Alte Elektrogeräte zurückgeben!

Elektrogeräte enthalten wertvolle Rohstoffe wie Kupfer oder Gold, aber auch Schadstoffe, die zum Schutz von Mensch und Umwelt ordnungsgemäß entsorgt werden müssen. Elektroschrott gehört daher nicht in den Hausmüll, sondern zurück zum Händler oder zum nächsten Wertstoffhof. Eine Liste mit Sammelstellen finden Sie bei der Stiftung EAR oder mit der Smartphone-App „eSchrott“. Alte Mobiltelefone können Sie über die Aktion „Handys für die Umwelt“ und alte Laptops über das Projekt „ReUse Notebook“ kostenlos einschicken, damit die Geräte nach einer zertifizierten Datenlöschung erneut verwendet oder hochwertig recycelt werden. Für Altlampen bietet Lightcycle bundesweit Sammelstellen an. Bevor man ein Gerät entsorgt, sollte man allerdings überlegen, ob es sich noch reparieren lässt.

Seit dem 24. Juli 2016 können Verbraucher alte Elektrogeräte kostenlos bei Händlern zurückgeben, die Elektrogeräte auf einer Fläche von mindestens 400 m² verkaufen – bei Onlinehändlern gilt die Versand- und Lagerfläche. Wo die alten Geräte ursprünglich gekauft wurden, spielt für die Abgabe keine Rolle. Bei Kleingeräten unter 25 cm ist die Rückgabe von bis zu fünf Geräten pro Geräteart nicht an den Kauf eines Gerätes gebunden. Ein Verstoß gegen diese Rücknahmepflicht nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) kann ein Bußgeld von bis zu 100.000 € nach sich ziehen.

Aus Sicht der DUH ist diese Rücknahmepflicht zu eng gefasst und zu kompliziert. Sie wird daher nicht zu einer deutlichen Steigerung der niedrigen Sammelmengen führen. Dazu müsste - wie bei Batterien - eine einfache Regel gelten: Wer Elektrogeräte verkauft, muss sie auch zurücknehmen. Discounter bringen zum Beispiel in großer Menge Geräte mit zum Teil schlechter Qualität in Verkehr, müssen sich an der Rücknahme aber nicht beteiligen. Zwar sieht die EU-Richtlinie 2012/19/EU die Rücknahme von alten Geräten für jeden Händler vor, das ElektroG verpflichtet allerdings nur sehr große Elektrohändler zur Rücknahme und lässt Discounter außen vor.

Wir setzen uns dafür ein, dass Händler Elektroschrott verbraucherfreundlich und umweltgerecht zurücknehmen. Mit einem Musterinformationsblatt und Info-Flyern klären wir Verbraucher und Händler über ihre Rechte und Pflichten auf. Mit unseren Rückgabetests kontrollieren wir die Einhaltung der Rücknahmepflicht in der Praxis. Weigern sich Unternehmen Elektroschrott ordnungsgemäß zurückzunehmen, setzen wir Verbraucherrechte notfalls gerichtlich durch, wie zuletzt gegenüber Ikea. Anhand von Stellungnahmen, Pressemitteilungen, der Teilnahme an Expertengruppen oder Anhörungen vor dem Umweltausschuss des Deutschen Bundestages versuchen wir verbesserte gesetzliche Regelungen für den Umwelt- und Verbraucherschutz zu erreichen. 

Mit Street Art gegen Elektroschrott

Um auf die Probleme der zunehmend kürzer werdenden Nutzungsdauer von Elektrogeräten, der abnehmenden Reparaturfähigkeit und des immer größeren Bergs an Elektroschrott aufmerksam zu machen, hat die DUH am 15. März 2018 auf dem Alexanderplatz in Berlin mit einem 11x6 Meter großen 3D-Kunstwerk des argentinischen Straßenkünstlers Eduardo Relero ein Zeichen gegen die Wegwerfwirtschaft gesetzt:

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