Was kann die Politik tun?

Gesetzliche Rahmen für Methanminderung schaffen

Bislang gibt es in Deutschland und Europa keine verbindlichen Minderungsziele oder Grenzwerte für Methan. Die Methanemissionen werden nur indirekt unter dem Überbegriff Klimagase in Form von CO2-Äquivalenten inventarisiert und sind als solche über die internationalen Verpflichtungen zur Reduktion von Treibhausgasen adressiert.

Obwohl Deutschland also verpflichtet ist die Methanemissionen zu mindern, fehlt ein konkretes Minderungsziel für Methan. Dies führt dazu, dass ein landesweites koordiniertes und zielgerichtetes Vorgehen fehlt und damit viel Minderungspotential ungenutzt bleibt.

Die deutsche Landwirtschaft emittierte 2015 1.291 Kilotonnen Methan, was rund 57 Prozent der gesamten Emissionen Deutschlands ausmacht. Davon werden 20% beim Wirtschaftsdüngermanagement und 80% durch die Fermentation freigesetzt. Die direkte Emissionsreduktion kann also nur von den Landwirten selbst durchgeführt werden, aber die Politik und der Gesetzgeber müssen den Rahmen dafür schaffen!

Neben einer verbesserten Informationslage der Landwirte, die im besten Fall die Akzeptanz und Bereitschaft der Landwirte zur Durchführung von Methanminderungsmaßnahmen erhöht, sind Behörden und der Gesetzgeber in der Pflicht, über Steuerungsinstrumente, Gesetzgebung und die Vergabe öffentlicher Gelder den Weg zu bereiten, um Maßnahmen für eine Methanminderung auf den Weg zu bringen.

Alle politischen Ebenen werden angesprochen und müssen aktiv werden.

Politiker und Behörden auf nationaler Ebene implementieren politische Ziele der Bundesregierung und organisieren die Umsetzung europäischer Vorgaben. Diese Gruppe beinhaltet neben der Regierung und den Mitgliedern des Parlaments auch die Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft sowie die jeweils nachgeordneten Behörden Umweltbundesamt und Thünen-Institut.

Politiker und Behörden auf Landesebene und Kommunaler Ebene sind für die Umsetzung und Kontrolle der nationalen Gesetzgebung auf Landes- und lokaler Ebene zuständig. Zudem können vor allem Länderministerien zusätzliche Schwerpunkte bei der Gesetzgebung und Förderung setzten. Die Bundesländer nehmen über den Bundesrat direkt Einfluss auf die nationale Gesetzgebung.

Methan mindern – aber wie?

Das größte Potential bei der Reduktion von Methanemissionen liegt in der Rinderhaltung und im dazugehörenden Wirtschaftsdüngermanagement.

Die wichtigsten Maßnahmen sind technische Maßnahmen beim Wirtschaftsdüngermanagement, die Begrenzung der Bestände, eine artgerechte Haltung mit Weidewirtschaft, strenge Emissionsvorgaben für die industrielle Stallhaltung (inkl. technischen und organisatorischen Vorgaben) und eine Veränderung bei der Fütterung von Rindern.

Welche Maßnahmen aber kurzfristig für die Landwirtschaft in Deutschland geeignet sind, möglichst viele Methanemissionen einzusparen und hierzulande schnell und möglichst kosteneffizient umgesetzt werden können, hängt zum Großteil von den gesetzlichen Rahmenbedingungen und Fördergeldern ab. Sind gesetzliche Vorgaben und Förderinstrumente beschlossen, müssen sie zwingend kontrolliert werden um sicherzustellen, dass die Vorgaben auch eingehalten werden und so eine Reduktion auch tatsächlich stattfindet. Ist im Umkehrschluss eine Maßnahme nicht kontrollierbar, ist sie auch nicht sinnvoll.

Kontakt

Copyright: Holzäpfel/DUH

Annette Stolle
Stellvertretende Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung
E-Mail: Mail schreiben

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Jens Hürdler
Projektmanager Verkehr und Luftreinhaltung
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