Ideen, Erfahrungen und Erfolge aus dem Wettbewerb

Gärten aus dem Wettbewerb

Hier stellen wir Ihnen die Sieger und eine kleine Auswahl an Gartenprojekten und -initiativen aus den Wettbewerben 2017 und 2018 vor. Die Seite wird regelmäßig ergänzt. Klicken Sie immer mal wieder vorbei!

Internationaler Garten Meißen – 1. Siegergarten 2018

Die gemeinsame Gartenarbeit, zusammen Feste feiern und viele sportliche Aktivitäten bringen Geflüchtete und Einheimische in Meißen zusammen und helfen, Vorurteile abzubauen. In kurzer Zeit hat der Internationale Garten sich so zu einer Begegnungsstätte zwischen Geflüchteten und Meißnern entwickelt.

Ein Zeichen setzen für Toleranz und Weltoffenheit in einer Region, in der Fremdenfeindlichkeit stärker wird – das wollten engagierte Bürger*innen und gründeten im Jahr 2016 den Internationalen Garten Meißen, in dem Menschen aus unterschiedlichen Kulturen auf einem 3,5 Hektar großen Gelände ganz unkompliziert zusammenkommen können. 

Neben einer Obstbaumwiese mit 60 Bäumen verschiedener alter Obstbaumsorten wird inzwischen ein Drittel der Fläche gärtnerisch genutzt und unter umweltschonenden Gesichtspunkten bearbeitet. Auf bislang 15 Gartenparzellen bauen vor allem Familien viele verschiedene Gemüsesorten an. Weitere Parzellen stehen für interessierte Gärtner zur Verfügung. Zusätzlich gibt es Gemeinschaftshochbeete, ein gemeinsames Kräuter- und ein Blumenbeet. In den Randbereichen gibt es viele naturbelassene Flächen, die inzwischen gerne von Schulklassen erkundet werden. Ein Grillplatz mit Feuerstelle hat sich zum geselligen Mittelpunkt entwickelt und wird vor allem an den Abenden und am Wochenende rege genutzt. Nicht nur in der Erde graben, Pflanzen ziehen und ernten ist im Internationalen Garten möglich, auch für viele sportliche Aktivitäten kann das Gelände genutzt werden. Einen kleinen Spielplatz für die Jüngsten gibt es genauso, wie einen Volleyballplatz, einen Bolzplatz und eine Minigolfanlage.

© Buntes Meißen e.V.
© Buntes Meißen e.V.
© Buntes Meißen e.V.
© Buntes Meißen e.V.

Vor allem Menschen aus Syrien und Afghanistan finden hier im Garten eine sinnstiftende Betätigung und können sich mit ihren handwerklichen Fähigkeiten und ihrem Wissen um den Anbau verschiedener Gemüsesorten einbringen. Die Gärtner aus aller Welt helfen sich gegenseitig und beim gemeinsamen Kochen werden nicht nur Rezepte ausgetauscht, sondern ganz nebenbei auch noch die deutsche Sprache erlernt. Das ist nicht immer einfach, auch weil viele in ihren Heimatländern keine Schule besuchen konnten und weder Lesen und noch Schreiben können. So fällt das Lernen einer neuen Sprache noch viel schwerer. Oft helfen die Kinder dann beim Übersetzen oder andere Geflüchtete, die schon länger hier leben, engagieren sich als sogenannte Sprachmittler.

Gemeinsam aktiv

Bei gemeinsamen sportlichen Aktivitäten braucht es oft nicht viele Worte und an anderen Stellen hält die Sprachbarriere unter Umständen auch Überraschungen bereit. So hat ein afghanischer Familienvater sich aus der Heimat Gemüsesamen schicken lassen. Bisher ist es jedoch auch mit den Sprachmittlern nicht gelungen herauszufinden, welches Gemüse das nun ist. Für die ehrenamtlichen Gärtner in Meißen ist das kein Problem. Der Samen wurde gesetzt und nun warten alle gespannt, welches Gemüse daraus wohl wächst.

