Sarah Wiener: Rettet die (Wild-)Bienen!

Schreiben Sie jetzt mit uns eine Protestmail an die/den neue(n) Bundes-Landwirtschaftsminister*in, die oder der das Amt im Herbst 2017 übernimmt. Fordern Sie mit uns: Unternehmen Sie etwas gegen das massive Bienensterben!

1990 gab es noch 1,1 Millionen Honigbienen-Völker in Deutschland. In nur 25 Jahren sind sie auf nur noch etwa 700.000 Völker geschrumpft. Von den rund 560 Wildbienenarten in Deutschland ist bereits über die Hälfte stark bedroht. Dabei ist jeder einzelne Mensch für seine Ernährung auf die Bienen angewiesen. Bis zu 80 Prozent der Nutzpflanzen werden von ihnen bestäubt: knackige Äpfel, schmackhafte Tomaten, vitaminreiche Beeren.

Es ist die traurige Wahrheit: Obwohl die intensive Landwirtschaft selbst auf die Bestäuberleistung von Honigbienen und ihren wilden Verwandten angewiesen ist, zerstört sie nach und nach deren Lebens- und Nahrungsgrundlagen. Wir brauchen eine andere Art von Landwirtschaft! Schluss mit Überdüngung, Pestiziden und der intensiven Flächennutzung!

Die Situation der Bestäuber, insbesondere der Wildbienen, ist alarmierend. Hierfür ist vor allem die intensive Landwirtschaft verantwortlich: Durch Überdüngung, den großflächigen Einsatz von Pestiziden, den Verlust von vielfältigen Strukturen wie Hecken, Feldrainen, Säumen oder artenreichen Wiesen finden Wildbienen immer weniger geeignete Nahrungspflanzen und Nistplätze. Wildbienen sind darauf angewiesen, dass geeignete Nahrungs- und Nistplätze nah beieinanderliegen und ein kontinuierliches Pollen- und Nektarangebot von Frühjahr bis Spätsommer besteht – das ist in intensiv genutzten Agrarlandschaften meist nicht mehr der Fall.

In vielen Regionen Deutschlands prägen großflächige Monokulturen wie Maisfelder und häufig gemähte Wiesen die Landschaft. Selbst Randflächen werden intensiv genutzt. Die verbleibenden Lebensräume der Bienen liegen oft klein und isoliert in der Agrarlandschaft. Außerdem werden immer mehr Dünger und Pestizide verwendet. Das alles führt dazu, dass das Angebot an Blütenpflanzen drastisch reduziert wird. Wiesen werden so häufig gemäht, dass sie kaum noch Blütenpflanzen aufweisen. Wiesen sind nicht mehr bunt, sondern nur noch grün. Nahrung finden die Bienen in den intensiv genutzten Agrarlandschaften nur zu bestimmten Zeiten – z. B. wenn der Raps auf den Feldern blüht. Außerdem leiden die Bienen am übermäßigen Einsatz von Insektiziden [Schädlingsbekämpfungsmitteln], vor allem an den gefährlichen Neonicotinoiden.

Die intensive Landwirtschaft lässt immer weniger Raum für Wildbienen und andere Bestäuber. Mittlerweile sind die Bedingungen für Bienen in Städten und in stadtnahen Gebieten besser als in der freien Landschaft. In urbanen Räumen finden sie ein abwechslungsreiches und kontinuierliches Nahrungsangebot und sind weniger Pestiziden ausgesetzt. Eine aktuelle Untersuchung des Institutes für Bienenkunde zeigt, dass die Honig-Bienen in Hamburg mehr als doppelt so viel Honig produzieren wie Vergleichsvölker, die in stark landwirtschaftlich genutzten Flächen aufgestellt wurden. Das ist absurd und kann keine Lösung für die Bienen sein!

