Ressourcenverschwendung stoppen: Schluss mit ungewolltem Werbemüll

Über 28 Milliarden nicht adressierte Werbeprospekte landen jedes Jahr in den Briefkästen deutscher Haushalte, obwohl rund drei Viertel der Verbraucher*innen diese nur ungern erhalten. Entsprechend oft landen die Broschüren ungelesen im Müll oder lassen Abfalleimer in Hausfluren überquellen.

Die milliardenfache Herstellung gedruckter Werbung führt zu Unmengen unnötigen Abfalls, verschwendet Ressourcen und heizt massiv den Klimawandel an. Neben dem massenhaften Verbrauch von Wasser, Energie und Chemikalien werden obendrein über 1,1 Millionen Bäume gefällt und so Lebensräume zerstört sowie Artenvielfalt beeinträchtigt.


Gedruckte Werbematerialien werden zudem nicht dem Wandel der Informationsbereitstellung durch internetbasierte Kommunikationstechnologien wie Smartphones, Tablets oder Notebooks gerecht. Längst gibt es effizientere und umweltfreundlichere Möglichkeiten sich über Angebote des Handels im Internet zu informieren.

Die unnötige Verteilung gedruckter Werbung nach dem Gießkannenprinzip ist nicht länger hinnehmbar. Handel und Industrie müssen endlich Verantwortung übernehmen und die ungefragte Zustellung von Prospekten an Verbraucher*innen beenden. Sie sollten verstärkt auf digitale Alternativen zur Informationsbereitstellung setzen und dies aktiv fördern. 

Digitalisierung – Handel muss mit der Zeit gehen

Eine umweltfreundliche Lösung zur Informationsbereitstellung ist der verstärkte Einsatz von Onlineangeboten durch die Händler*innen. Die onlinebasierte Information in Echtzeit vermeidet unnötige Abfälle und verhindert eine immerwährende energie- und ressourcenintensive Neuproduktion von Printmaterialien. Zwar werden durch die Bereitstellung und Aufrechterhaltung der Infrastruktur für Onlinemedien und deren Anwendung durch Verbraucher*innen auch Ressourcen und Energie verbraucht. Das steht jedoch in keinem Verhältnis zu den Umweltauswirkungen, die durch die Herstellung, den Vertrieb und die Entsorgung größtenteils ungenutzter Werbeprospekte entstehen.

Eine repräsentative Studie der DUH bestätigt, dass ein Großteil der Verbraucher*innen gedruckte Werbeprospekte vor dem Hintergrund des Klimaschutzes für nicht mehr zeitgemäß hält. Gleichzeitig sehen Verbraucher*innen in Internetportalen eine praktikable Alternative. Der Handel muss endlich seine Umweltversprechungen ernst nehmen und bei Werbung viel stärker als bislang auf ressourcen- und klimaschonende Onlineinformation setzen.

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Justizministerin Lambrecht muss Opt-In-Verfahren festlegen

Der effizienteste Weg der Zustellung gedruckter Werbebroschüren ist ein sogenanntes Opt-In-verfahren. Dabei erhalten nur Verbraucher*innen Werbeprospekte, die diese auch wollen. Momentan müssen Verbraucher*innen, die keine unadressierte Werbung erhalten möchten, einen Aufkleber auf dem Briefkasten anbringen, dass sie diese nicht möchten. Das Opt-In-Verfahren würde die jetzige Praxis umdrehen.

Dafür muss Justizministerin Christine Lambrecht in Deutschland ein Opt-In-System einführen, wozu wir Frau Lambrecht gemeinsam mit Sebastian Sielmann von Letzte Werbung e.V. in unserer Petition Stoppt ungewollte Werbepost auffordern. Werbepost darf dann nur noch in die Briefkästen eingeworfen werden, die durch einen „Werbung – ja bitte“ – Aufkleber gekennzeichnet sind. Dass ein Opt-In-System funktioniert und große Mengen an Abfall und Ressourcen einspart, zeigt die niederländische Hauptstadt Amsterdam: Hier wurde das Prinzip „Werbung nur auf ausdrücklichen Wunsch“ 2018 erfolgreich eingeführt und findet große Zustimmung bei den Stadtbewohner*innen.

Werbung in Briefkästen muss Händler*innen mehr kosten

Um einen ökonomischen Anreiz zu setzen, dass Händler ihre Werbeprospekte gezielter und sparsamer verteilen, kann eine Abgabe zu einer entsprechenden Lenkungswirkung führen.  Eine Abgabe in Höhe von mindestens 20 Cent auf jede gedruckte Werbebroschüre, die als Postwurfsendung an Briefkästen verteilt wird, dürfte die Stückzahl der Werbematerialien deutlich senken.

Unsere Forderungen für ein Ende der Ressourcenverschwendung und Klimabelastung durch ungewollte Werbeprospekte:

  1. Die Einführung eines flächendeckenden Opt-In-Systems durch Justizministerin Christine Lambrecht. Nur Verbraucher*innen die tatsächlich gedruckte Werbeprospekte erhalten wollen, sollten diese auch zugestellt bekommen
  2. Die Einführung einer Umweltabgabe in Höhe von mindestens 20 Cent auf jede gedruckte Werbebroschüre, die als Postwurfsendung an Briefkästen verteilt wird und vom Handel als Auftraggeber der Werbebroschüren zu tragen ist
  3. Der Handel sollte verstärkt auf Onlineinformationen setzen, digitale Informationsmöglichkeiten anbieten und Anreize zu deren Nutzung setzen

Stoppt ungewollte Werbepost! Wir setzen uns gemeinsam mit Sebastian Sielmann von Letzte Werbung e.V. für ein Ende der Ressourcenverschwendung und Klimabelastung durch unerwünschte Werbeprospekte ein. Hierzu haben wir eine Petition gestartet und brauchen eure Unterstützung. Jede Stimme zählt: 

Bitte unterschreiben auch Sie unsere Petition
und helfen Sie uns, Druck auf die Justizministerin auszuüben.

Unterschreiben Sie jetzt unsere Petition: Stoppt ungewollte Werbepost!

Downloads & Dokumente

Hintergrund: Ungewollte Werbepost

Kontakt

Copyright: © Heidi Scherm

Thomas Fischer
Leiter Kreislaufwirtschaft
E-Mail: Mail schreiben

Copyright: © Finke / DUH

Christian Behrens
Projektmanager Kreislaufwirtschaft
E-Mail: Mail schreiben

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