Ein wichtiges gemeinsames Bauprojekt war die Regenbewässerung, da der Garten keinen Anschluss an die Wasserversorgung hat. Auch hier konnten sich Geflüchtete Handwerker bei der Planung und beim Bau einbringen. Das im Garten trotz der langanhaltenden Hitze immer noch vieles wächst und gedeiht, liegt auch an der tatkräftigen Unterstützung der nahegelegenen Baumschule Zieger, die bereits öfter Wasser in die sich schnell leerenden Wassertanks gepumpt hat. Ein monatliches „Gartencafé“ bringt die Gartengemeinschaft regelmäßig zusammen und dient nicht nur dem geselligen Beisammensein. Hier tauscht man sich aus, bespricht Probleme und es entstehen immer wieder neue Projektideen, wie beispielsweise die Sommerküche.

Auch Workshopideen, die vor allem den Geflüchteten helfen sollen, werden gemeinsam entwickelt. So sind zum Beispiel ein Fahrradfahrworkshop für Frauen, Workshops zum sparsamen Umgang mit Ressourcen, vor allem mit Wasser, oder auch Workshops zum Kennenlernen von giftigen Pflanzen und Pilzen entstanden. 

Grüne Zukunft


Sorge bereitete den Gärtner vor allem in der Anfangszeit Vandalismus und Anfeindungen in den sozialen Netzwerken vor allem aus der rechten Szene. Die inzwischen hohen Besucherzahlen bei den vielen großen Festen, die übers Jahr stattfinden, machen jedoch Mut, dass der Internationale Garten sich in Meißen etablieren kann und zunehmen in der Bevölkerung Akzeptanz findet. Getragen wird der Internationale Garten vom Verein Buntes Meißen – Bündnis Zivilcourage e.V.

Das Areal konnte zunächst für 5 Jahre kostenfrei von der Stadt Meißen gepachtet werden. Neben Spendengeldern und Sachspenden von ortsansässigen oder regionalen Unternehmen, finanziert sich der Garten über Fördertöpfe wie beispielsweise der „Aktion Mensch“ und verschiedenen Stiftungen. Zwei hauptamtliche Mitarbeiterinnen teilen sich eine Stelle und kümmern sich um alles, was im Garten so anfällt.

Weitere Gärten

© Integrationsgarten Oettingen

Auf der einen Seite beengte Wohnverhältnisse der Familien im Flüchtlingsheim und keine Aufenthaltsmöglichkeiten draußen, auf der anderen Seite der Oettinger Gartenbauverein, der Flächen suchte – so entstand der Integrationsgarten als gemeinsames Projekt. Inzwischen hat sich der Garten prächtig entwickelt und es gibt bisher nur Lob. Geflüchtete aus Asien und Afrika und ortsansässige Bulgaren, Deutsche, Griechen und Russlanddeutsche sind hier aktiv, tauschen sich aus, arbeiten und feiern zusammen. 

© Winfried Hoffmann/Dillinger Stadtgarten

Die Zukunftswerkstatt Saar (ZWS) entwickelt in einer 200 qm großen Parzelle des Kleingartenvereins Dillingen Nord einen integrativen Gemeinschafts- und Bildungsgarten. Das Angebot zur Mitwirkung richtete sich zunächst vorrangig (aber nicht ausschließlich) an geflüchtete Frauen, um ihnen in ihrer speziellen Situation Freiräume zu bieten, Kontakte anzubahnen und gemeinschaftliches Gärtnern nach ihren Wünschen zu ermöglichen.

© DRK Cuxhaven/Hadeln

Auf einem Stück Land der Kirchengemeinde, zentral hinter dem Otterndorfer Bahnhof, entsteht der Garten der Hoffnung. Otterndorf ist eine kleine 7000-Einwohner-Gemeinde mit rund 100 Geflüchteten. Aber auch aus den umliegenden Dörfern kommen sowohl Einheimische als auch Geflüchtete in den Garten. Der interkulturelle Gemeinschafts-Gemüse-Garten fungiert nun als Begegnungs-, Kommunikations- und Produktionsort sowohl für Flüchtlinge und MigrantInnen, die hier heimisch werden wollen als auch für Menschen, die schon hier leben.

© Outlaw gGmbH Osnabrück

Das Projekt Querbeet fördert die Integration von Flüchtlingsfamilien in zwei Osnabrücker Kleingärtnervereine in zwei verschiedenen Stadtteilen. Ziel ist es, über das Gärtnern Möglichkeiten der Begegnung zu schaffen und den Flüchtlingsfamilien die Teilhabe an unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Die fünf Gärten werden von je einer Flüchtlingsfamilie bewirtschaftet. Aktuell, im zweiten Projektjahr, sind die Familien bereits fester Bestandteil des Vereinslebens der Kleingärtnervereine. Zwei Geflüchtete haben über das Gartenprojekt sogar den Sprung in den Arbeitsmarkt geschafft!

