Ideen, Erfahrungen und Erfolge aus dem Wettbewerb

Gärten aus dem Wettbewerb

Hier stellen wir Ihnen eine kleine Auswahl an Gartenprojekten und -initiativen vor, die sich bisher am Wettbewerb "Gärten der Integration 2017" beteiligt haben. Die Seite wird regelmäßig ergänzt. Klicken Sie immer mal wieder vorbei!

zusammen gärtnern in Freiburg im Breisgau ist der dritte "Garten der Integration 2017"

Rund 3390 geflüchtete Menschen trafen 2016 in Freiburg ein. Allein in den südwestlichen Stadtteilen (St. Georgen, Unterwiehre und Vauban) sowie im angrenzenden Merzhausen wurden neben der Freiburger Erstaufnahmestelle sieben Wohnheime eingerichtet. In Laufnähe dieser Unterkünfte entstand im Juli 2016 in idyllischer Lage am Dorfbach der inklusive und interkulturelle Gemeinschaftsgarten zusammen gärtnern. Gemeinsam bauen hier Menschen unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht und Beeinträchtigung einen Ort, an dem sie in respektvollem Miteinander gemeinsam arbeiten, voneinander lernen, zusammen genießen und Spaß haben.

Kühl und regnerisch war es Mitte März 2018, als der erste Aktionstag des Jahres stattfand. Vom Wetter ließ sich die Gartencommunity aber nicht die Laune verderben. Menschen jeden Alters und aus allen Ecken der Welt trafen sich im Garten und genossen sichtlich das Ende der Winterpause. Beete wurden für den Frühling vorbereitet, Wege ausgebessert, die Weide geschnitten und ein Obstbaum gepflanzt. Am Lagerfeuerplatz kochte ein Team eine bunte Gemüsesuppe, mit der sich mittags alle fleißigen Helfer stärken konnten. Und dort wurde auch die Auszeichnung als „Garten der Integration 2017“ überreicht.

Aktionstag März 2018© DUH
Aktionstag März 2018© DUH
Aktionstag März 2018© DUH
Aktionstag März 2018© DUH
Aktionstag März 2018© DUH

In monatlichen stattfindenden Aktionstagen mit meist rund 40 Teilnehmenden wurde ab Mitte 2016 das ca. 3.500 m² große Gelände mit Wegen, einer Feuerstelle, Gewächshaus und Beeten ausgestattet. Im November 2016 fand in Kooperation mit dem angrenzenden Kinderabenteuerhof, einem Anbieter für offene Kinder- und Jugendarbeit, ein berufsorientierendes Praktikum für geflüchtete Jugendliche und junge Erwachsene statt.

Im März 2017 ging dann das Gärtnern richtig los. Es wurden Beetpatenschaften an interkulturelle Tandems, Familien und junge Erwachsene mit Fluchterfahrung vergeben. Während bei liebevoller Pflege das Obst- und Gemüse heranwuchs, gingen auch die monatlichen Aktionstage weiter. Es entstanden eine barrierefreie Humus-Toilette und ein Lehmbackofen, es gab Bildungsprojekte zu Wildkräutern und Naturkosmetik. Besondere Highlights waren die vielen Feste und interkulturellen Liederabende am Lagerfeuer.

Um möglichst viele Menschen für den Garten zu erreichen, werden alle Angebote des Garten in sechs Sprachen kommuniziert: arabisch, deutsch, englisch, farsi, französisch und kurdisch. Die Gartenaktiven vernetzen sich bewusst mit anderen Initiativen und Organisationen in der Flüchtlingshilfe, der Inklusion und der offenen Kinder- Jugendarbeit. Getragen wird der Garten vom zusammen leben e.V., der sich zum Ziel gesetzt hat, Begegnungsräume zwischen Menschen mit Fluchterfahrung, MigrantInnen und FreiburgerInnen zu schaffen. Der Verein entwickelt Formate, die Berührungsängste senken und unbürokratisch direkten Kontakt zwischen diesen Gruppen möglich machen.

Weitere Gärten

© Winfried Hoffmann/Dillinger Stadtgarten

Die Zukunftswerkstatt Saar (ZWS) entwickelt in einer 200 qm großen Parzelle des Kleingartenvereins Dillingen Nord einen integrativen Gemeinschafts- und Bildungsgarten. Das Angebot zur Mitwirkung richtete sich zunächst vorrangig (aber nicht ausschließlich) an geflüchtete Frauen, um ihnen in ihrer speziellen Situation Freiräume zu bieten, Kontakte anzubahnen und gemeinschaftliches Gärtnern nach ihren Wünschen zu ermöglichen.

