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Die Zukunft der Automobilindustrie in Deutschland ist in Gefahr

Donnerstag, 17.10.2019

Das Image der deutschen Automobilhersteller ist ramponiert, lieferfähige Fahrzeuge mit Elektroantrieb fehlen weitgehend. Die drei großen Hersteller BMW, Daimler und VW haben sich mit schmutzigen Dieseln und Klimakiller-SUVs in die Sackgasse manövriert. Wie kann der aktuelle Niedergang dieser Branche gestoppt werden? Die DUH legt dazu einen 12-Punkte-Plan für Klimaschutz und Arbeitsplätze vor.

© Urschl / DUH
Demonstration vor der IAA 2019

Der Artikel erschien in der DUHwelt 3/19.

Unter dem Motto „Driving Tomorrow“ präsentierte sich die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) 2019 vom 12. bis 22. September in Frankfurt (Main). Klimafreundliche Fahrzeuge suchte man auch in diesem Jahr vergeblich. „BMW, Daimler und VW sprachen viel über Elektro-Pkw. Tatsächlich wurden noch nie so viele schwere SUVs und übergroße Stadtgeländewagen präsentiert wie bei dieser IAA“, sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. Wie weit die deutschen Autobauer bei Zukunftstechnologien abgeschlagen sind, zeigt das Fehlen lieferbarer E-Mobile. Unter den zwanzig weltweit meistverkauften Elektro-Pkw des Jahres 2018 findet sich kein einziges Modell eines deutschen Herstellers.
„Die von deutschen Autokonzernen vorgestellten Neufahrzeuge zeigen das ökologische und industriepolitische Desaster einer gescheiterten Mobilitätspolitik von Autokanzlerin Merkel und ihrer industriehörigen Verkehrsminister Ramsauer, Dobrindt und Scheuer“, so Resch. Die Hersteller setzen weiter auf SUVs, deren größte Modelle nicht in Parkhäuser und -buchten passen. Die wohl absurdeste „Innovation“ ist der neueste Stadtpanzer von Mercedes Benz: Der Ende des Jahres erscheinende 5,21 Meter lange Mercedes GLS ist so breit, dass die Ingenieure eine Funktion zum Einknicken der Räder entwickeln mussten. Nur so passt er in die Spurführung von Waschstraßen.

Mit einer Verbände-Pressekonferenz, einer DUH-Aktion am Messeeingang zur Untätigkeit beim Dieselgate und schließlich mit einer gemeinsamen Großdemonstration war die DUH vor Ort. Zusammen mit 25.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Deutschland forderte die DUH den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor und die Verkehrswende hin zu mehr Bus, Tram und Bahn in unseren Städten.

Die Bundesregierung muss handeln

Als Eröffnungsrednerin der Großdemonstration am 14. September 2019 sprach Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH. „Wir steuern mit Vollgas auf den Klima-Kollaps zu. Das konspirativ zwischen Industrie und Politik stattfindende Falschspiel bei den Spritverbrauchs- und CO2-Angaben muss ein Ende finden.“ Die DUH fordert die Bundesregierung auf, den Ausstieg aus dem Verbrenner ab dem Jahr 2025 zu beschließen und so ein klares Signal an die Autokonzerne zu senden, dass sich die Bundesregierung nicht länger aus den Vorstandszentralen fernsteuern lässt. „Nur so können die Autoindustrie wieder auf zukunftsweisenden Kurs gebracht und die Klimaschutzziele erreicht werden“, sagt Metz weiter.

Der 12-Punkte-Plan der DUH greift wichtige und notwendige Veränderungen auf, die die deutschen Autobauer wieder auf Kurs bringen kann: Kostenfreie Hardware-Nachrüstungen, ein Verkaufsstopp für besonders klimaschädliche SUV-Modelle, keine Neuzulassung von reinen Verbrenner-Pkw in Deutschland ab Januar 2025. Außerdem die Einführung eines generellen Tempolimits auf Autobahnen und Absenkung der Geschwindigkeiten außerorts und in der Stadt „Lenken VW, Daimler, BMW und Co. nicht rechtzeitig um, werden sie in wenigen Jahren nur mehr ein Nischendasein als Hersteller für Oldtimer-Ersatzteile fristen“, mahnt Resch. Mit ihren aktuell produzierten Fahrzeugen betreiben die deutschen Autohersteller ein Schaufahren gegen den Klimaschutz.
 

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