Die Bienen brauchen wieder mehr Blütenpflanzen in der Landschaft! Blütenreiche Wiesen, Weiden und Säume sind durch Überdüngung und den Einsatz von Pestiziden verschwunden. Die Überdüngung stammt vor allem aus der intensiven Landwirtschaft und der industriellen Tierhaltung. Der für die Kulturpflanzen wichtige Stickstoff wird übermäßig ausgebracht. Aber weder die Pflanzen noch die Böden können ihn vollständig aufnehmen. Zusätzlich erreicht der Stickstoff die Pflanzen auch über die Luft: Als Ammoniak entweicht er bei der Gülleausbringung und aus den Tierställen in die Luft  und gelangt mit dem Regen in die Ökosysteme. Viele Lebensräume und Pflanzenarten reagieren sensibel und werden durch den Stickstoff stark beeinträchtigt. Während früher Wiesen, Weiden und selbst Äcker ein Meer an Blüten boten, setzen sich die intensiv gedüngten Grünländer heute fast nur noch aus Hochleistungsgräsern zusammen. Der Blütenreichtum nimmt ab. Und das hat drastische Folgen für die Wildbienen. Denn Bienen brauchen  in ihren verschiedenen Lebensphasen die Blüten als Nahrungsquelle, für die Paarung, als Nestbaumaterial und für die Versorgung ihrer Brut. 

Nur mithilfe eines wirksamen Düngerechts können die Stickstoffausträge aus der Landwirtschaft reduziert werden. Nach jahrelangem Ringen verabschiedete die Bundesregierung Anfang 2017 ein neues Düngerecht (Düngegesetz und Düngeverordnung) und für September steht als letzter Baustein die Verabschiedung der Stoffstrombilanz-Verordnung des Bundesrates noch bevor. Gesetz und Verordnungen sollen die Überdüngung eindämmen helfen. Doch das jetzige Düngepaket wird diesem Anspruch nicht gerecht. Die Europäische Kommission hat die Bundesregierung bereits verklagt, weil die EU Nitratrichtlinie zum Schutz vor Überdüngung aus der Landwirtschaft in Deutschland seit Jahren nicht umgesetzt wurde. Auch das neue Düngerecht erfüllt die europäischen Vorgaben nur unzureichend. Macht die Bundesregierung nicht endlich ernst mit der Reduzierung der Stickstoffbelastung, drohen Deutschland Strafzahlungen in Millionenhöhe, die letztendlich zu Lasten des deutschen Steuerzahlers gehen. Nur mit einem strengen Düngerecht können Vertragsverletzungsverfahren abgewendet und die Artenvielfalt in Agrarlandschaften geschützt werden.

Die Vielfalt der Bestäuber spielt eine große Rolle für die landwirtschaftlichen Erträge, denn weltweit sind rund 80 Prozent der Kulturpflanzenarten ganz oder teilweise auf Bestäubung angewiesen. Wild- und Honigbienen sind die wichtigsten Bestäuber der Kulturpflanzen. Wildbienen bestäuben die Blüten noch deutlich effizienter als Honigbienen.  Auch können einige Wildbienen bei kühlerem Wetter noch Bestäubungsleistungen erbringen, wenn Honigbienen nicht mehr fliegen. Je mehr Wildbienen, desto mehr Bestäubung und umso höher auch der Ertrag bei der Ernte. Das bedeutet also: Je weniger Bienen, desto weniger Lebensmittel können wir Menschen noch essen. In Deutschland beträgt der ökonomische Wert der Bestäubungsleistungen bei Kulturpflanzen nach Schätzungen der Landesanstalt für Bienenkunde pro Jahr etwa 2,5 Milliarden Euro. Weltweit wird der wirtschaftliche Wert der Bestäubung in der Landwirtschaft auf 153 Milliarden Euro geschätzt. Das entspricht fast 80 % des Lebensmittelumsatzes in Deutschland (195,5 Milliarden Euro in 2016).

Neben der Bestäubungsleistung haben Wildbienen eine große ökologische Bedeutung in der Nahrungskette. Ihr Verschwinden hat gravierende Folgen für insektenfressende Tierarten wie Vögel, Fledermäuse oder Kleinsäuger, denn weniger Nahrung bedeutet weniger Nachwuchs. 

Wir brauchen eine nachhaltige und bienenfreundliche Landwirtschaft. Davon profitieren nicht nur Bienen, sondern auch zahlreiche weitere Pollenbestäuber, Tier- und Pflanzenarten und letztendlich auch wir Menschen.

