Pflanzung von Solitär-Eichen an der Mittleren Elbe

Zur dauerhaften Verjüngung des Bestandes müssen jährlich ca. 80-100 Bäume nachgepflanzt werden © G. Thielcke© G. Thielcke

Sie gehören seit langer Zeit zu den landschaftsprägenden Elementen an der Elbe: die riesigen, einzeln stehenden Solitäreichen. Im UNESCO-Welterbegebiet Dessau-Wörlitzer Gartenreich gibt es einige besonders schöne Exemplare, aber auch an anderen Uferabschnitten der Mittleren Elbe sind die Riesen zu sehen. Die Wörlitzer Gartenverwaltung "bezieht sie bewusst in die Gestaltung mit ein, weil sie die Landschaft aufwerten".

Zahlreichen Käfern, Schmetterlingen und Vögeln dienen sie als Brutplätze und Nahrungsgrundlage. Seeadler halten häufig von den Bäumen aus Ausschau auf mögliche Beutetiere. Untersuchungen haben ergeben, dass mehr als die Hälfte dieser Bäume überaltert und geschädigt sind. Deshalb werden seit den 1990er Jahren Jahr für Jahr einzeln stehende Eichen an der Elbe nachgepflanzt.

Der Förder- und Landschaftspflegeverein Mittlere Elbe ist DUH-Partner vor Ort. Aktivitäten des Förder- und Landschaftspflegevereins (FÖLV) zur Erhaltung und Pflege der Solitäreichen:

  • Aktuelle Bestandserhebung der Alteichen auf den Wiesenbereichen der Elbe- und Muldeaue - Standortbestimmung, Vermessung, Vitalitätseinschätzung, Datenbank, Erstellung digitaler Karten.

Bewertungen der Alteichen ergaben, dass etwa 80% mittlere bis hohe Schäden aufweist. Dazu kommt, dass auch bereits die Eichen mittlerer Altersstufen seit einigen Jahren eine zunehmende Schädigungs- bzw. Absterberate aufweisen. Ca. ein Fünftel der Eichen ist schätzungsweise insgesamt abgängig.

  • Erhaltung der Alteichen als markante Solitärbäume - Freistellung der Bäume durch Beseitigung des Unterwuchses.

Neben der Sicherung der Alteichen sind zur kontinuierlichen Verjüngung des Bestandes ca. 80-100 Bäume pro Jahr nachzupflanzen, um den derzeitigen Bestand langfristig konstant zu halten und sichern zu können.

  • Erstellung einer Übersicht aktueller Nachpflanzungen - Vermessung, Eigentümererfassung, Pflege- und Erhaltungszustand, Datenbank, Erstellung digitaler Karten

In den vergangenen 20 Jahren erfolgten bereits ca. 350 Eichennachpflanzungen („Eichenquartiere“) durch verschiedenste Projektträger im Raum zwischen Dessau und Wörlitz. Die heutigen Pflanzungen werden unter Verwendung autochthonen Pflanzmaterials analog einer historischen Beschreibung des 19. Jahrhundert durchgeführt. In Kleingatter von ca. 5 x 5 m pflanzt man Eichengruppen von 9 bis 12 Bäumen mit dem Ziel, nach erfolgreichem An- und Aufwuchs die Bäume zu vereinzeln.

Absicherung der Pflege der Eichenpflanzungen.

Nach Anlage eines Eichenquartieres ist eine 10-15jährige Folgepflege erforderlich. Diese für ca. 350 Pflanzungen organisatorisch, personell und finanziell über diesen Zeitraum kontinuierlich abzusichern, ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Insbesondere nach Hochwasserereignissen ist der Pflegeaufwand mit Beseitigung des Schwemmgutes und Reparaturarbeiten  nicht zu unterschätzen.

-  Einholung der Eigentümer- bzw. Pächterzustimmung 
-  Kontrollgang zur Abschätzung des Pflegeaufwandes und des notwendigen Material-, Transport- und Werkzeugbedarfs
-  Gewinnung der freiwilligen Helfer
-  mindestens einmal jährlich Mahd des Unterwuchses einschließlich der Entnahme des Mahdgutes
-  Ersatz ausgefallener Gehölze
-  regelmäßiges Aufasten der Gehölze, um eine Entwicklung als Solitär zu fördern
-  Kontrolle und Reparatur des Wildverbissschutzes (insbesondere Schäden durch Hochwasser und Weidetiere).

Nachpflanzungen von Solitäreichen werden z.T. durch komplizierte Eigentumsverhältnisse erschwert © W. Plinz© W. Plinz
Teilen auf: