Der Goldene Geier 2023 geht an...

Mehr als 20.000 Verbraucherinnen und Verbraucher, haben online abgestimmt und entschieden: McDonald's gewinnt den Goldenen Geier für die dreisteste Umweltlüge 2023 für seine Plakatkampagne „I am beautiful“. 

In einer absurden Kampagne bewarb McDonald’s seinen eigenen Müll als Beitrag zum Ressourcenschutz.
So würden benutzte Becher zu sogenannten Happy-Meal-Büchern recycelt. Tatsächlich geht jedoch lediglich ein Drittel der in den deutschen McDonald’s -Restaurants gesammelten Einweg-Becher in ein spezielles Recyclingverfahren, das in Großbritannien durchgeführt wird. Darüber hinaus bestehen die Happy-Meal-Bücher nur zu 40 Prozent aus recyceltem Bechermaterial. Für die restlichen 60 Prozent verwendet McDonald's neue Fasern, für die viele Bäume abgeholzt werden müssen. Noch dazu verwendet McDonald’s im Ausland bereits eine deutlich bessere Alternative – und zwar Mehrweg. McDonald’s behauptet auf entsprechenden Kampagnenplakaten auch, die Pommesverpackung aus Pappe sei nachhaltig und dank Papier-Eisverpackung und -Einweglöffel hätten mehr als 1.430 Tonnen Plastik eingespart werden können. Auch dies ist Greenwashing.

Wir waren vor Ort um den Preis zu übergeben. Eine Mitarbeiterin des Konzerns hat den Schmähpreis am Empfang der Deutschlandzentrale in München entgegengenommen.

Mehrere hundert Vorschläge von Bürgerinnen und Bürgern sind in diesem Jahr für den Goldenen Geier eingegangen
. McDonald’s hat die anschließende Abstimmung gewonnen (26,88 Prozent der Stimmen). Auf den weiteren Plätzen folgten Costa Kreuzfahrten mit 24,71 Prozent, Lidl mit 24,39 Prozent, Klima Kraftstoffe GmbH mit 19,67 Prozent und Vattenfall mit 4,35 Prozent.

Mehr Informationen zu den fünf Finalisten 2023 findest du hier:

Wer wird LIDL-Plastik-Müllionär?

Lidls „Kreislaufflasche“ verspricht das Blaue oder auch Grüne vom Himmel: Mit Unterstützung von Günther Jauch wirbt Lidl mit einer behaupteten Umweltfreundlichkeit seiner Einwegplastikflaschen und torpediert so politische Maßnahmen zur Förderung von Mehrweg. Wir haben genauer hingeschaut was hinter dem „100-Prozent-Recylingskreislauf“ steckt und Erstaunliches herausgefunden!


Lidl wirbt seit Monaten mit einem Millionenetat für seine Einweg-Plastikflaschen mit der Behauptung, dass diese „im CO2-Vergleich besser als Glas- & PET-Mehrweg“ seien. Eine eigens beauftragte Ökobilanzstudie soll diese Behauptungen decken. Doch stimmt das alles wirklich? Sorgfältige Recherchen zeigen: Lidl vergleicht sein brandaktuelles eigenes Einwegsystem mit Durchschnittsdaten im Mehrwegbereich, die bis zu zehn Jahre alt sind. Ein verzerrender Vergleich. Und trotzdem schneiden Mehrwegflaschen in der Lidl-Ökobilanz besser ab als die ebenfalls betrachtete 0,5 Liter Recyclingplastikflasche des Discounters. Aber davon erfahren die Verbraucher*innen nichts in den Werbespots.

Was sie auch nicht erklärt bekommen: Den suggerierten sich selbst erhaltenden 100% Prozent Recyclingkreislauf gibt es so nicht. Warum? Weil bei jedem Recyclingprozess Plastik verloren geht und zum Ausgleich Material aus anderen Quellen neu zugeführt werden muss. Zudem werden auch nicht alle verkauften Einweg-Plastikflaschen wieder im Markt zurückgegeben, warum allein schon deshalb ein Hundertprozent-Kreislauf nicht logisch ist.

