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Pressemitteilung

Agrarwende anpacken, Klima schützen!

Montag, 20.01.2020

27.000 Menschen sind am Samstag in Berlin zur „Wir haben es satt!“-Demo auf die Straßen gegangen: Gemeinsam haben wir ein starkes Zeichen für eine naturverträgliche Landwirtschaft und echten Klimaschutz gesetzt.

© STEFAN WIELAND

„Sauberes Wasser! Saubere Luft! König Rukwied sei kein Schuft!“ – mit einer bildstarken Aktion haben wir am Wochenende am Brandenburger Tor für eine Agrar- und Ernährungswende demonstriert.

„Das Landwirtschaftsministerium und der Deutsche Bauernverband gefährden mit ihrem massiven Widerstand gegen eine ökologische Landnutzung die Zukunft der Bauern“, so Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe.

Während der "Wir haben es satt!"-Demo, die dieses Jahr bereits zum 10. Mal stattfand und an der sich rund 55 Organisationen aus Landwirtschaft und Gesellschaft beteiligten, inszenierte die DUH den Präsidenten des Deutschen Bauernverbands Joachim Rukwied als Güllekönig samt Hofstaat aus der Massentierhaltung.

„Wir schenken Euch in Hülle und Fülle Millionen Liter bester Gülle!“ An die Menge wurde ein delikater Gülle-Cocktail verteilt, denn: „Nur eines gibt Euch Lebenskraft! Die Gülle ist der beste Saft!“, wie Güllekönig Rukwied weiß.

© STEFAN WIELAND
© STEFAN WIELAND
© STEFAN WIELAND
© STEFAN WIELAND
© STEFAN WIELAND

Für die Unmengen an Gülle auf unseren Feldern und damit eine enorme Belastung der Umwelt sorgt die Massentierhaltung. Zahlreiche Grundwasserkörper sind mit gesetzeswidrigen Konzentrationen von Nitrat belastet. Die Menge an Tieren pro Fläche muss reduziert werden, um den Nitratgrenzwert einzuhalten. „Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner muss sich für ein neues Düngerecht einsetzen, mit dem der Grundwasserschutz garantiert werden kann“, so Müller-Kraenner.

Die fehlgeleitete Agrarpolitik heizt außerdem die Klimakrise an: Die Landwirtschaft in Deutschland trägt maßgeblich zur Emission klimaschädlicher Treibhausgase bei, Tendenz steigend. Vor allem Methan- und Lachgasemissionen sowie indirekt klimawirksame Ammoniakemissionen müssen deshalb gesenkt werden.

Durch Methan und Ammoniak in der Nutztierhaltung entstehen zudem bodennahes Ozon und Feinstaub – zu Lasten der Gesundheit von Menschen auf dem Land und in Städten. Laut Europäischer Umweltagentur sterben in Deutschland rund 60.000 Menschen frühzeitig an Feinstaub.

Mehr erfahren: Luftverschmutzung durch Landwirtschaft

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