Welche ist die dreisteste Umweltlüge des Jahres? Etwa 1200 Nominierungen haben wir in den vergangenen Wochen dazu erhalten. Jetzt kannst Du entscheiden! Wähle unter unseren sechs Finalisten aus und stimme ab: Wer verdient den Goldenen Geier 2022 am meisten?

"Klimaneutrales" Tanken bei Shell

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Was für ein Angebot: Klimaneutral auf deutschen Autobahnen rasen. Egal wie hoch der Spritverbrauch ist. Denn Shell behauptet, dass Autofahrende für nur 1,1 Cent pro Liter getanktem Benzin oder Diesel die CO2-Emissionen der eigenen Fahrt ausgleichen können. Wie genau der klimaschädliche CO2-Ausstoß mit nur 1,1 Cent vollständig kompensiert werden kann, lässt das Unternehmen jedoch komplett offen. Wie absurd diese ärgerliche Täuschung des Shell-Kunden über klimaneutrales Tanken ist, zeigt, wenn man diese Logik einmal zu Ende denkt: Demnach würden rund 225 Millionen Euro insgesamt ausreichen, um ganz Deutschland sofort Benzin-klimaneutral zu machen.

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Schummeltüten von Edeka

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Seit Anfang des Jahres gilt in Deutschland ein Verbot für Plastiktüten mit Einwegcharakter, aber Edeka scheint einfach nicht auf die kurzlebigen Tüten verzichten zu wollen: Statt nur noch echte Mehrweg-Alternativen anzubieten, nutzt die Supermarktkette lieber ein Schlupfloch im Gesetz und hat seine Plastiktüten einfach um wenige Mikrometer dicker gemacht - so fallen sie nicht mehr unter das Verbot. Dabei ist Edeka auch noch so frech und vermarktet die Tüten jetzt einfach als „mehrfach verwendbar“ und will so den Eindruck einer Mehrwegtragetasche erzeugen. Diese Tüten sind aber ebenso wenig für eine vielfache Wiederverwendung geeignet, wie die inzwischen verbotenen Modelle. Das ist dreistes Greenwashing!

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"CO2-neutrales" Fliegen mit Lufthansa

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Mit dem „green“ Tarif verspricht die Lufthansa CO2-neutrales Fliegen – gutes Gewissen inklusive, denn dadurch sollen Flugreisen keine negative CO2-Bilanz mehr aufweisen, obwohl doch alle Flieger mit Kerosin fliegen. Gelingen soll das durch CO2-Kompensationsprojekte und den Einsatz „nachhaltiger“ Flugkraftstoffe (SAF). Unabhängig von unserer Kritik an vielen solcher Kompensationsprojekten stehen wirklich grüne Kraftstoffe, die die umweltschädliche Wirkung des Fliegens begrenzen könnten weder heute noch in absehbarer Zukunft zur Verfügung. Wenn die Lufthansa ernsthaft klimafreundliches Reisen anbieten will, könnte sie auf innerdeutsche Flüge verzichten und wie bereits vor dreißig Jahren Tickets für die Bahn, vielleicht sogar wieder in Lufthansa-Zügen anbieten.

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Einweg-Import-Wasser von Volvic

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Danones Antwort auf die Plastikmüllkrise? Noch mehr Plastikflaschen! Die Einweg-Plastikflaschen der Marke Volvic werden als umweltfreundlich beworben, weil sie aus 100 % recyceltem PET bestehen sollen. Umweltfreundlich ist das jedoch nicht, denn auch die Herstellung von Recyclingmaterial verschlingt Energie, Chemikalien und Ressourcen. Viel ökologischer ist es Wasser regional in bis zu 50 Mal wiederbefüllbaren Mehrwegflaschen anzubieten. Der Transportweg von bis zu 1.400 Km ist darüber hinaus absolut unnötig und macht die Volvic-Flaschen zu größtmöglichem ökologischen Unsinn – schließlich verfügt Deutschland über das größte Mehrwegsystem der Welt und über 150 regionale Mineralbrunnen.

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Scheinlösungen bei McDonald's

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Ganz schön dreist, wenn ein Fast-Food-Konzern behauptet: „Wir reden keinen Müll – wir machen einfach weniger“. Dabei ist der Berg aus Verpackungsmüll, den McDonald’s von 2016 bis 2019 verursacht hat, deutlich gestiegen: auf über 51.000 Tonnen! Die Strategie, Einwegverpackungen durch solche aus anderen Materialien zu ersetzen, ist falsch, weil so kein Gramm weniger Abfall anfällt. Auch dünneres Wickelpapier um die Burger ist Augenwischerei, wenn sogar beim Vor-Ort-Verzehr nahezu alles in Wegwerfverpackungen serviert wird. Abfall lässt sich am besten durch Mehrweg-Verpackungen vermeiden. Doch der Fast-Food-Riese kämpft lieber verbissen für die faktische Vermüllung unserer Umwelt und klagt gegen kommunale Einweg-Abgaben, 1998 in Kassel ebenso wie dieses Jahr gegen Tübingen.

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Verpackungswahnsinn bei HelloFresh

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HelloFresh wirbt für den mengengenauen Einkauf frischer Lebensmittel, und gaukelt so vor, Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Dafür liefert HelloFresh die vielen Zutaten - bis hin zu Gewürzportionen - für ihre Speisen in umweltschädlichen und materialintensiven Kleinstverpackungen. HelloAbfallvermeidung? Fehlanzeige! Am umweltfreundlichsten ist der bedarfsgerechte und möglichst verpackungsfreie lokale Kauf der Lebensmittel. Für mengengenaues Kochen braucht es keine Kleinstverpackungen. Und wenn doch Lebensmittel online bestellt werden müssen, dann bieten sich gerade bei solchen Abo-Modellen wie von HelloFresh Mehrwegverpackungen an. 

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