Gefahr durch Fracking?

Was ist Fracking?

Hydraulic Fracturing, kurz „Fracking“, ist eine Methode zur Förderung von Gas und Öl, das in dichten Gesteinsschichten in einer Tiefe von 500 bis 5000 Metern eingeschlossen ist. In Deutschland soll es vor allem zur Förderung von Erdgas eingesetzt werden. Dabei wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in ein Bohrloch gepresst, um das Gestein aufzubrechen. Dadurch kann das Gas oder Öl dann an die Oberfläche strömen.

Verharmloste Methode

© bilderzwerg/ Fotolia

Bereits seit den 1960er Jahren wird in Deutschland gefrackt, um Erdgas zu gewinnen. Vor allem ab Ende der 1990er Jahre wurde in Niedersachsen sogenanntes Tightgas aus tiefem Sandgesteinen mit der umstrittenen Methode gefördert. Dabei kamen große Wassermengen und hochgiftige Chemikalien zum Einsatz. Abwasser wurde unbehandelt zurück in den Untergrund gepresst. Bis heute sind die Folgen für Grundwasser und Boden nicht systematisch untersucht worden. Die Erdgaslobby stellt Fracking im Sandgestein derzeit als unbedenklich dar und hat dafür den Begriff „konventionelles Fracking“ erfunden. Die Bundesregierung verlässt sich in ihrem Gesetzentwurf darauf und will die Methode auch weiterhin erlauben.

Im Schiefergestein und in Kohleflözen soll Fracking nach dem Willen der Bundesregierung in Deutschland bald erlaubt sein. So könnte die kommerzielle Förderung von Schiefergas in einer Tiefe ab 3000 Metern schon bald beginnen – und laut Gesetzentwurf – ab 2018 möglicher Weise auch oberhalb dieser Grenze.

Risikotechnologie

Die Risiken sowie die genauen Auswirkungen des Frackings auf Klima, Wasser und Boden sind bisher noch unbekannt. Giftige Substanzen in Böden und Gewässern, aber auch der Austritt von Methan, einem hoch klimawirksamen Treibhausgas, könnten die Folge sein. Treten Lecks am Bohrloch auf, kann das Grundwasser verunreinigt werden. Beim Aufbrechen des Gesteins unter Druck kann sich zudem der Untergrund so verändern, dass es dadurch zu Erdbeben kommen kann. Zudem werden große Mengen an Wasser verbraucht, um den notwenigen hohen Druck beim Fracking zu erzeugen. Der hohe Wasserbedarf kann den gesamten Wasserhaushalt einer Region beeinträchtigen.

Die Energiewende braucht kein Fracking

Ziel der Bundesregierung ist es, den gesamten Energiebedarf bis 2050 um 50 Prozent zu senken. Wird das konsequent umgesetzt sinkt damit auch der Bedarf an Erdgas. Insofern wird Fracking für die Energiewende nicht benötigt. Vielmehr könnte die teure und mit hohen Risiken verbundene Fördermethode notwendige Investitionen in die Energiewende verzögern.

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