Und auch die blau und grün eingefärbten Plastikflaschen von Lidl sind schlecht für das gesamte Flaschenrecycling. Die meisten Abfüller nutzen farblos-transparentes PET für ihre Flaschen. Werden von Lidl verkaufte Einwegflaschen bei anderen Händlern zurückgegeben, können die Flaschen somit von vielen anderen Abfüllern nicht genutzt werden. Das Fehlen dieser wichtigen Informationen auf den vielen Lidl-Plakaten und in den Fernsehspots mit Günther Jauch zeigt deutlich, dass hier Greenwashing betrieben wird.

Und mal ganz ehrlich: Mit rund 3 Milliarden Einweg-Plastikflaschen für Getränke gehört Lidl zu den Hauptverantwortlichen für die Plastikschwemme, die unser Klima und unsere Umwelt stark belasten. Seit Jahren wird die im Verpackungsgesetz festgelegte Mehrwegzielquote von 70 Prozent unterschritten. Ein Hauptgrund dafür ist der bisherige Mehrwegboykott von Discountern wie Lidl und anderen. Eine umwelt- und klimafreundliche Lösung für Lidl wäre das Angebot regionaler Mehrwegflaschen, was der Discounter jedoch bislang ablehnt.


(Grafik: Screenshot Lidl)

Millionenkampagne für McDonald's-Müll

McDonald’s will uns mit seiner „I am beautiful“-Kampagne und einem Millionenbudget weiß machen, dass Einwegmüll „schön“, wertvoll und sogar abfallvermeidend ist. Der Fast-Food-Riese will mit Happy Meal®-Büchern aus alten Wegwerfbechern Kinder glücklich machen und die Umwelt retten. Wir fragen uns: kann Einweg wirklich beautiful sein?


In einer großangelegten Kampagne bewirbt McDonald's mit dem Slogan „I am beautiful“ seinen eigenen Müll als „nachhaltiger“ und als Beitrag zum Schutz der Ressourcen. Laut der Plakate werden aus den benutzten Bechern sogar Bücher, die Pommespappe sei nachhaltig und dank Eispackung und Einweglöffel aus Papier konnten zusammen über 1.430 Tonnen Plastik eingespart werden.

Doch wie sieht das plakatierte Becherrecycling in Wirklichkeit aus und macht es Einweg auch nachhaltig? Klares Nein! Lediglich ein Drittel der vor Ort in den Restaurants gesammelten Einwegbecher gehen in ein spezielles Recyclingverfahren nach Großbritannien, wo diese zu sogenannten Happy Meal®-Bücher verarbeitet werden. Diese bestehen jedoch nur zu 40% aus recyceltem Bechermaterial. Für die restlichen 60% verwendet McDonald's neue Fasern und für die werden viele Bäume abgeholzt. Dazu was eigentlich mit den ganzen Take-Away-Einwegverpackungen von McDonald's passiert, die gar nicht für ein Recycling gesammelt werden, sondern tausendfach in der Natur landen, wird gar nichts gesagt. Aber hey, vielleicht findet McDonald's Müll in der Umwelt wirklich schön und wer hat schon Lust auf Fakten: Hauptsache es gibt nun einen eigens eingerichteten fancy „Better M Restore“-Showroom und die „Better M Talks“. Lange Rede, kurzer Sinn: Schönmalerei vom Feinsten – doch leider, ohne Ambitionen für Abfallvermeidung und echten Klimaschutz.

Denn die Realität sieht leider überhaupt nicht beautiful aus: Der Konzern ist allein in Deutschland für mehr als 44.000 Tonnen Verpackungsmüll pro Jahr verantwortlich – ein ganz großer Umweltsünder, der völlig falsche Signale an die gesamte Gastronomiebranche sendet. Kein Wunder also, dass die Mengen an verbrauchtem Einweggeschirr in ganz Deutschland immer verheerendere Ausmaße annehmen: Mehr als 3 Milliarden Kaltgetränkebecher, 2,8 Milliarden Heißgetränkebecher sowie 4,3 Milliarden Essensboxen fallen jährlich bundesweit als Müll an. Diese Wegwerfprodukte belasten das Klima mit 830.000 Tonnen CO2. Durch den konsequenten Umstieg von Einweg auf Mehrweg könnten 490.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Zeit wirklich etwas zu ändern!

