Sommer, Sonne, Ozon

Dienstag, 30.07.2019

Ausgerechnet am Tag des 25. Jubiläums des ersten Ozon-Alarms in Deutschland ist die Belastung erneut auf Rekordwerte angewachsen. Hauptquellen des Problems: Dieselfahrzeuge und Lösemittel.

© grafxart / Fotolia

Vor 25 Jahren, am 26. Juli 1994, hat mit Hessen erstmals ein Bundesland den Ozon-Alarm ausgerufen. Fahrverbote kamen – das war mit der Ozonverordnung von 1995 möglich, um schnell die Belastung der Atemluft zu senken. Diese Verordnung wurde auf Druck der Automobilindustrie im Jahr 1999 jedoch außer Kraft gesetzt. Jede folgende Bundesregierung hat es seitdem versäumt, eine effektive Nachfolgeregelung einzuführen.

Und dass, obwohl nach Angaben des Umweltbundesamtes seit 1990 die durchschnittliche Ozon-Konzentration in der innerstädtischen Atemluft vielerorts weiter ansteigt. Auch aktuell leidet die Republik, besonders der Süden und der Westen, wieder unter extremen Ozon-Belastungen. Die Ozonwerte sind so hoch, dass nach der Ozonverordnung in unseren Städten Fahrverbote und Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Autobahnen ausgelöst worden wären.

Belastung für Mensch und Umwelt

Besonders an sonnigen und heißen Tagen tritt in den Nachmittags- und Abendstunden eine hohe Ozonbelastung auf. Dabei wandeln sich die innerstädtisch in hoher Konzentration vorhandenen Stickoxide, die dort vor allem aus den Dieselabgasen stammen, in Ozon um. Eine weitere Quelle: Kohlenwasserstoffe aus der Industrie und alltäglichen Produkten wie Farbsprays und Klebstoffe.

Erhöhte Ozonkonzentrationen können Reizungen der Atemwege, Husten, Kopfschmerzen und Atembeschwerden bis hin zu Einschränkungen der Lungenfunktion und Lungenkrankheiten hervorrufen. Sie führen aber auch zu Schädigungen von Pflanzen, insbesondere einjährigen Nutzpflanzen, und somit zu immer höheren Ertragseinbußen.

Wir fordern: Absenkung der Stickoxide aus Dieselabgasen!

„In den kommenden Jahren werden wir noch häufiger hohe sommerliche Temperaturen erleben. Der jahrzehntelange Abgasbetrug der Dieselkonzerne ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass wir in den Städten nach 25 Jahren immer noch zu hohe Ozonwerte im Sommer verzeichnen. Verkehr und Industrie sind die Hauptquellen der Stoffe, die zur Bildung von Ozon führen. In beiden Sektoren versagt die Bundesregierung, was die Durchsetzung von Abgasstandards angeht, um die Ursachen der Belastung anzugehen“, kritisiert Jürgen Resch, DUH-Bundesgeschäftsführer.

Wir brauchen dringend ein Gesamtkonzept zur Minderung der entsprechenden Vorläufersubstanzen für Ozon. Dazu gehört, dass wir konsequent alle schmutzigen Dieselfahrzeuge entweder mit Fahrverboten belegen oder durch Hardware-Nachrüstungen wieder sauber machen, aber auch die Minderung der Kohlenwasserstoff-Emissionen zum Beispiel aus Lösemitteln“, so Resch weiter.

Andere Länder machen es vor: Erst im Juni dieses Jahres hatte die französische Regierung ein Fahrverbot für etwa 60 Prozent aller Fahrzeuge im Großraum Paris aufgrund hoher Ozonbelastung bei heißen Außentemperaturen verhängt.

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