Naturkapitalmärkte

Innovative Anreize für biologische Vielfalt

Menschliche Eingriffe zerstören wertvolle Lebensräume ungezählter Tier- und Pflanzenarten. Derzeit gibt die Weltgemeinschaft jährlich 52 Milliarden US-Dollar für den Erhalt der globalen Biodiversität aus. Nötig wäre das Vierfache. Diese Lücke können sogenannte „Naturkapitalmärkte“ schließen. Gemeinsam mit dem Global Nature Fund (GNF) hat die DUH zwei dieser Märkte untersucht:

Gesetzlich vorgeschriebene Ausgleichsmaßnahmen

Bei den sogenannten Biodiversitäts-Offsets handelt es sich um gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen zum Ausgleich oder Ersatz von Eingriffen in Natur und Landschaft. Sie sind in Deutschland durch die Eingriffs-Ausgleichsregelung sowie das Naturschutzgesetz festgelegt. Auch in anderen Ländern gibt es ähnliche Vorgaben. So ist es beispielsweise im australischen Bundesstaat Queensland Pflicht, dass für jeden gefällten, im Lebensraum der Koalas typischerweise vorkommenden Baum, fünf neue entsprechende Bäume gepflanzt werden müssen.

Es reicht jedoch nicht aus, den verlorenen Lebensraum für Pflanzen und Tiere wiederherzustellen. Nur zusätzliche, über die gesetzlich vorgeschriebenen Kompensationen hinausgehende Investitionen und Maßnahmen führen tatsächlich zu einem Zugewinn für die Biodiversität. Daher sind dringend weitere Mittel notwendig, die nur durch freiwillige Ausgleichszahlungen zustande kommen können.

© Suleika Sunthen

Freiwillige Leistungen

Im Gegensatz dazu basiert die Honorierung von Ökosystemleistungen auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Die grundsätzliche Idee besteht darin, dass die Profiteure von Ökosystemleistungen sich vertraglich dazu verpflichten, für Maßnahmen zum Erhalt dieses Ökosystems aufzukommen. Beispielsweise kann ein Trinkwasserhersteller die Landwirte, die im Einzugsgebiet der Quellen arbeiten, dafür bezahlen, dass sie auf eine ökologische Bewirtschaftung umstellen.

Dieses Konzept ist noch ausbaufähig, denn bislang gibt es nur wenige Projekte, bei denen Nutznießer für die Bereitstellung von Leistungen aus der Natur zahlen. Eine der wenigen Ausnahmen ist die Honorierung der Versorgung mit sauberem Wasser. Diese Projekte wurden jedoch bislang vor allem von Behörden eingeführt. Dennoch signalisiert die Wirtschaft immer wieder Interesse, sich an Naturkapitalmärkten zu beteiligen. Hintergrund ist oft der Wunsch, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und Engagement für die Region zu zeigen aber auch, Risikomanagement zu betreiben und langfristig den Zugang zu nötigen Ressourcen zu sichern.

Mit ihrer Broschüre zeigen GNF und DUH, wie sich Biodiversitäts-Offsets und die Honorierung für Ökosystemleistungen in der Praxis ausgestalten lassen. Gleichzeitig weist die Untersuchung auf die Grenzen beider Ansätze hin und liefert Empfehlungen für Beteiligungsmöglichkeiten.

© Suleika Sunthen

Mehr Informationen finden Sie unter
http://www.naturalcapitalmarkets.org/

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Ulrich Stöcker
Leiter Naturschutz
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