© Mareike Schrader 2017, Eime

Der Interkulturelle Garten liegt am Ortsrand und bildet die vorderste Parzelle in der örtlichen Kleingartenanlage. Inzwischen gibt es einen Zaun, ein Wasserfass und einen Sitzplatz. Der Rasenmäher und alle Werkzeuge sind gespendet, genau wie Tisch, Stühle und Grill. Es wurde eine "Wild"-Blumenwiese angelegt, es gibt Obstbäume und ein gemeinsam bewirtschaftetes Gemüsebeet. Der Vorstand des Kleingärtnervereins, zu dem die Parzelle gehört, steht dem Projekt sehr positiv gegenüber und hat die Pacht im vergangenen Jahr erlassen.

© Villa Jühling e.V., Halle/Saale

Die Bunten Beete sind der zweite "Garten der Integration" des Wettbewerbs! Im Stadtteil Heide-Nord gründeten Anwohnerinnen und Anwohner gemeinsam mit zwei Sozialpädagoginnen den Gemeinschaftsgarten Bunte Beete als Treffpunkt für Familien. Während des Entstehungsprozesses zogen vermehrt geflüchtete Menschen nach Heide Nord und beteiligten sich an dem öffentlichen Treiben auf der Grünfläche. Heute ist der Garten Ort der (inter-) kulturellen Begegnung im Stadtteil.

© Robin Dirks / Kulturgarten Lüneburg

Der Kulturgarten ist der erste "Garten der Integration" des Wettbewerbs! Der Garten befindet sich in einer Kleingartenkolonie in einem Wohngebiet am Stadtrand. Bewirtschaftet wird der Garten gemeinschaftlich. Es gibt ein großes Beet, das gemeinsam bepflanzt und geerntet wird. Zudem gibt es kleine Obstbäume und Beerensträucher, eine Kräuterspirale. Es wurden verschiedene Hochbeete gebaut, Hügelbeete angelegt, ein Gewächshaus aus alten Fenstern gebaut, eine Hütte mit großem Unterstand. Der Garten ist jederzeit für alle zugänglich.

© Buntes Meißen e.V.

Der Internationale Garten Meißen liegt am Stadtrand auf einem 3,5ha großen Areal, auf dem sich neben ausgedehnten Grünflächen u.a. ein Volleyballplatz, ein Bolzplatz und ein kleiner Spielplatz befinden. Zur Eröffnung im Jahr 2016 wurde eine Streuobstwiese mit 60 Bäumen verschiedener alter Obstsorten angelegt. Die Anbauflächen werden von Flüchtlingen und Einheimischen bewirtschaftet. Durch gemeinsame Feste und Aktivitäten entwickelt sich das Gelände zunehmend zu einer Begegnungsstätte von Meißnern und Geflüchteten.

© Interkulturelle Bielefeldt-Gärten, Lübeck

Der Stadtteil Buntekuh liegt außerhalb des Stadtzentrums und wird geprägt durch Wohnblocks aus den 70er Jahren. Zum interkulturellen Garten gehören zur Zeit fünf zusammenhängende Parzellen beim Kleingärtnerverein Buntekuh e.V., dem größten Gartengebiet Lübecks. Es gibt im Garten Sitzplätze, Spielgeräte für Kinder, ein Backhaus aus Lehm, mehrere kleine Holzgebäude und eine solarbetriebene Wasserpumpe. Der Garten wird biologisch bewirtschaftet. Man kann für eine Gartensaison ein eigenes Beet bekommen oder auf den Gemeinschaftsflächen gärtnern. Es gibt viele Kurse, Aktivitäten und Feste für Kinder und Erwachsene.

© DUH

zusammen gärtnern ist der dritte "Garten der Integration 2017"! In Laufnähe mehrerer Unterkünfte im Süden von Freiburg entstand im Juli 2016 in idyllischer Lage am Dorfbach der inklusive und interkulturelle Gemeinschaftsgarten zusammen gärtnern. Gemeinsam bauen hier Menschen unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht und Beeinträchtigung einen Ort, an dem sie in respektvollem Miteinander gemeinsam arbeiten, voneinander lernen, zusammen genießen und Spaß haben.

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