(Grafik: Screenshot McDonald's)

Greenwashing in your face mit Vattenfall

Ein streng limitiertes Gesichtsspray aus industriellem Abwasser? Mit dem „Industrial Emissions Face Mist“ versucht Vattenfall sich von anderen Umweltsünden buchstäblich reinzuwaschen. Doch schmückt sich der schwedische Energiekonzern hier vielleicht mit falschen Federn, indem ein einziges grünes Leuchtturmprojekt hervorgehoben wird, während die Realität ganz anders aussieht? 

 

 

Zusammen mit Schauspielerin und Model Cara Delevingne bewirbt der schwedische Energiekonzern Vattenfall ein limitiertes Gesichtsspray, das aus industriellem Abwasser besteht. Das Ziel: Sie wollen medienwirksam beweisen, wie sauber ihr grüner Wasserstoff ist und sich als Vorreiter herausstellen.

Dabei hat das Model tatsächlich großes Glück, dass das verwendete Wasser des Sprays aus dem einzigen Pilotprojekt in Nordschweden stammt, das tatsächlich fossilfrei arbeitet. Denn was verschwiegen wird ist, dass ein Großteil der Wasserstoff-Produktion weiterhin mit fossilen Brennstoffen erfolgt oder der Wasserstoff als Nebenprodukt bei chemischen Prozessen, wie etwa bei der Verarbeitung von Schweröl, entsteht. Das ist allerdings alles andere als umweltfreundlich oder gut für die Haut. Glück gehabt, liebe Cara!

Außerdem liegt hier genau der Haken: Wasserstoff per se ist nicht wirklich umweltfreundlich und nachhaltig, denn zur Herstellung braucht es viel Energie, und damit sind wir beim nächsten Problem: Klimafreundlich ist Wasserstoff nur, wenn er aus grünem Strom erzeugt wird. Tatsächlich stammt aber nur etwa 1% des weltweit hergestellten Wasserstoffs aus grünem Strom. In Europa gibt es nicht mal annähernd genug Strom aus erneuerbarer Energie um ausreichend grünen Wasserstoff herzustellen. Dafür hat auch Vattenfall gesorgt, da jahrzehntelang auf Gas und Kohle gesetzt haben.

Wenn ein fossiler Energieriese wie Vattenfall, der heute global mehr als die Hälfte seines Stroms fossil oder mit Atomkraft produziert und die Erneuerbaren jahrelang verschlafen hat, nun genau ein nachhaltiges Leuchtturmprojekt bewirbt, um zu zeigen, dass sie um die Klimakrise ihren Betrieb anpasst, ist das nicht wirklich vertrauenserweckend. Wir wittern da eine perfide Greenwashing-Kampagne.


(Grafik: Screenshot Vattenfall)

Costa Smeralda - Königin der Umweltlügen

Ein Kreuzfahrtschiff, „das auf den Schutz der Umwelt und der marinen Ökosysteme setzt”? – Die „Königin der Nachhaltigkeit” macht’s möglich. So zumindest das Werbeversprechen von Costa Kreuzfahrten für ihren Riesendampfer Costa Smeralda. Ist das wirklich möglich oder haben wir es hier doch eher mit der „Königin der Umweltlügen” zu tun? 

 

 

Lust auf einen „Urlaub für verantwortungsvolle Entdecker”? Dann nichts wie los auf Kreuzfahrt mit Costa Kreuzfahrten. Denn für Costa hat der Schutz der Ozeane laut Website ab sofort oberste Priorität. Dann lieber gar nicht erst auslaufen, denkst du? Gute Idee, aber nein: Costa suggeriert Verbraucherinnen und Verbrauchern, dass sie auf der „Costa Smeralda” einen nachhaltigen Kreuzfahrttrip machen können.

Wie das gehen soll? Man wirbt mit der Nutzung von Flüssigerdgas (LNG), das ganz nebenbei ohne jegliche Fakten als „sauberster Brennstoff der Welt” betitelt wird. Doch die Sache hat sogar gleich zwei Haken. Zum einen wird LNG häufig durch umweltbelastendes Fracking gewonnen und laut ICCT (International Council on Clean Transportation, 2020) ist LNG in der Schifffahrt mindestens genauso klimaschädlich wie konventionelle Kraftstoffe. Zwar entstehen bei der Nutzung von LNG deutlich weniger rußförmige Luftschadstoffe jedoch kann die Klimawirkung sogar noch deutlich schlechter ausfallen, da bei den in der Schifffahrt üblichen Motoren bauartbeding besonders viel Methan entweichen kann – ein wahrer Klimakiller.

