Dienstwagen im Check

Update: Alle Daten und Fakten zum aktuellen 12. Dienstwagen-Check unter deutschen Spitzenpolitikern finden Sie hier: 

>>> Umfrage deutsche Spitzenpolitiker 2018 <<<

Um zu verdeutlichen, wie klimaschädlich die Dienstwagen der Politiker tatsächlich sind, bewertet die DUH in diesem Jahr die realen CO2-Werte der Fahrzeuge und weicht damit von der Bewertung der letzten Jahre durch grüne, gelbe und rote Karten ab. Diese Webseite befindet sich daher aktuell in der Aktualisierung. Wir bitten um Verständnis.

Die DUH-Dienstwagen-Checks

Politiker in Bund und Ländern, Vorstandsvorsitzende und Kirchenoberhäupter sind Vorbilder wenn es um die Umwelt geht. Wer sich für Klimaschutz einsetzt, selbst aber einen schweren „Spritfresser“ fährt, ist jedoch nicht glaubwürdig. Gehen die Verantwortlichen dagegen mit gutem Beispiel voran, untermauern sie damit ihre Bemühungen um den Klimaschutz. Die Deutsche Umwelthilfe untersucht und bewertet seit 2007 die Dienstwagen von Personen mit Vorbildfunktion.

Bis zu vier Abfragen im Jahr

Als erstes werden die deutschen Spitzenpolitiker und die Bundesregierung nach den Umweltdaten ihrer aktuellen Dienstwagen befragt. Juristisch stützen wir uns dabei auf die Umweltinformationsgesetze des Bundes und der jeweiligen Länder. Es folgen die börsennotierten sowie ausgesuchte mittelständische Unternehmen und die öffentlichen Unternehmen sowie die Bundesämter. Die Recherche zu den Dienstwagen der deutschen Kirchenvertreter und ihrer Hilfsorganisationen schließt die Runde ab.

Bewertung der Dienstwagenabfragen

Wir stützen unsere Bewertung auf den durchschnittlichen CO2-Ausstoß in Gramm pro Kilometer (g/km) der Fahrzeuge bzw. Fahrzeugflotten, wobei seit 2018 die realen CO2-Werte der Fahrzeuge zur Bewertung herangezogen werden. Bei den börsennotierten/mittelständischen Unternehmen sowie bei den öffentlichen Unternehmen/Behörden bewerten wir zusätzlich deren Mobilitätsstrategie. Am Ende ergibt sich daraus eine Punktzahl, die, in Anlehnung an den aktuellen Flottengrenzwert, entweder für eine grüne, gelbe oder rote Karte steht. Im 12. Dienstwagen-Check der Spitzenpolitiker im Jahr 2018 haben wir erstmals auf die Vergabe von Karten verzichtet, denn unter Berücksichtigung der realen Verbrauchswerte hält kein einziger Dienstwagen der 236 Befragten den CO2-Grenzwert der EU von 130 g CO2/km ein.


Die Erkenntnisse aus dem Abgas-Skandal machen deutlich, dass alle Hersteller von Diesel-Pkw bei diesen Fahrzeugen illegale Abschalteinrichtungen verwenden. Dies führt dazu, dass die Abgasreinigung nur sehr eingeschränkt funktioniert und so deutlich mehr giftige Abgase in die Luft geraten, als vom Gesetzgeber erlaubt. Dies führt zu hohen Belastungen der Atemluft in vielen deutschen Städten. Dementsprechend werden Diesel-Dienstwagen rot gekennzeichnet und grundsätzlich abgewertet.

Kriterien für die Auswertung

  • Es gelten die aktuell genutzten Dienstwagen. Eventuell neu bestellte und während des Befragungszeitraumes eingesetzte Dienstwagen, werden noch in der Auswertung berücksichtigt.
  • Haben die Befragten mehrere Dienstwagen, wird das Fahrzeug mit dem höchsten CO2-Ausstoß gewertet.
  • Dienstwagen, deren Angaben aus Sicherheitsgründen nicht vollständig mitgeteilt werden dürfen, werden bewertet wie das entsprechende Basismodell.
  • Bei Plug-In-Hybriden und Elektrofahrzeugen werden die CO2-Emissionen der entsprechenden Antriebsaggregate ebenfalls bewertet. Das heißt: Der Stromverbrauch des Fahrzeugs wird anhand des aktuellen – vom UBA ermittelten – Emissionsfaktors (für 2014: 569 g/kWh) auf seine Klimaverträglichkeit hin überprüft. Er wird in die direkten CO2-Emissionen je kW-Stunde umgerechnet und aufgeführt. Grundlage für die Berechnung ist der jährliche Kohlendioxid-Ausstoß des deutschen Strommixes.
  • Die Mobilitätsstrategie wird nach umfangreichen und umweltorientierten Maßnahmen hin nach folgenden Kriterien untersucht: Geben die Befragten ambitionierte CO2-Obergrenzen vor? Werben sie im Unternehmen dafür, emissionsarme Fahrzeuge zu wählen? Beziehen sie in ihre Strategie alle Verkehrsträger mit ein?

Ab 2020 gilt ein neuer EU-Grenzwert für Neuwagenflotten von 95 g CO2 pro Kilometer. In den nächsten Jahren wird sich zeigen, wie es um die Vorbildfunktion bestellt ist. Die DUH wird weiterhin über diese Abfragen medialen Druck auf Politiker, Wirtschaftsunternehmen, Behördenleiter und Kirchenoberhäupter ausüben.

Kontakt

Copyright: DUH / Heidi Scherm

Dorothee Saar
Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung
E-Mail: Mail schreiben

Teilen auf: