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Klimaschutz braucht ein funktionierendes Stromnetz

Donnerstag, 01.03.2018 Dateien: 1

Die aktuelle Stromnetzplanung in Deutschland bildet die Klimaziele von Paris nicht ab. Doch Deutschland hat einen straffen Zeitplan, der eingehalten werden muss, um sie zu erreichen. Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich für eine Stromnetzplanung ein, die sich an den Klimazielen orientiert.

© Micha Klootwijk Fotografie/ Fotolia

Bei der letzten internationalen Klimakonferenz in Paris 2015 hat sich Deutschland mit vielen anderen Ländern darauf geeinigt, die Erderwärmung bis 2050 auf weniger als 2 Grad zu begrenzen. Das bedeutet, dass 2050 so gut wie keine Treibhausgase mehr bei der Stromversorgung entstehen dürfen. Dafür brauchen wir noch viel mehr Windkraft- und Solaranlagen als bisher im Land vorhanden sind. Und wir müssen weg von klimaschädlichen Energieträgern wie Kohle, Erdgas und Erdöl.

Unsere „Energielandschaft“ ändert sich also und dementsprechend muss auch die Infrastruktur, die den Strom im ganzen Land verteilt, den neuen Gegebenheiten angepasst werden. Ob und wo neue Stromleitungen benötigt werden, muss dabei sorgfältig geplant werden.

Damit sich das Stromnetz in Deutschland stetig weiterentwickelt, machen die Netzbetreiber regelmäßig Vorschläge, wie diese Entwicklung aussehen könnte und stellen diese zur Diskussion. Dabei wird z. B. prognostiziert, wo welche Windkraftanlagen gebaut werden oder welche alten Kraftwerke wann abgeschaltet werden. Auch der Strombedarf, der sich zum Beispiel durch effizientere Geräte oder durch mehr Elektroautos ändern kann, wird vorausgesagt. Die Deutsche Umwelthilfe beteiligt sich an diesem Prozess und schaut insbesondere, ob die Planungen geeignet sind, die in Paris festgelegten Klimaziele zu erreichen.

Der Strom der Zukunft ist erneuerbar

Das Stromnetz der Zukunft muss mehr Strom aus vielen neuen Erneuerbare-Energien-Anlagen transportieren und weniger Strom aus stillzulegenden Kohlekraftwerken. Werden die Weichen falsch gestellt, entstehen solch absurde Situationen, dass zwar Windkraftanlagen Strom erzeugen, der Strom aber wegen fehlender Leitungen nicht dorthin geleitet werden kann, wo er gebraucht wird. Oder es werden Leitungen verstärkt, die vom Kohlekraftwerk wegführen, obwohl in Zukunft hier keine Leitung mehr benötigt wird.

Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich dafür ein, dass die Energiewende nicht vor der fehlenden Stromleitung haltmachen muss. In unserer aktuellen Stellungnahme (am Ende dieser Seite) drängen wir darauf, die Stromnetzplanung an die Pariser Klimaziele anzupassen. Derzeit werden noch veraltete Klimaziele aus dem Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung zugrunde gelegt. Hier arbeiten wir zusammen mit anderen Umweltverbänden, die Fehlplanungen beim Stromnetz ebenfalls vermeiden wollen.

Hier finden Sie unsere Stellungnahme zum sogenannten Szenariorahmen, dem Rückgrat der Stromnetzplanung:

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