Von Costas zehn Schiffen haben zudem gerade mal zwei Schiffe einen Antrieb, der LNG verträgt. Hinzukommt, dass laut Branchendiensten die selbsternannte „Königin der Nachhaltigkeit” seit Anfang des Jahres aufgrund gestiegener Preise gar nicht mit dem beworbenen LNG, sondern mit dem umweltschädlichen Marine-Gasöl betrieben wird. Eine Info dazu sucht man vergeblich! Transparente Kommunikation? Fehlanzeige! Echte Nachhaltigkeit? Fehlanzeige!

Und mal ganz ehrlich: Ein grüner Kosename für ein tonnenschweres Riesenschiff allein hilft uns nicht dabei, zu vergessen, dass so ein Kreuzfahrtschiff einen immensen Ressourcenverbrauch bei Bau, Betrieb und Entsorgung verursacht und Kreuzfahrten eine dekadente Luxusbeschäftigung eines winzigen Teils der Weltbevölkerung auf Kosten aller anderen sind. Wir sagen: Daumen runter für so viel Augenwischerei!

(Grafik: Screenshot Costa Kreuzfahrten, bearbeitet: Subline, Zwischenräume und Motiv gekürzt)

 

 

KlimaLügenDiesel von der Klima Kraftstoffe GmbH

Mit jeder Autofahrt aktiv etwas fürs Klima tun? Das verspricht die Klima Kraftstoffe GmbH und bewirbt damit ihren sogenannten „KlimaDiesel“. Der „grüne Dieselkraftstoff” sei der „Schritt zu einer umweltbewussteren, CO2-reduzierten Mobilität” und „mit jedem getankten Liter schützen Sie so unser Klima und die Natur.” Bei der Verbrennung von „Klimadiesel” im Auto wird jedoch genauso viel klimaschädliches CO2 in die Luft geblasen wie bei der Verbrennung von konventionellem, fossilem Dieselkraftstoff.

 

 

Die Behauptung, dass eine Autofahrt mit „Klimadiesel” eine gute Tat für’s Klima wäre, ist von vornherein völlig grotesk. Die Firma begründet ihre Werbeaussagen damit, dass der Diesel teilweise auf biologischen Stoffen wie z.B. gebrauchtem Frittierfett oder Schlachtresten basiert statt auf fossilem Öl. Aber erstens sind diese vermeintlichen „Abfälle“ wertvolle Rohstoffe, die auch in anderen Sektoren eingesetzt werden – beispielsweise als Tierfutter oder zur Seifenherstellung. Jedes Kilogramm Altspeiseöl & Co. kann jedoch nur einmal eingesetzt werden. Landen diese Rohstoffe also verstärkt im Tank, bleibt für die anderen Sektoren weniger übrig und sie müssen ggf. auf Alternativen wie zum Beispiel Palmöl umsteigen. Das Problem wird damit also nur verlagert.

Außerdem gibt es von solchen biologischen Stoffen nur sehr wenig. In Deutschland wird schon seit Jahren immer mehr aus Asien importiert. Altes Frittierfett um den halben Globus zu schippern, um es dann hier im Verbrennungsmotor zu verheizen, ist genauso nachhaltig wie es klingt – nämlich gar nicht.

Die Firma spricht aber nicht nur von reduzierten CO2-Emissionen beim „Klimadiesel”, sondern behauptet zudem ohne Belege, dass der Kraftstoff weniger Luftschadstoffe verursache als fossiler Diesel. Dabei zeigten Tests des ADAC aus 2022 sogar das Gegenteil: Sie haben im Vergleich zu fossilem Dieselkraftstoff erhöhte Stickoxid-Emissionen und eine erhöhte Anzahl besonders kleiner und damit besonders gesundheitsschädlicher Partikel im Abgas festgestellt. Tatsache ist: Verbrennerfahrzeuge werden mit diesem Sprit ganz sicher nicht grün.


 (Grafik: Screenshot Klima Kraftstoffe GmbH)

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