Kein Palmöl in den Tank!
Helfen Sie den Orang-Utans:

Regenwald gehört nicht in den Tank. Jetzt stoppen!

Palmöl ist allgegenwärtig in Lebensmitteln und Kosmetikprodukten aus unserem Alltag: im Brotaufstrich, in der Tütensuppe, in der Hautcreme. Aber müssen wir das hochwertige Lebensmittel aus den Tropen wirklich unserem Diesel beimischen? Gehört der Regenwald in den Tank? Wollen wir wirklich, dass bedrohte tropische Pflanzen und Tiere – wie der seltene Orang-Utan – dem Autoverkehr in Deutschland und anderswo geopfert werden? Wir sagen NEIN! Wir setzen uns dafür ein, dass Palmöl als Beimischung in Kraftstoffen verboten wird. Bitte unterstützen Sie uns dabei!

In Europa werden heute 46 Prozent der gesamten Palmöl-Importe zur Energiegewinnung verbrannt, der größte Teil als Beimischung zum Biodiesel. Dieser besteht in Deutschland bis zu 25 Prozent aus Palmöl. An der Tankstelle zapfen wir also oft Palmöl, ohne es zu wissen. Grundlage dafür ist die eigentlich gut gemeinte Auflage der EU, den Ausstoß von Klimagasen aus Kraftstoffen zu senken. Seitdem mischen die Mineralölkonzerne dem Sprit Pflanzenöl-Anteile bei. Der billige Rohstoff Palmöl eignet sich besonders gut dazu, die vorgeschriebene Absenkung der Treibhausgas-Bilanz von Kraftstoffen zu erfüllen – zumindest auf dem Papier. Denn wenn dafür Regenwald gerodet und tropische Torflandschaften abgebrannt werden, entstehen sogar mehr Klimagase als beim Verbrennen von Erdöl! Ein Irrsinn!

Dafür wird vor allem in Südostasien Raubbau an den letzten Regenwäldern betrieben, besonders in Indonesien, Malaysia und Thailand. Noch vor 100 Jahren waren Sumatra und Borneo zu 90 Prozent mit Wald bedeckt. Heute sind es gerade noch 50 Prozent in Borneo und unglaubliche 30 Prozent in Sumatra. 14 Millionen Hektar Palmöl-Plantagen in Indonesien – das ist fast die Hälfte der Fläche Deutschlands! Und es werden immer mehr.

Das hat fatale Folgen für bedrohte Arten wie die Orang-Utans: Sie leben in Nestern in den Baumkronen weicher Laubbäume. Damit haben sie aber gleich zwei Probleme: Erstens werden durch die Brandrodungen für immer mehr Palmöl-Plantagen gerade diese Laubbäume gefällt und die Orang-Utans verlieren ihre Heimat. Und zweitens leben sie oft direkt neben den Palmöl-Plantagen und fressen somit notgedrungen die Früchte der dort angebauten Ölpalmen. Die Plantagenbetreiber jagen und töten deshalb immer mehr Orang-Utans. Dass das illegal ist, stört sie kaum… Wir müssen dem Regenwald und diesen Orang-Utan-Familien helfen. Mit unserer Initiative „Kein Palmöl in den Tank!“ können wir große Teile des Regenwaldes als Lebensraum bewahren und damit auch die Orang-Utans und viele andere bedrohte Arten schützen! Bitte unterstützen Sie uns dabei!

Das hochwertige Lebensmittel Palmöl ist zu schade dafür, als Energieträger verbrannt zu werden! Mit zahlreichen Protesten und einer großen europäischen Kampagne konnten wir die Europäische Kommission in diesem Jahr bereits davon überzeugen, Palmöl im Verkehrssektor nicht länger über die Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED) der EU zu fördern. Die Verwendung von Palmöl im Diesel wird nun ab 2023 schrittweise reduziert und soll bis 2030 beendet sein. Das ist ein wichtiger Erfolg und wir danken allen, die uns dabei unterstützt haben. Jetzt heißt es dranbleiben:

  • Wir machen uns in Deutschland dafür stark, dass die Beimischung von Palmöl zum Diesel vorzeitig verboten und Palmöl komplett aus dem Verkehrssektor verbannt wird. 2030 ist zu spät.
  • Die Kommission hat es in diesem Rechtsakt versäumt, Soja als nicht nachhaltig einzustufen. Wir kämpfen dafür, dass Sojaöl nicht länger Bestandteil von Biodiesel ist.

Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung! Bitte helfen Sie uns mit einer Spende oder einer Fördermitgliedschaft. Herzlichen Dank.

Orang-Utans sind im Regenwald zuhause. Ihr Name bedeutet „Waldmensch“.© gudkovandrey / Fotolia
Orang-Utans und andere Arten leiden unter der Zerstörung der Regenwälder. Bei der Grünen Woche haben wir gegen Palmöl im Sprit protestiert.© Holzmann/DUH
Der Regenwald im Naturschutzgebiet „Danum Valley Conservation Area“ im Nordosten von Borneo.© cn0ra / Fotolia
Mit der 'Beerdigung' eines Orang-Utans haben wir auf die Zerstörung der Regenwälder und ihrer Bewohner aufmerksam gemacht.© DUH
Borneo ist heute nur noch zu 50 Prozent bewaldet. Borneo-Orang-Utans verlieren dadurch ihren Lebensraum.© gudkovandrey/Fotolia
Mit einer 'Blutspende'-Aktion haben wir gegen Palmöl im Tank und die Zerstörung der Regenwälder protestiert.© DUH
Palmölplantagen zerstören den Regenwald auf Sumatra und rauben Orang-Utans und weiteren Arten ihren Lebensraum.© Thorsten Katz / Fotolia
Mit Lichtprojektionen haben wir zum European Day of Action aufgerufen. In mehreren europäischen Hauptstädten haben wir die EU-Vertretungen belagert und gegen Palmöl im Tank protestiert.© DUH
Durch das massive Abholzen des Regenwaldes verlieren Orang-Utans wichtige Nahrungsgrundlagen.© gudkovandrey/Fotolia
Der Bestand der Orang-Utans ist seit 1900 um 91 Prozent geschrumpft.© gudkovandrey/Fotolia
Die Orang-Utans leben in den Baumkronen und verlieren durch die Zerstörung des Regenwaldes ihren kompletten Lebensraum.© gudkovandrey/Fotolia

Die 5 häufigsten Irrtümer über Palmöl

1Ohne Palmöl wird der Diesel noch viel schmutziger.

Laut Recherchen der europäischen Umweltorganisation Transport & Environment liegen die Treibhausgasemissionen von Palmöl als Beimischung von Diesel bis zu 80 Prozent über denen von Diesel aus Mineralöl. Grund dafür sind die Treibhausgasemissionen aus der indirekten Landnutzung durch die Palmöl-Plantagen: der Rodung von Regenwald und dem Abbrennen tropischer Torflandschaften. Hinzu kommt die Zerstörung der unschätzbaren biologischen Vielfalt. Die Verwendung von Palmöl für Kraftstoffe leistet also keinen Beitrag zum Klimaschutz und schädigt außerdem Natur und Artenvielfalt.

2Es gibt keine Alternative für Palmöl im Kraftstoff.

Die Europäische Richtlinie für Erneuerbare Energien lässt zahlreiche andere Möglichkeiten zur Minderung von Treibhausgasen zu. Die Beimischung von Palmöl und anderen Pflanzenölen ist nicht die einzige Möglichkeit. Außerdem müssen die Dieselmotoren effizienter werden und ihr realer Ausstoß an Treibhausgasen und anderen Schadstoffen auf der Straße endlich ehrlich überprüft werden.

3Es gibt ein offizielles Palmöl-Siegel.

Ein Siegel, das Verbrauchern einen hohen Nachhaltigkeitsstandard signalisiert, gibt es derzeit für Palmöl leider nicht. Die Kriterien des RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) stellen nur einen schwachen Mindeststandard dar.

4Wenn nicht „Palmöl“ draufsteht, ist auch kein Palmöl im Produkt.

Viele Produkte beinhalten pflanzliches Öl aus der Ölpalme. Es macht sie cremiger und weicher. Oft verbirgt sich Palm(kern)öl dabei hinter anderen Produktbezeichnungen. In veganem Waschmittel kann Palmöl als „Sodium Palm Kernelate“ drin sein. Bei Kosmetik wird oft der Inhaltsstoff Glyzerin verwendet. Glyzerin wird aus Palmöl hergestellt. Eine Kennzeichnungspflicht für Kosmetik gibt es bislang nicht, für Nahrungsmittel existiert sie seit Dezember 2014: Mit Inkrafttreten der EU-Lebensmittelinformationsverordnung sind die Bezeichnungen „pflanzliches Öl“ und „pflanzliches Fett“ nicht mehr ausreichend. Auf verpackten Lebensmitteln muss Palmöl in der Zutatenliste stehen. Wichtig ist, dass das Palmöl ökologisch und fair produziert ist und nur für die Produkte eingesetzt wird, in denen es wirklich benötigt wird.

5Auch Bio-Palmöl vergiftet Lebensräume.

Bio-Palmöl wird umweltschonend angebaut und verarbeitet. Während der konventionelle Ölpalm-Anbau den Ökosystemen hochgiftige Pestizide zumutet, kommen Bio-Produzenten mit naturschonenden Methoden aus. Sie legen zudem Wert darauf, dass Lebensräume für Tiere und Pflanzen, Regenwald- und Klimaschutz umfassend respektiert werden. Untersuchungen von NGOs belegen, dass die Biobranche beim Palmöl darüber hinaus soziale Komponenten auf freiwilliger Basis weitgehend mitberücksichtigt. Achten Sie bei Palmöl-Produkten auf die Bio-Zertifizierung. Wer zusätzlich noch auf ein Siegel achtet, das fairen Handel garantiert, hat das Palmöl mit dem höchsten Standard in seinem Einkaufskorb.

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