Atomkraft?! Immer noch: Nein Danke!

Am 26. April 2022 jährte sich der Reaktorunfall des Atomkraftwerks Tschernobyl zum 36. Mal. Trotz dieser verheerenden Katastrophe, dem nuklearen Unglück in Fukushima sowie dem Beschuss von Atomkraftwerken während des Krieges in der Ukraine, schlägt Bundeswirtschaftsminister eine "Einsatzreserve" von zwei in die Jahre gekommenen Atomkraftwerken vor. Die Deutsche Umwelthilfe positioniert sich klar dagegen.

Atomenergie soll laut ihrer Befürworter:innen als Brückentechnologie auf dem Weg zur Energiewende eine wichtige Rolle einnehmen, sowie aufgrund neuer Generationen von Atomkraftwerken auch sicherer geworden sein. Der Hoffnung von Atomstrom als Brücke in eine klimafreundliche Zukunft und einem spätestens im Jahre 2045 klimaneutralen Deutschland steht die lange Vorlaufzeit von ungefähr 15 bis 20 Jahren, welche Planung und Bau eines Kraftwerkes benötigen, entgegen. Auch die erneute Inbetriebnahme bereits abgeschalteter Kraftwerke wäre wenig sinnvoll, da Bau, die Modernisierung und Tests für den gesicherten Wiedereinstieg ein umfangreicher Vorlauf erfordern. Darüber hinaus ist ein langwieriges Genehmigungsverfahren vonnöten, welches mit enormem Aufwand einhergeht. Der Gesamtaufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen und wäre darüber hinaus mit Risiken verbunden, da eine längere Atomkraftwerkslaufzeit auch mit höherem Restrisiko für Unfälle einhergeht und noch mehr Atommüll produziert. Außerdem ist Atomkraft entgegen landläufiger Meinung nicht frei von CO2-Emissionen, denn auf den gesamten Lebenszyklus eines Kraftwerks entfallen mindestens das Dreifache an Emissionen wie bei Photovoltaikanlagen mit Silizium-Technologie. Darüber hinaus wird für die Produktion von Energie in Atomkraftwerken Uran benötigt, ein endlicher Rohstoff, der Schätzungen zufolge bei heutiger Nutzung noch ungefähr 20 Jahre reichen wird und beim Abbau eine Gefahr für den Menschen und die Umwelt darstellt sowie Unmengen an radioaktivem Abfall produziert.

Doch nicht nur die Hoffnung, Atomstrom wäre eine Unterstützung in der Energiewende erweist sich als falsch. Auch die Annahme, dass die Produktion von Atomstrom durch neue Kraftwerke sicherer und günstiger werden würde, ist schlicht falsch. Sicherheitsbedenken, wie beispielsweise die Verunreinigung von Grundwasser durch Radioaktivität, Kernschmelzunfälle oder Kraftwerkskatastrophen durch Flugzeugabstürze sollen durch neue Atomkraftwerksgenerationen aus der Welt geräumt werden. Das Problem dabei ist, dass sich die meisten entweder noch im Konzeptstadium befinden, bereits in der Praxis gescheitert sind oder verkennen, dass Atomkraft eine unbeherrschbare Hochrisikotechnologie ist, die nicht gegen alle Eventualitäten geschützt werden kann. Auch das Endlagerproblem solle mithilfe neuer Atomkraftwerksgenerationen behoben werden, dafür gibt es verschiedene Ansätze in der Forschung. Sie verwenden jedoch entweder das komplex zu beherrschende Kühlmittel Natrium, oder verfolgen einen Ansatz, der die radioaktive Strahlung von Atommüll auf 300 Jahre verkürzt, was weiterhin ein sehr langer Zeitraum ist. 

Bei Atomenergie handelt es sich nicht um eine kostengünstige Energiequelle, denn zum einen steigen die Kosten von Atomkraftwerken pro Kilowatt Leistung seit den 1960ern kontinuierlich an und sie wurden jahrzehntelang massiv staatlich subventioniert. Erneuerbare Energien dagegen werden immer günstiger. Zum anderen sind Atomkraftwerke aufgrund der regelmäßig überschrittenen vorveranschlagten Kosten nicht wirtschaftlich. Ob sich das durch neue Atomkrafttechnologien ändert ist keinesfalls gesichert, da reduzierte Anlagekosten nur Lippenbekenntnisse der Hersteller sind.

Atomstrom“ bringt uns also weder weiter in der Energiewende, noch können die seit Jahrzehnten bekannten Problematiken und Risiken durch neue Generationen von Atomkraftwerken behoben werden. Darüber hinaus lösen sie weiterhin das Atommüll-Endlagerproblem nicht, sind viel teurer als Erneuerbare Energien und brauchen zu lange in der Bauzeit.

Detaillierte Ausführungen zu den genannten Gründen gegen die Atomkraft sind im entsprechenden DUH-Hintergrundpapier zu finden.

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Constantin Zerger
Leiter Energie und Klimaschutz
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