Urbane Wildnis

Renaturierte Ruhr in Arnsberg. Foto: DUH

Städte sind menschengemacht und dienen hauptsächlich dazu, menschliche Bedürfnisse zu befriedigen. Städte sind somit scheinbar unvereinbar mit wilder Natur. Jedoch kann sich auch in Städten eine gewisse Wildnis entfalten, wenn natürliche Dynamik und Entwicklungsprozesse zugelassen werden. Urbane Grünstrukturen, die sich hierfür besonders eignen, sind Wälder, Flussufer und Auenbereiche, Feuchtgebiete und andere Relikte der ursprünglichen Naturlandschaft. Auch auf Stadtbrachen findet immer wieder – manchmal unbemerkt – natürliche Sukzession statt, bevor diese wieder neu bebaut oder anderweitig genutzt werden.
    

Schöneberger Südgelände (Berlin): Wege erschließen die Bahnbrache. Foto: Ingo Kowarik

Urbane Wildnis fördern

Städte können Naturräume im Innenbereich fördern indem sie auf ausgewiesenen Flächen eine natürliche Sukzession zulassen. So wird urbane Wildnis zum Bestandteil der Grünausstattung der Stadt. Dies ist besonders wichtig für den Schutz der Biodiversität auf lokaler Ebene. Die Herausforderungen liegen in der Finanzierung, der Erstellung von Pflegekonzepten sowie in der dauerhaften Flächensicherung.

  

Kunstobjekte geben Stadtmenschen neue Zugänge zu urbaner Wildnis. Foto: Ingo Kowarik

Wilde Natur für Stadtmenschen

Weltweit lebt heute die Mehrheit der Menschen in Städten, in Deutschland liegt der Anteil bei rund 75 Prozent. Damit diese Menschen wilde Natur in ihrer Umgebung erleben können, muss solche Natur in ihrer unmittelbaren Umgebung vorhanden sein. Neben der Bereitstellung geeigneter Flächen sind zielgruppenspezifische Kommunikationsstrategien und Umweltbildungsmaßnahmen notwendig.


   

+ + + Aktuelles Projekt: Wildnis in der Stadt + + +

In unserem aktuellen Projekt zu urbaner Wildnis geht es um konkrete Praxislösungen in vier Modellstädten. Ein DUH-Team ist beratend und unterstützend dabei, wenn Arnsberg, Berlin, Gelsenkirchen und Leipzig Strategien entwickeln, wie ganz unterschiedliche Wildnisflächen sowohl in der Naturausstattung ihrer Stadt als auch in den Köpfen der Menschen fest verankert werden können. Die Erfahrungen und Ergebnisse aus diesen Städten werden 2015 und 2016 bundesweit in die Kommunen getragen, um weitere Wildnisprojekte anzustoßen und erfolgreich voranzubringen. Mehr dazu hier.

Gefördert wird das Projekt mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.