Wider den vorzeitigen Verschleiß

Achten Sie auf eine lange Lebensdauer von Haushalts- und Elektronikgeräten!

Kennen Sie Obsoleszenz? Der Begriff bezeichnet das Phänomen der schnellen Alterung eines Produktes: Obsoleszenz führt dazu, dass ein Gerät teilweise oder sogar überhaupt nicht mehr funktioniert. Häufig ist das heutzutage eine Strategie: Der Hersteller baut bewusst Schwachstellen in sein Elektro- oder Elektronikgerät ein oder erschwert eine Reparatur, damit der Verbraucher schneller wieder das nächste kauft.

Fast jeder Verbraucher kennt das Phänomen des kurzen Produktlebens und könnte eine Geschichte dazu beisteuern. Aber die meisten scheinen Obsoleszenz wie selbstverständlich hinzunehmen.

Die DUH gibt nützliche Tipps, damit Sie lange Freude an Ihren Anschaffungen haben.

© Holzmann / DUH

Informieren Sie sich vor dem Kauf!

  • Informieren Sie sich im Handel, auf Hersteller-Homepages und anhand von Testberichten darüber, ob z. B. der Akku austauschbar ist, wie lange der Hersteller die Lieferung von Ersatzteilen garantiert oder wie teuer eine Reparatur eines typischen Defekts wäre. Oft lohnt es sich, beim Kauf etwas mehr Geld auszugeben und dafür das Produkt länger zu nutzen.
  • Lesen Sie Erfahrungsberichte im Internet, z. B. auf www.murks-nein-danke.de oder in Online-Shops mit Kundenkommentaren. Werden für bestimmte Modelle besonders häufig vorzeitige Ausfälle beklagt? Behalten Sie dabei jedoch im Hinterkopf, dass vor allem unzufriedene Käufer den Aufwand eines Erfahrungsberichts auf sich nehmen, während nur wenige zufriedene Käufer dies tun.
  • Informieren Sie sich vor dem Kauf im Fachhandel oder beim Hersteller darüber, ob das Gerät für die geplante Verwendung geeignet ist. Eine günstige Bohrmaschine reicht beispielsweise aus, um ein paar Mal im Jahr wenige Löcher zu bohren, während sie bei intensiver Nutzung im Zuge einer Hausrenovierung schnell überlastet wird.
  • Achten Sie bei Geräten mit Elektromotor, insbesondere bei Mixern und Rührgeräten, auf den sogenannten „Kurzzeitbetrieb“. Viele Geräte dürfen nur wenige Minuten oder sogar nur Sekunden durchgehend betrieben werden und brauchen dann eine längere Pause. Ansonsten droht Überhitzung oder eine Überlastung von Komponenten. Die Information über den Kurzzeitbetrieb, abgekürzt „KB“, ist oft kaum sichtbar auf der Verpackung gedruckt oder erst in der Bedienungsanleitung oder auf dem Gerät selbst zu finden.
  • Achten Sie auf eine stabile Konstruktion von Gelenken, Scharnieren, Griffen, Schaltern und anderen Bauteilen, die einer regelmäßigen Belastung ausgesetzt sind. Vor allem im Niedrigpreissegment werden an Belastungsstellen häufig minderwertige Teile wie Scharniere oder Schraubenhalterungen aus Kunststoff verwendet.
  • Meiden Sie Produkte, die für eine Reparatur nicht problemlos geöffnet werden können. Häufig werden Gehäuseteile nicht mehr verschraubt, sondern verklebt oder mit leicht zerbrechlichen Kunststoffhalterungen befestigt. Oder es werden Schrauben verwendet, die sich nur mit Spezialwerkzeug öffnen lassen.

Geben Sie eigene Erfahrungen mit Produkten weiter!

Machen Sie Ihren Ärger über vorzeitiges technisches Versagen öffentlich. Melden Sie solche Defekte z. B. auf der Seite http://www.murks-nein-danke.de. Wenn sich Berichte über Qualitätsmängel bestimmter Modelle häufen, sind Hersteller eher bereit, ihre Produkte zu verbessern.

Treffen Sie Vorsorge!

Lohnt sich die zusätzliche Anschaffung eines bekanntlich reparaturanfälligen Ersatzteils gleich mit der Neuanschaffung? Dichtungen, Verschlüsse und anderes werden vom Hersteller mit Wechsel des Produktsortiments häufig nicht mehr angeboten. Ein Kauf auf Vorrat könnte sich später auszahlen. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten, bei welchen Ersatzteilen eine Bevorratung sinnvoll ist.

Nutzen Sie Repair-Cafés!

  • Informieren Sie sich im Internet über Reparaturmöglichkeiten!
  • In immer mehr deutschen Städten gibt es Repair-Cafés. Das sind Selbsthilfetreffen von Ehrenamtlichen, die mit Fachwissen und Werkzeugen bei der Reparatur defekter Gegenstände helfen. Eine Übersicht über Städte mit Repair-Cafés bietet die Seite http://repaircafe.org/de/deutschland/.
  • Im Internet finden Sie (Video-)Anleitungen zur Reparatur von häufig vorkommenden Defekten, z. B. auf den Plattformen https://de.ifixit.com/  und http://www.teamhack.de.
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