Derzeit größtes Artenschutzprojekt an der Elbe angelaufen!

Die Aalbestände in der Elbe nehmen seit einigen Jahren rapide ab. Glasaale gelten im asiatischen Raum als Delikatesse, weswegen sie in großen Mengen vor den europäischen Küsten gefangen werden. Weitere Gründe sind die Gefährdung seiner Lebensräume und sein Wanderverhalten (Wasserkraftanlagen bzw. sonst. Querbauwerke behindern seine Wanderschaft).

In den letzten Jahren gingen die Fangzahlen dramatisch zurück. Dies ist nicht nur nachteilig für die Natur, sondern auch für die Elbfischer, deren wenige noch verbliebene Betriebe vorrangig vom Aal leben. Seitens der Europäischen Union wird daher der Entwicklung des Aalbestandes eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Neben einer Reduzierung der Fangquote sollen an angewählten Gewässern 3jährige Aallarven („Glasaale“) ausgesetzt werden.

Die Deutsche Umwelthilfe unterstützt ein Projekt des Elbfischereibüros in Bleckede zur Bestandserhöhung des Europäischen Aals. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Elbfischern und Anglern im  Elbebereich konnten nun zwischen Schnackenburg und Geesthacht an rund 100 Stellen insgesamt 900 kg Jungaale ausgebracht werden. Das entspricht einer Stückzahl von ungefähr 90.000 Tieren.

Besatzstellen sind die Elbufer und viele Nebengewässer, die permanent oder bei Hochwasser mit dem Elbstrom in Verbindung stehen. In diesen Gewässerbereichen wachsen die Jungaale in natürlicher Umgebung auf und können nach 7-10 Jahren als erwachsene Tiere die Elbe in Richtung ihres Laichgebietes im Atlantik verlassen.

Die Jungaale wurden im letzten Winterhalbjahr an den europäischen Atlantikküsten als Glasaal gefangen und für mehrere Monate in Aalfarmen „vorgestreckt“, d.h. sie wurden angefüttert bis zu einem Individualgewicht von 5 - 10g. Dieses Verfahren hat sich in den letzten Jahren im Vergleich zu einem direkten Besatz mit Glasaalen als vorteilhaft erwiesen. Die größeren Tiere waren deutlich widerstandsfähiger und hatten eine höhere Überlebenschance.

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