bedrucken. Einfach in den Druckeinstellungen auf „beidseitig“ umstellen – funktioniert im Büro und Zuhause.
  10. Reparieren statt konsumieren. Nicht alles, was kaputt gegangen ist, muss neu gekauft werden. Für zwei linke Hände bieten sich sog. Repair-Cafés an.
  11. Zu Ökostrom wechseln. Nicht nur im Kleinen verursachen wir Abfall. Unser Atommüll wird noch über Generationen weiterstrahlen. Wind und Sonne sind die besten Alternativen.

Kontakt

Copyright: Heidi Scherm

Thomas Fischer
Leiter Kreislaufwirtschaft
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Copyright: Heidi Scherm

Philipp Sommer
Stellvertretender Leiter Kreislaufwirtschaft
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