Deutsche Unternehmen im Check: Wer fährt klimafreundlich?

Zum siebten Mal haben wir deutsche Unternehmen gefragt, wie umweltfreundlich ihre Chefs, ihre Vorstände und ihre Fuhrparks insgesamt unterwegs sind. Ernüchternde Bilanz: Nur vier positive Beispiele.

Die vier "Grünen Karten" gehen an Markus Conrad von der Tchibo GmbH (BMW i3), Kurt Schmalz von der J. Schmalz GmbH (Mercedes B250e), Felix Ahlers von der Frosta AG (VW up!) und Pierre-Pascal Urbon von der SMA Solar Technology AG (Tesla Model S). Sie zeigen, dass ein Konzernlenker in einem sparsamen und gleichzeitig sauberen Dienstwagen unterwegs sein kann.

Im Ranking finden sich zwar auch einige weitere Autos, die zumindest auf dem Papier sauber erscheinen. Die Erkenntnisse aus dem Abgas-Skandal haben jedoch gezeigt, dass Diesel-Pkw auf der Straße im Durchschnitt über siebenfach höhere Stickoxidemissionen aufweisen als erlaubt. Nach unserer Auffassung disqualifizieren sich deshalb alle Diesel-Pkw für die Auszeichnung im Rahmen der Dienstwagenumfrage.

Auch 2016 weigerte sich mehr als die Hälfte der untersuchten Unternehmen, Informationen zur Verfügung zu stellen. Die meisten börsennotierten Konzerne verpflichten sich in ihren Nachhaltigkeitsberichten zwar zu Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit. Tatsächlich beschränken sie sich jedoch auf bunte Werbeschriften über Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit und verweigern entscheidende Auskünfte, wie sie ihre ökologischen Ziele erreichen wollen.

 

Positive und kreative Entwicklungen gibt es dagegen bei den Mobilitätsstrategien: Zum Beispiel informiert Kaiser's Tengelmann seine Mitarbeiter online über die schnellsten und schönsten Fahrradrouten zum Unternehmensstandort, schafft Anreize durch die individuelle Berechnung der gesparten CO2-Emissionen und unterstützt durch eine hauseigene Fahrradwerkstatt. Bei der Metro AG kann ungenutztes Leasingbudget in Altersvorsorge umgewandelt werden und die Deutsche Post DHL Group bietet anstelle eines Firmenwagens die BahnCard100 an. Einige Unternehmen legen ambitionierte Kohlendioxid-Obergrenzen für ihre Dienstwagen fest und haben schon heute den Zielwert für 2020 mit 95 g CO2/km festgeschrieben, dazu gehören unter anderem die SMA Solar Technology AG oder DuPont de Nemours GmbH.

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Dorothee Saar
Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung
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