Anbieter von Mehrwegsystemen für Food to go

Seit 2017 haben sich mehrere Anbieter von Mehrwegsystemen für Food-to-go-Mehrwegboxen in Deutschland etabliert. In den hier vorgestellten Poolsystemen verwenden Gastronomiebetriebe in ihren Filialen die gleichen Mehrwegboxen.

Dabei kann die Kundin oder der Kunde sein Gericht in einer Mehrwegbox mitnehmen und in einem anderen teilnehmenden Restaurant oder Kantine wieder abgeben. Damit die Boxen möglichst häufig zurückgegeben und wiederverwendet werden, wird entweder ein Pfand erhoben oder es wird nach Ablauf einer Rückgabefrist eine Gebühr fällig. 

© DUH

Hier bieten wir eine Übersicht über die Mehrwegsysteme, die in Deutschland am weitesten verbreitet sind: 

© Recup GmbH
  • Ausgabestellen: über 1.400 (Stand: Juni 2021)
  • Verbreitung: deutschlandweit
  • Material: Polypropylen (PP)

Rebowl bietet seit 2019 deutschlandweit ein Mehrwegsystem für Food-to-go-Boxen an. Die Polypropylenboxen in den Größen 500 und 1250 ml sind in über 1.400 Restaurants und Kantinen in ganz Deutschland erhältlich.

Wer sein Essen in der Rebowl mitnehmen möchte, bezahlt 5 Euro Pfand. Das Geld gibt es dann bei der Rückgabe in einer beliebigen Rebowl-Ausgabestelle wieder zurück.

Gastronomiebetriebe, die selbst Rebowl-Ausgabestelle werden möchten, schließen einen Vertrag mit Rebowl ab und zahlen für die Bereitstellung der Boxen eine monatliche Systemgebühr (mindestens 25 Euro/Monat je nach Vertragslaufzeit), unabhängig von der Anzahl der bestellten Boxen. Für diese ist zusätzlich jeweils ein Pfand von 5 Euro zu hinterlegen, das die Systempartner allerdings bei der Herausgabe der Boxen an ihre Kundinnen und Kunden oder bei der Rücksendung an Rebowl zurückerhalten.

Verbraucherinnen und Verbraucher können per Handy-App herausfinden, wo in ihrer Nähe Rebowls ausgegeben und zurückgenommen werden. Rebowl ist in nahezu allen deutschen Großstädten vertreten.

© Vytal Global GmbH
  • Ausgabestellen: über 1.400 (Stand: Juli 2021)
  • Verbreitung: deutschlandweit
  • Material: Polypropylen (Dichtung am Deckel aus thermoplastischen Elastomeren)

Vytal ist ein 2019 gestartetes deutschlandweites Mehrwegsystem für Food-to-go-Essensboxen. Die Mehrwegboxen werden in den vier Größen 500ml, 750ml, 450+550ml (zwei Kammern) sowie 1250ml angeboten und sind an über 1.300 Ausgabestellen erhältlich. Zum Mehrwegsystem gehört auch ein Mehrwegdeckel aus Polypropylen mit einer Abdichtung aus thermoplastischen Elastomeren. 

Statt ein Pfand zu bezahlen, nutzen Kundinnen und Kunden zur Ausleihe der Mehrwegbox die Vytal-App oder eine Mitgliedskarte, auf der ein QR-Code angebracht ist. Jede Box besitzt ebenfalls einen individuellen QR-Code, der vor der Mitnahme eingescannt wird. Wird die Box nicht innerhalb der Ausleihfrist von 14 Tagen zurückgebracht, muss die Nutzerin beziehungsweise der Nutzer 10 Euro bezahlen und kann die Mehrwegbox behalten. Die Zahlung erfolgt automatisch über die App. Die Zahlungsdaten müssen vor der erstmaligen Nutzung des Mehrwegsystems hinterlegt werden.

Wer selbst Ausgabestelle werden möchte, zahlt eine einmalige Einrichtungsgebühr von 100 Euro und pro Mehrwegbox für die Bereitstellung zusätzlich zwischen 15 und 20 Cent. 

Interessierte können alle Ausgabestellen per Vytal-App finden. Vytal ist in nahezu allen deutschen Großstädten vertreten.