© DRK Cuxhaven/Hadeln

Auf einem Stück Land der Kirchengemeinde, zentral hinter dem Otterndorfer Bahnhof, entsteht der Garten der Hoffnung. Otterndorf ist eine kleine 7000-Einwohner-Gemeinde mit rund 100 Geflüchteten. Aber auch aus den umliegenden Dörfern kommen sowohl Einheimische als auch Geflüchtete in den Garten. Der interkulturelle Gemeinschafts-Gemüse-Garten fungiert nun als Begegnungs-, Kommunikations- und Produktionsort sowohl für Flüchtlinge und MigrantInnen, die hier heimisch werden wollen als auch für Menschen, die schon hier leben.

© Outlaw gGmbH Osnabrück

Das Projekt Querbeet fördert die Integration von Flüchtlingsfamilien in zwei Osnabrücker Kleingärtnervereine in zwei verschiedenen Stadtteilen. Ziel ist es, über das Gärtnern Möglichkeiten der Begegnung zu schaffen und den Flüchtlingsfamilien die Teilhabe an unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Die fünf Gärten werden von je einer Flüchtlingsfamilie bewirtschaftet. Aktuell, im zweiten Projektjahr, sind die Familien bereits fester Bestandteil des Vereinslebens der Kleingärtnervereine. Zwei Geflüchtete haben über das Gartenprojekt sogar den Sprung in den Arbeitsmarkt geschafft!

© Mareike Schrader 2017, Eime

Der Interkulturelle Garten liegt am Ortsrand und bildet die vorderste Parzelle in der örtlichen Kleingartenanlage. Inzwischen gibt es einen Zaun, ein Wasserfass und einen Sitzplatz. Der Rasenmäher und alle Werkzeuge sind gespendet, genau wie Tisch, Stühle und Grill. Es wurde eine "Wild"-Blumenwiese angelegt, es gibt Obstbäume und ein gemeinsam bewirtschaftetes Gemüsebeet. Der Vorstand des Kleingärtnervereins, zu dem die Parzelle gehört, steht dem Projekt sehr positiv gegenüber und hat die Pacht im vergangenen Jahr erlassen.

© Villa Jühling e.V., Halle/Saale

Die Bunten Beete sind der zweite "Garten der Integration" des Wettbewerbs! Im Stadtteil Heide-Nord gründeten Anwohnerinnen und Anwohner gemeinsam mit zwei Sozialpädagoginnen den Gemeinschaftsgarten Bunte Beete als Treffpunkt für Familien. Während des Entstehungsprozesses zogen vermehrt geflüchtete Menschen nach Heide Nord und beteiligten sich an dem öffentlichen Treiben auf der Grünfläche. Heute ist der Garten Ort der (inter-) kulturellen Begegnung im Stadtteil.

© Robin Dirks / Kulturgarten Lüneburg

Der Kulturgarten ist der erste "Garten der Integration" des Wettbewerbs! Der Garten befindet sich in einer Kleingartenkolonie in einem Wohngebiet am Stadtrand. Bewirtschaftet wird der Garten gemeinschaftlich. Es gibt ein großes Beet, das gemeinsam bepflanzt und geerntet wird. Zudem gibt es kleine Obstbäume und Beerensträucher, eine Kräuterspirale. Es wurden verschiedene Hochbeete gebaut, Hügelbeete angelegt, ein Gewächshaus aus alten Fenstern gebaut, eine Hütte mit großem Unterstand. Der Garten ist jederzeit für alle zugänglich.

© Buntes Meißen e.V.

Der Internationale Garten Meißen liegt am Stadtrand auf einem 3,5ha großen Areal, auf dem sich neben ausgedehnten Grünflächen u.a. ein Volleyballplatz, ein Bolzplatz und ein kleiner Spielplatz befinden. Zur Eröffnung im Jahr 2016 wurde eine Streuobstwiese mit 60 Bäumen verschiedener alter Obstsorten angelegt. Die Anbauflächen werden von Flüchtlingen und Einheimischen bewirtschaftet. Durch gemeinsame Feste und Aktivitäten entwickelt sich das Gelände zunehmend zu einer Begegnungsstätte von Meißnern und Geflüchteten.

© Interkulturelle Bielefeldt-Gärten, Lübeck

Der Stadtteil Buntekuh liegt außerhalb des Stadtzentrums und wird geprägt durch Wohnblocks aus den 70er Jahren. Zum interkulturellen Garten gehören zur Zeit fünf zusammenhängende Parzellen beim Kleingärtnerverein Buntekuh e.V., dem größten Gartengebiet Lübecks. Es gibt im Garten Sitzplätze, Spielgeräte für Kinder, ein Backhaus aus Lehm, mehrere kleine Holzgebäude und eine solarbetriebene Wasserpumpe. Der Garten wird biologisch bewirtschaftet. Man kann für eine Gartensaison ein eigenes Beet bekommen oder auf den Gemeinschaftsflächen gärtnern. Es gibt viele Kurse, Aktivitäten und Feste für Kinder und Erwachsene.

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