Wasserkraftanlage Einsal / Nordrhein-Westfalen

Krafthaus WKA Einsal; Quelle: Fam. Brunsmeier

Die Sanierung der Wasserkraftanlage an der Lenne zwischen Altena und Nachrodt (Sauerland) gelang ohne neue Eingriffe in Natur und Landschaft. Es konnten im Gegenteil bestehende Beeinträchtigungen des Fließgewässers gemindert werden. Als Besonderheit des Standortes ist eine 11.000 m2 große Insel zu erwähnen. Diese hat sich in den letzten 350 Jahren zwischen dem ursprünglichen Lenneverlauf und der Lenneumleitung zum Obergraben gebildet und steht heute unter Naturschutz.

Die Wasserkraftanlage am ehemaligen Einsaler Hammer und späteren Walzwerk war eine Zeit lang vernachlässigt worden, bis ein engagierter Betreiber die Anlage erwarb und sanierte. Mit der Modernisierung konnte eine Ertragssteigerung von rund 50 % erreicht werden. Die Lenne wird zunächst am Wehr 1 (Höhenunterschied Oberwasser / Unterwasser: 1 m) in Richtung Obergraben umgeleitet. Nach einigen hundert Metern wird die umgeleitete Lenne am Wehr 2 (Höhenunterschied 2 m) aufgestaut. Hier erfolgt die Abzweigung zum eigentlichen Obergraben.

Zur Verbesserung der linearen Durchgängigkeit wurde aus privaten Mitteln am Wehr 1 eine Fischwanderhilfe gebaut. Diese soll die Passage von Fischen und Makrovertebraten nach stromauf und stromab ermöglichen. Da es noch Einwände gegen die Funktionstüchtigkeit der Fischwanderhilfe gibt, ist eine baldige Nachbesserung geplant. An beiden Wehren wird auf angemessene Restwassermengen in den Ausleitungsstrecken geachtet. Um überschüssiges Wasser der Lenne bei guter Wasserführung zu nutzen, ist am Wehr 2 der Bau einer Staudruckmaschine geplant – die erste bundesweite Anlage dieser Art. Neben der Energieerzeugung soll hiermit eine weitere Möglichkeit zum schonenden Fischabstieg (Aale, Salmoniden) geboten werden. Eine eigens für Besucher errichtete Bauhütte lädt zum Verweilen ein und dient als Ausstellungs- und Informationsraum.

<strong>Zustand vor Neu- / Umbau Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerökologie Erzielte Verbesserungen der Gewässerökologie und Defizite bei der Umsetzung der Maßnahmen</strong>
Keine biologische Durchgängigkeit Fischwanderhilfe; Funktionskontrolle und Durchführung von Nachbesserungen; Einhaltung Restwassermenge Verbesserte biologische Durchgängigkeit

Technische Daten zum Kraftwerk

Betreiber:

Fritz Brunsmeier

Arnsberg

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