Nestlé gewinnt den Goldenen Geier 2019

#Verpackungswahnsinn

Es wurde nominiert, gesammelt, diskutiert und abgestimmt – nun steht der Gewinner fest: Erstmals verleiht die DUH in diesem Jahr den Negativpreis „Goldener Geier“ für die unsinnigste Einweg-Plastikverpackung des Jahres 2019. Der „Gewinner“ ist die Vittel-Einweg-Plastikflasche von Nestlé. 

Über 20.000 Verbraucherinnen und Verbraucher haben bei der Wahl für den „Goldenen Geier“ abgestimmt. Zuvor hatte die DUH die Verbraucherinnen und Verbraucher aufgerufen, die ihrer Meinung nach sinnloseste Plastikverpackung zu nominieren. In der finalen Runde standen sechs Vorschläge zur Wahl.

Zum unsinnigsten Produkt wurde das aus Frankreich importierte und mehrfach in Einweg-Kunststoff verpackte Mineralwasser Vittel der Nestlé Deutschland AG gekürt: Die Vittel-Einweg-Plastikflaschen sind umweltschädigend, weil sie für jeden Abfüllprozess energie- und ressourcenintensiv neu hergestellt werden müssen.  Bei den Vittel-Flaschen von Nestlé kommt noch hinzu, dass das Mineralwasser aus Frankreich über besonders weite Strecken nach Deutschland transportiert wird, obwohl es hierzulande mehr als einhundert Quellen und Mineralbrunnen in der Region gibt.

Barbara Metz, Stellvertretende Geschäftsführerin der DUH, übergab den Negativpreis am 10. September 2019 direkt vor der Nestlé-Konzernzentrale in Frankfurt am Main. Sie forderte Nestlé auf, dem Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nachzukommen, den Plastikflaschen-Irrsinn zu beenden: Getränke sollten zukünftig in wiederverwendbaren Mehrwegflaschen abgefüllt und auf kurze Transportwege geachtet werden.

Bei der Übergabe des „Goldenen Geiers“ vor der Konzernzentrale von Nestlé in Frankfurt am Main blieb Vorstandschef und Unternehmensentscheider Marc-Aurel Boersch fern und schickte den Geschäftsführer von Nestlé Waters Deutschland Marc Honold vor. Das zeigt, wie wenig sich der Vorstandschef für Umweltschutz und die Wünsche der Verbraucher interessiert – das bestätigt nicht zuletzt auch das Angebot der Vittel-Einwegplastikflaschen.

Die Einweg-Plastikflaschen von Nestlé sind das Symbol einer exzessiven und ressourcenvergeudenden Wegwerfkultur. Deutschland ist beim Anfall von Verpackungsmüll Europameister und das Pro Kopf Aufkommen von Plastikverpackungen ist seit 1995 von 19 Kilogramm auf heute 37 Kilogramm angestiegen. Die bisherige Abfallpolitik von Umweltministerin Svenja Schulze ist gescheitert, weil sie industriefreundlich ist und keine ausreichenden Anreize setzt Abfälle zu vermeiden, Verpackungen wiederzuverwenden und sparsam mit Ressourcen umzugehen. 

Um Unternehmen wie Nestlé dazu zu bringen zukünftig weniger Plastikmüll zu produzieren, ist die Einführung eines verbindlichen Abfallvermeidungsziels, die Umsetzung der gesetzlichen Mehrwegquote von 70 Prozent und die deutliche Verteuerung des Einsatzes von Kunststoff zur Herstellung von Plastikverpackungen notwendig.

Wir werden uns weiter dafür einsetzen, die Plastik-Flut zu stoppen. Auch im kommenden Jahr werden die Bürgerinnen und Bürger wieder darüber abstimmen können, wer den Goldenen Geier 2020 erhält.

Gemeinsam mit dem Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke haben wir eine Petition gestartet: Wir fordern Nestlé-Vorstandschef Marc-Aurel Boersch auf, die völlig unnötigen Einweg-Plastikflaschen aus dem Sortiment zu nehmen und den Plastikirrsinn zu beenden.

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Wir ersticken im Plastikmüll!

Hannes Jaenicke

Es muss langsam Schluss sein mit diesen bescheuerten Verpackungen!

Lucas Reiber
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