Unterstützen Sie uns dabei: Schreiben Sie jetzt gemeinsam mit Sarah Wiener und der Deutschen Umwelthilfe eine Protestmail an die/den neue(n) Bundes-Landwirtschaftsminister*in, die bzw. der das Amt nach der Wahl, also im Herbst 2017, übernimmt:

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  • Sie können den Erhalt der Informationen jederzeit unter www.duh.de/opt-out widerrufen

So sieht Ihre Protestmail dann aus:

Betreff: Sorgen Sie für eine bienenfreundliche Landwirtschaft!

Sehr geehrte Frau Bundes-Landwirtschaftsministerin / sehr geehrter Herr Bundes-Landwirtschaftsminister,

als neue/r Amtsinhaber/in dieser wichtigen Position wissen Sie es selbst: Ohne die Bestäuberleistung der Bienen ist auch die Landwirtschaft wirtschaftlich am Ende. Bis zu 80 Prozent der Nutzpflanzen werden von ihnen bestäubt: knackige Äpfel, schmackhafte Tomaten, vitaminreiche Beeren. Wir alle sind für unsere Ernährung auf die Bienen angewiesen. Aber die intensive Landwirtschaft zerstört nach und nach die Lebens- und Nahrungsgrundlagen der Bestäuber. Durch Überdüngung, Pestizide und die intensive Flächennutzung gibt es immer weniger Blütenpflanzen.

Die Folgen sind gravierend: Die Bienen finden keine Nistplätze mehr, verhungern und erkranken durch Pflanzengifte. 1990 gab es noch 1,1 Millionen Honigbienen-Völker in Deutschland. In nur 25 Jahren sind sie auf nur noch etwa 700.000 Völker geschrumpft. Von den rund 560 Wildbienenarten in Deutschland ist bereits über die Hälfte stark bedroht.

Dieses Drama kann so nicht weitergehen! Bitte nutzen Sie Ihre Chance als neue/r Bundes-Landwirtschaftsminister/in, die Probleme der Bienen in der Agrarlandschaft endlich anzugehen! Ich fordere wirksame Maßnahmen für eine nachhaltige und bienenfreundliche Landwirtschaft.

Die Bienen brauchen wieder mehr Blütenpflanzen in der Landschaft! Die Überversorgung mit Stickstoff aus der intensiven Landwirtschaft und der industriellen Tierhaltung muss wirksam reduziert werden. Für eine bienenfreundliche Landwirtschaft reichen die bisherigen Regelungen nicht aus. Wir brauchen ein strengeres Düngerecht, das die Artenvielfalt und den Menschen wirklich schützt. Und wir brauchen eine neue Ausrichtung der Agrarpolitik, die den Schutz der Bestäuber berücksichtigt. Denn sonst geht unser Blütenreichtum immer weiter zurück und Wildbienen und Co verenden elend. Die Vielfalt der Wildbienen steht auf dem Spiel, und damit auch das Überleben zahlreicher insektenfressender Arten, die Erträge aus der Landwirtschaft und letztendlich auch das Überleben von uns Menschen.

Das will ich nicht länger mit ansehen!

Herr/Frau Bundes-Landwirtschaftsminister/in, Sie haben es jetzt in der Hand: Unternehmen Sie etwas gegen das massive Bienensterben! Wir brauchen eine andere Art von Landwirtschaft! Schluss mit Überdüngung, Pestiziden und der intensiven Flächennutzung!

Hier ist Platz für einen optionalen persönlichen Kommentar.

Mit freundlichen Grüßen

Jetzt unterschreiben

"Erst verhungert die Biene und dann der Mensch. Gebt uns jetzt eure Stimme für den Schutz der Bienen und für eine lebenswerte Zukunft!"

SARAH WIENER, KÖCHIN UND IMKERIN

Was können wir noch essen, wenn es keine (Wild-)Bienen mehr gibt?

Hört man den Bienen an, dass sie bedroht sind? Soundkünstler Timo Kahlen meint: JA! Aber hören Sie selbst:

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