Kohle: Ausstieg ist das Ziel!

Klimaziel einhalten

Keine Form der Stromerzeugung belastet unser Klima mehr als die Verbrennung von Kohle. Trotzdem wurden In den letzten Jahren in Deutschland mehr Kohlekraftwerke neu gebaut als stillgelegt.

Bei stetig wachsendem Anteil an Erneuerbaren Energien  (32,2 Prozent an der Bruttostromerzeugung in 2016) bleibt der Anteil von Braun- und Steinkohle mit 40,1 Prozent der deutschen Stromversorgung weiterhin zu hoch.  Kohlekraftwerke in Deutschland produzieren mehr Strom als wir für unseren Verbrauch benötigen. Zu Zeiten mit hohen Wind- und Sonnenstromanteilen exportieren wir deshalb schmutzigen Kohlestrom ins Ausland. Ein Drittel der deutschen Kohlekraftwerke ist älter als 40 Jahre und daher besonders klimaschädlich. Das Überangebot verdrängt klimafreundliche Alternativen im In- und Ausland wie z.B. flexible Gaskraftwerke. Dieses Ungleichgewicht ist dafür verantwortlich, dass Deutschland trotz des erfolgreichen Ausbaus der erneuerbaren Energien bei seiner Klimabilanz schlecht abschneidet.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert die Bundesregierung deshalb nachdrücklich dazu auf, zu den deutschen Klimaschutzzielen zu stehen und den Ausstoß von Treibhausgasen, gemessen am Jahr 1990, bis 2020 um 40 Prozent und bis zum Jahr 2050 um 95 Prozent zu reduzieren.  Der Umbau des Stromsektors spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Umweltfreundliche Alternativen müssen die Chance erhalten, sich am Strommarkt durchzusetzen. Dafür ist es notwendig, das Überangebot zu reduzieren und die ältesten deutschen Kohlekraftwerke schrittweise ganz vom Netz zu nehmen. Die Bundesregierung darf die Energiewirtschaft nicht aus ihrer Pflicht zur CO2-Reduktion entlassen.

© davis/ Fotolia

Keine neuen Kohlekraftwerke

Der Neubau von Kohlekraftwerken mit einer Laufzeit von 40 bis 50 Jahren führt dazu, dass über Jahrzehnte hinweg hohe CO2-Emissionen in die Atmosphäre gelangen. Dies widerspricht dem Ziel einer deutlichen Treibhausgasreduktion im Stromsektor. Pläne zum Neubau von Kohlekraftwerken haben in den vergangenen Jahren zu massiven Protesten geführt. Bürgerinitiativen, Umweltverbände aber auch Kommunen haben sich mit rechtlichen Mitteln gegen neue Großkraftwerke zur Wehr gesetzt. Die DUH hat im Rahmen der Anti-Kohlkampagne lokale Initiativen erfolgreich bei diesen rechtlichen Verfahren unterstützt und dazu beigetragen, den Bau zahlreicher Kohlekraftwerke zu verhindern.

Energiewende und Strukturwandel

Der Umbau des Energiesystems führt zu tiefgreifenden Veränderungen. Es entsteht nicht nur eine neue Energieinfrastruktur, auch die Wertschöpfung ganzer Regionen verändert sich. Insgesamt ist die Energiewende ein Jobmotor, der jährlich 18.000 zusätzliche Arbeitsplätze schafft. Dort wo Energieversorger in den letzten Jahren weiter auf fossile Energieträger gesetzt haben, werden jedoch auch Arbeitsplätze verloren gehen. Hier müssen neue Perspektiven geschaffen werden. Die DUH setzt sich dafür ein, diesen ökonomischen Wandel mithilfe intensiver Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zu gestalt en. Politik, Wirtschaft, Arbeitnehmer und Zivilgesellschaft sind gemeinsam in der Verantwortung, eine ökologisch, wirtschaftlich und sozial tragfähige Zukunft für die Kohleregionen zu entwerfen.

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