  • Ausgabestellen: über 400
  • Verbreitung: hauptsächlich im Raum Stuttgart
  • Material: Polybutylenterephtalat (PBT), Deckel aus Polypropylen

Das Mehrwegsystem Recircle bietet seit 2017 in Deutschland Mehrwegboxen für den Außer-Haus-Konsum von Speisen an. Ein Großteil der mehr als 400 Ausgabestellen befindet sich im Raum Stuttgart, vereinzelte weitere Partner gibt es aber in ganz Deutschland.

Die in der Schweiz hergestellten Boxen bestehen aus mit Glasfasern verstärktem Polybutylenterephtalat (PBT), der Mehrwegdeckel besteht aus Polypropylen. Als Besonderheit bietet Recircle auf Wunsch Mehrwegbesteck bei der Ausleihe der Boxen mit an. 

Gegen 10 Euro Pfand können die Boxen in den Größen 600 ml, 1050 ml, 340+250 ml (zwei Kammern) sowie 900 ml ausgeliehen werden 

Restaurants oder Kantinen, die das Recircle-System nutzen, zahlen pro ausgegebene Box 13,5 Cent. Eine monatliche Systemgebühr für Ausgabestellen gibt es nicht. Behälter können bei hoher Nachfrage jederzeit nachbestellt werden, oder bei geringerem Bedarf wieder jeweils für 10 Euro abgegeben werden.

Auf der Website von Recircle können Nutzerinnen und Nutzer nachsehen, wo sich die nächste Ausgabestelle befindet. 

© Relevo GmbH
  • Ausgabestellen: über 400
  • Verbreitung: vor allem in München und Berlin
  • Material: Styrol-Acrylnitril-Copolymer (SAN)

Relevo ist Anfang 2020 mit seinem Mehrwegsystem für Food-to-go-Boxen gestartet. Mittlerweile bieten über 400 Restaurants und Kantinen die Mehrwegboxen für den Außer-Haus-Verzehr an, der Großteil von ihnen in Berlin und München. Die Mehrwegboxen sind in den drei Größen 600 ml, 800 ml und 1100 ml erhältlich. Außerdem gibt es noch Becher mit den Füllmengen 300 und 400 ml für Beilagen, Getränke oder Desserts. Die Boxen und Becher bestehen aus hitzebeständigem Styrol-Acrylnitril-Copolymer (SAN). 

Statt ein Pfand zu bezahlen, nutzen Kundinnen und Kunden zur Ausleihe der Mehrwegbox die Relevo-App. Die Ausleihe erfolgt per Scan des QR-Codes auf der Mehrwegbox. Wird die Box nicht innerhalb der Ausleihfrist von 14 Tagen in eine der teilnehmenden Ausgabestellen zurückgebracht, muss die Nutzerin beziehungsweise der Nutzer 10 Euro bezahlen und kann die Mehrwegbox behalten. Die Zahlung erfolgt automatisch über die App. Die Zahlungsdaten müssen vor der erstmaligen Nutzung des Mehrwegsystems hinterlegt werden.

Eine Einrichtungsgebühr oder regelmäßige Systemgebühren müssen Gastronomiebetriebe nicht bezahlen. Stattdessen verlangt Relevo 20 Cent für jede Nutzung einer Mehrwegbox beziehungsweise 10 Cent pro Bechernutzung.

In der Relevo-App können Nutzer nachschauen wo sich die nächste Abgabestelle befindet.

© ECO Brotbox GmbH
  • Ausgabestellen: 30 (Stand: Juli 2021)
  • Verbreitung: hauptsächlich in Berlin, Hamburg und Köln
  • Material: Edelstahl

Im Sommer 2020 ist Tiffin Loop zunächst mit einem Pilotprojekt in mehreren deutschen Städten gestartet. Aktuell nutzen 30 Ausgabestellen das Mehrwegsystem. Tiffin Loop verwendet Edelstahlboxen mit einem Volumen von 1200 ml. Ab Oktober 2021 soll auch ein Mehrwegbecher aus Edelstahl (350 ml) im System angeboten werden.

