Projekt des Monats April 2008

Vom Militärflughafen zum Landschaftspark: Deutsche Umwelthilfe zeichnet Unterhaching als Projekt des Monats April aus

Der Landschaftspark Hachinger Tal auf dem früheren Militärflughafen ist Projekt des Monats der DUH-Initiative Grün in der Stadt – DUH lobt „gelungene Synthese von Naturschutz und den Freizeitinteressen der Anwohner“  –  früher hoben auf dem Gelände Militärflieger ab, heute nisten dort bedrohte Vogelarten

Die Gemeinde Unterhaching zeigt, wie Kommunen einen ehemaligen Flugplatz umgestalten und dabei die Interessen von Natur und Mensch zusammenführen können. Im Landschaftspark Hachinger Tal auf dem Gelände des früheren Militärflughafens ist sowohl ein Ort der Freizeitgestaltung als auch der Naturerfahrung entstanden. Bürgerinnen und Bürger nutzen ihn zur Erholung, Schul- und Kindergartengruppen besuchen den Landschaftspark und erfahren stadtnah die Natur.

1997 hat die Gemeinde Unterhaching bei München den Großteil des ehemaligen Militärflughafengeländes gekauft und ab 2001 schrittweise mit der Umgestaltung begonnen. Der Lauf des zuvor begradigten Hachinger Bachs wurde renaturiert, artenarme gedüngte Wiesen in artenreiche Magerrasen und Glatthaferwiesen umgewandelt und eine Streuobstwiese geschaffen. In den dadurch entstandenen Schongebieten brüten nun sogar Vogelarten, die auf der Roten Liste besonders bedrohter Tierarten stehen: Feldlerche, Neuntöter, Dorngrasmücke, Saatkrähe und Wachtel haben im Landschaftspark Hachinger Tal ein Zuhause gefunden. Die Ausweisung von Schutzgebieten für die Feldlerche war dringend notwendig, denn die Bestände dieser am Boden brütenden Vogelart sind in ganz Europa stark rückgängig. Die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung auf dem 115 Hektar großen Gelände sind vielfältig. Spielplätze und Skatewege locken die Besucher ebenso an wie das Naturerlebnis im neu geschaffenen Auwald am Hachinger Bach.

Bei der Gestaltung und Parkpflege setzt der Gemeinderat auf die direkte Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Auf Anregung des Umweltbeirats der Gemeinde und der lokalen Agenda-21 Initiative wurde die Projektgruppe „Landschaftspark“ gegründet. In diesem Gremium arbeiten die Gemeinderats-Fraktionen, die Verwaltung, das Architekturbüro Loidl und die lokale Agenda-21 Initiative erfolgreich bei der Gestaltung des Landschaftsparks Hachinger Tal zusammen. Im Arbeitskreis „Obstwiese“ übernehmen Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich die Pflanzung und Pflege der Obstwiese. Die Information der Besucher übernimmt der Arbeitskreis „Bewusstseinsbildung Landschaftspark“, indem er Faltblätter verteilt. Sie weisen auf die Besonderheiten bei Flora und Fauna hin und informieren über die Schutzbereiche für die bedrohten Arten.

Unter Angabe der Quelle (Gemeinde Unterhaching) können alle Fotos frei verwendet werden.

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