Monster-SUV zerstören unsere Städte

Wir brauchen jetzt eine ehrliche Verkehrswende, damit alle Menschen Saubere Luft atmen können und unsere Städte wieder lebenswert werden. Monster-SUV bedrohen Fahrradfahrer und Fußgänger, vergiften mit ihren Abgasen die Atemluft und tragen mit ihren hohen CO2-Emissionen zur Klimakatastrophe bei. 

Zum Stopp der SUV-Flut fordern wir:

  • Eine hohe Zulassungssteuer von mehreren zehntausend Euro bei Erstregistrierung oder Ummeldung von emissionsintensiven Fahrzeugen wie SUV. Geringe Besteuerung für Fahrzeuge deutlich unter 95 g CO2/km, darüber stark progressiv ansteigende Steuerbeträge
  • Eine CO2-basierte Reform der Kfz-Steuer, mit Bonus-/Malusausgestaltung und hoher exponentiell steigender Besteuerung nach CO2-Ausstoß; dadurch Verteuerung von großen und durstigen SUV bzw. vergleichbaren Pickups und Limousinen. 
  • Abschaffung der Möglichkeit einer Dienstwagen-Zulassung von großen SUV-Stadtgeländewagen und Pick-Ups (Einschränkung auf Berufsgruppen wie Revierförster im Bayerischen Wald für Geländewagen oder Handwerker bei Pick-Ups).
  • Keine innerstädtischen Parkmöglichkeiten für übergroße Monster-SUV und Pick-Ups auf allen kommunalen Parkplätzen, Sonderparkplätze mit erhöhten Parkgebühren außerhalb der Innenstadt. 

Autokonzerne müssen Verantwortung übernehmen: 

  • Neben dem beschleunigten Ausstieg aus Pkw mit Verbrennungsmotor bis 1.1.2025 fordert die DUH den Stopp der Entwicklung und Verkauf besonders klimaschädlicher SUV.
  • Freiwillige Warnhinweise der Hersteller, um welchen Wert das Fahrzeug auf der Straße den EU-CO2-Flottengrenzwert von 95 g CO2/km übersteigt. 
  • Beendigung irreführender Werbungaussagen zu SUV, die suggerieren, dass die Fahrzeuge ökologisch, sauber und unverzichtbar für urbane Mobilität seien. 

Auch Verbraucher können etwas tun: Sie sollten, sofern sie ein eigenes Fahrzeug benötigen, grundsätzlich keinen Pkw mit Verbrennungsmotor, sondern einen beim Stromverbrauch sparsamen Elektro-Pkw kaufen.

Was ist das Problem?

Immer mehr Menschen ziehen in die Städte. Immer mehr Menschen brauchen Platz, um sich gesund und sicher in diesen Städten bewegen und begegnen zu können. Öffentlicher Raum steht aber nur begrenzt zur Verfügung – und ist aktuell äußerst ungerecht verteilt. In Berlin sind nur 3 Prozent der Verkehrsflächen für das Fahrrad vorgesehen, aber 58 Prozent für Pkw reserviert, davon 19 Prozent allein für parkende Autos. Und die Pkw in unseren Städten werden immer noch zahlreicher und größer. Längst sind übermotorisierte Monster-Stadtpanzer vor unserer Haustür ein alltäglicher Anblick geworden. 

Für die angesagten SUV und Geländewagen, von denen 75 Prozent deutlich breiter sind als ein Golf, reicht ein einzelner Parkplatz oft nicht aus. Obwohl solche Fahrzeuge vollkommen stadtuntauglich sind, liefern sich die deutschen Autobauer einen Wettbewerb um den größten, breitesten und PS-stärksten SUV: Der neueste Monster-Mercedes GLS ist 5,21 Meter lang und so breit, dass er zur Einfahrt in die Waschstraße seine Räder nach innen einknicken muss. 

Monster-SUV haben in unseren Städten nichts zu suchen! Gerade jetzt, in Zeiten von Corona, brauchen wir Saubere Luft und für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen die Möglichkeit Abstand zu halten– ohne Angst vor Stadtpanzern und Rennlastern auf der selben Fahrbahn.

Die SUV-Armada wächst jedoch rasant: Im Jahr 2019 wurden in Deutschland erstmals über eine Million dieser Fahrzeuge neu zugelassen. Jedes dritte in Deutschland neu zugelassene Auto ist heute ein SUV oder ein Geländewagen. Und SUVs wachsen unter allen Fahrzeugsegmenten mit 21 Prozent weiter am stärksten an.

Das bleibt für die Luftbelastung und den Klimaschutz nicht ohne dramatische Folgen. SUV sind im Schnitt schwerer als andere Fahrzeuge, sie sind höher motorisiert und verbrauchen mehr Kraftstoff. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß neuzugelassener SUV und Geländewagen lag 2018 in Deutschland mit 144 g/km deutlich über dem Gesamtdurchschnitt von 130 g/km. Für die EU gilt seit 2020 ein Flottengrenzwert von 95g/km für Pkw – davon sind vor allem SUV meilenweit entfernt. Dass der CO2-Ausstoß von Pkw derzeit trotz aller Klimaschutzbemühungen wieder ansteigt, liegt ganz wesentlich am SUV-Rüstungswettlauf der Hersteller. 

SUV sind aufgrund ihrer Bauweise mit erhöhtem Kühlergrill und hohem Gewicht der Studie „Ein dickes Problem“ von Greenpeace zufolge ein besonders großes Risiko für andere Verkehrsteilnehmer*innen. Dies gilt insbesondere für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen, und speziell die Kinder unter ihnen, aber auch die Insassen von Kleinwagen: Bei einem Unfall mit einem SUV ist das Risiko, schwer oder tödlich verletzt zu werden, für Fahrer*innen kleinerer Pkw viermal höher als für die Fahrer*innen von SUV oder Geländewagen; die Insassen werden mehr als doppelt so oft schwer verletzt.

Der Verkauf der Riesenfahrzeuge bringt für Hersteller besonders hohe Gewinnmargen. Daher sind sie bei VW so beliebt, dass die Modellpalette in den kommenden Jahren auf 30 Modelle noch deutlich ausgebaut und der Verkauf auf 50% der Neuwagenflotte angekurbelt werden soll. Um die Nachfrage zu befeuern, stecken die Hersteller rund die Hälfte ihres Marketingbudgets in die Bewerbung von SUV als Lifestyle-Fahrzeuge für Abenteuer im „urban jungle“.

Kontakt

Copyright: © DUH / Heidi Scherm

Dorothee Saar
Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung
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