Statt ein Pfand zu bezahlen, nutzen Kundinnen und Kunden die Tiffin-Loop-App und ihren persönlichen QR-Code zur Ausleihe der Mehrwegbox. Wird die Box nicht innerhalb der Ausleihfrist von 14 Tagen in eine beliebige Ausgabestelle zurückgebracht, muss die Nutzerin beziehungsweise der Nutzer 20 Euro bezahlen und kann die Mehrwegbox behalten. Die Zahlung erfolgt automatisch über die App. Die Zahlungsdaten müssen vor der erstmaligen Nutzung des Mehrwegsystems hinterlegt werden.
Statt der App können Interessierte auch eine Mitgliedskarte für 20 Euro erwerben und diese für die Ausleihe nutzen. Dann entfällt auch die feste Rückgabefrist.

Eine Einrichtungsgebühr oder regelmäßige Systemgebühren müssen Gastronomiebetriebe nicht bezahlen. Stattdessen verlangt Tiffin Loop 25 Cent für jede Nutzung einer Mehrwegbox.

In der Tiffin-Loop-App können Nutzer nachschauen wo sich die nächste Abgabestelle befindet.

Copyright: © Heidi Scherm

Thomas Fischer
Leiter Kreislaufwirtschaft
E-Mail: Mail schreiben

Copyright: © Finke / DUH

Christian Behrens
Projektmanager Kreislaufwirtschaft
E-Mail: Mail schreiben

In der Übersicht

Anbieter Rebowl
www.rebowl.de
Vytal
www.vytal.org
Recircle
www.recircle.de
Relevo
www.gorelevo.de
Tiffin Loop
www.tiffinloop.de
Ausgabestellen >1.300 ca. 1000 >400 >400 30
Verbreitung deutschlandweit deutschlandweit überwiegend im Raum Stuttgart vorwiegend Berlin und München Vorwiegend Berlin, Hamburg und Köln
Bechermaterial Polypropylen Polypropylen
(Dichtung am Deckel aus thermoplastischen Elastomeren)
Glasfaserverstärktes Polybutylenterephtalat (PBT), Deckel aus Polypropylen Styrol-Acrylnitril-Copolymer (SAN) Edelstahl
Größen 1250 ml, 500 ml 500 ml, 750 ml, 450+550 ml (zwei Kammern), 1250 ml 600 ml, 1050 ml, 340+250 ml (zwei Kammern), 900 ml 600 ml, 800 ml, 1100 ml 1200 ml
Deckel ja ja ja nein ja
Mikrowellentauglich ja ja ja ja nein
Pfandhöhe 5 Euro Registrierung per App; bei Nichtrückgabe der Mehrwegbox 10 Euro fällig 10 Euro Registrierung per App; bei Nichtrückgabe der Mehrwegbox 10 Euro fällig Registrierung per App; bei Nichtrückgabe der Mehrwegbox 20 Euro fällig
Rückgabe In allen teilnehmenden Ausgabestellen In allen teilnehmenden Ausgabestellen innerhalb von 14 Tagen In allen teilnehmenden Ausgabestellen In allen teilnehmenden Ausgabestellen innerhalb von 14 Tagen In allen teilnehmenden Ausgabestellen innerhalb von 14 Tagen
Systemgebühr Ab 25 Euro pro Monat 100 Euro Einrichtungsgebühr (einmalig),15-20 Cent pro Ausleihe 13,5 Cent pro Ausleihe Keine monatlichen Gebühren; pro Ausleihe 20 Cent Keine monatlichen Gebühren; pro Ausleihe 25 Cent
Spülung In der Ausgabestelle In der Ausgabestelle In der Ausgabestelle In der Ausgabestelle In der Ausgabestelle
Gütesiegel Blauer Engel Blauer Engel - - -

Neben den gelisteten Systembetreibern gibt es deutschlandweit noch weitere lokale Mehrweganbieter. Wenn diese bereits vor Ort über ein Partnernetz verfügen, sind sie gut geeignet, um lokal Abfall zu vermeiden und CO2 einzusparen, vorausgesetzt, die Mehrwegboxen sind robust und lange haltbar und es bestehen ausreichende Anreize und Möglichkeiten zur Rückgabe. Bevor Sie sich jedoch als Kommune, Restaurant oder Kantine für ein bestimmtes System entscheiden, sehen Sie sich doch zunächst einmal die Materialhinweise in unserem Einkaufsführer Takeaway an und entscheiden Sie dann, ob das jeweilige System wirklich am besten für Ihre Anwendung geeignet ist. 

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