Projekt des Monats Oktober 2008

Alles im Fluss: Deutsche Umwelthilfe zeichnet den renaturierten Hainbach in Offenbach als Projekt des Monats Oktober

Der Hainbach schlängelt sich wieder frei durch Offenbachs Süden  – Neuer Lebensraum für Tiere in der Auen- und Wasserpflanzenwelt – Erholungs- und Erlebnisraum für Jung und Alt – DUH-Initiative „Grün in der Stadt“ zeichnet die Stadt Offenbach als „Projekt des Monats“ im Oktober aus

Jahrzehnte lang war der Hainbach in Offenbach in ein geradliniges Betonbett gezwängt. Aus diesem Korsett hat die Stadt den Fluss im vergangenen Jahr befreit und Ufer und Fluss renaturiert. Die Initiative „Grün in der Stadt“ der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) zeichnet die Stadt Offenbach daher als „Projekt des Monats Oktober“ aus.

Offenbachs Bürgermeisterin Birgit Simon dankte für die Auszeichnung und betonte die Wichtigkeit des Erhaltes solcher natürlichen Ressourcen in dicht besiedelten Stadträumen, die lebensnotwendige Grünräume für den Menschen darstellen: „Mit dem renaturierten Hainbach fließt jetzt wieder eine Kostbarkeit durch unsere Stadt, die für unsere Bürgerinnen und Bürger ein gutes Stück mehr Lebensqualität bedeutet. Radler und Spaziergänger finden hier Erholung und Ruhe und Kinder sowie Jugendliche wertvolle Erlebnis- und Spielräume.“

Der insgesamt acht Kilometer lange Hainbach fließt im Stadtwald südlich von Offenbach noch naturnah als typischer Sandbach durch wertvolle Auenbereiche, während der nördlich im Siedlungsbereich verlaufende Abschnitt in ein Betonkorsett gezwängt war. Die Renaturierung zielt darauf ab, für das gesamte Hainbachtal ein naturraumtypisches Fließwasserökosystem herzustellen, das sich selbst entwickeln und regulieren kann. Um dies zu ermöglichen, wurden im 1,2 Kilometer langen begradigten Teil des Baches zunächst die Sohl- und Uferverbauungen entfernt sowie Verrohrungsstrecken geöffnet oder, wo dies nicht möglich war, der Verrohrungsquerschnitt vergrößert. Um der Natur bei der Rückeroberung des Baches auf die Sprünge zu helfen, erfolgte eine Ausweitung des Gewässerbettes, das Anlegen zusätzlicher Seitenläufe und Rückhaltebecken sowie verschiedener Beruhigungszonen, ergänzt durch das Abflachen der Uferböschungen. Schon im ersten Jahr nach dem naturnahen Umbau zeigen sich die ersten für Fließgewässer und Auen typischen Pflanzen und Tiere wie der Gift-Hahnenfuß und die Wasseramsel. Weitere typische Tiere und Pflanzen werden nach und nach folgen und aus dem südlichen Teil des Hainbaches einwandern. Und auch für die Bevölkerung ist der Bach nun wieder ein wertvoller Lebensraum: Spaziergänger, Radfahrer und Rastende genießen das Plätschern des Baches und das erholsame Grün, Kinder spielen im Sommer im und am Wasser.

Das städtische Amt für Umwelt, Energie und Mobilität hat die Renaturierung durchgeführt und frühzeitig die Öffentlichkeit eingebunden und die politischen Gremien beteiligt. So wurde die Umgestaltung des Baches durch große Unterstützung zum Beispiel des Kleingarten- und Kleintierzuchtvereins mitgetragen, dessen Gärten unmittelbar an den Bach heranreichen. Der neue Naherholungsraum erfreut sich großer Beliebtheit der Offenbacher Bevölkerung.

Aufgrund der zahlreichen Nachfragen zu den Baumaßnahmen und der Ökologie des Baches hat die Stadt Offenbach zunächst ein Bautagebuch im Internet geführt und dann den Informationsflyer „Zurück zur Natur – Der renaturierte Hainbach“ herausgegeben.

Unter Angabe der Quelle (Stadt Offenbach) können alle Fotos frei verwendet werden.

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