Industrie bekommt Rückstände aus Verpackungsaufdruck nicht in den Griff

Lebensmittelüberwachungsämter der Länder haben seit 2007 zwölf unterschiedliche Druckchemikalien in hierzulande verkauften Lebensmitteln gefunden. Die so genannten Photoinitiatoren, die zur Aushärtung der auf Verpackungen aufgebrachten Druckfarben dienen, gelangen bei der Verpa-ckungsherstellung durch Abrieb von der Außenseite in das Füllgut oder wandern direkt durch das Verpackungsmaterial ins Innere.

© Benjamin Klack/ pixelio

In mindestens neunzehn Fällen stellten Behörden so hohe Konzentrationen an chemischen Drucksubstanzen fest, dass Produkte zurück gerufen oder gesperrt werden mussten. Einige Lebensmittel beinhalteten einen Chemikaliencocktail aus mehreren Photoinitiatoren. So enthielt eine Bio-Reiswaffel von REWE insgesamt sechs unterschiedliche Druckchemikalien. In Knorr Mexican Tacos wurde ein Spitzenwert von bis zu 50 Milligramm pro Kilogramm der Chemikalie 4-Methylbenzophenon gemessen und überstieg damit den so genannten Unbedenklichkeitswert von 0,6 Milligramm pro Kilogramm um das 83-fache.

Bereits im Dezember 2009 wies das Verbraucherschutzministerium (BMELV) darauf hin, dass 4-Methylbenzophenon als krebserzeugend gilt. Es ist nicht akzeptabel, dass das BMELV auf die Risiken von Druckchemikalien hinweist, sich aber außerstande sieht, in angemessener Weise für Abhilfe zu sorgen. Der Einsatz von Druckfarben für Lebensmittelkontaktmaterialien in Deutschland wird zurzeit weder gesetzlich oder auch nur durch Empfehlungen des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) geregelt.

Eine Vielzahl von Produkten betroffen

© Benjamin Klack/ pixelio

Inzwischen weitet sich das Problem aus. Kontaminationen von Druckchemikalien in Lebensmitteln sind nicht mehr nur ein Problem von Getränken in Kartonverpackungen. Behördenuntersuchungen ergaben eine breite Palette von belasteten Produkten wie beispielsweise Müslis, Haferflocken, Mehl, Tütensuppen, Cornflakes, Müsliriegel oder Reiswaffeln. Für lediglich zwei der zwölf in Lebensmitteln festgestellten Druckchemikalien liegen dem BMELV Risikobewertungen vor. Zu den gesundheitlichen Auswirkungen der zehn übrigen Druckfarbenbestandteile kann das BMELV keine verlässlichen Aussagen machen, da keine toxikologischen Daten existieren. Die Markt führenden Verpackungshersteller Tetra Pak und Elopak verweigern bis heute jede Auskunft zu den Produktionsverfahren als auch zu den derzeit eingesetzten Druckchemikalien und ihrer Toxizität.

Lösungsansätze gegen Chemikalienübergänge

Zum Schutz der Gesundheit aller Verbraucher dürfen nur noch chemische Substanzen zugelassen werden, die nachweislich als unbedenklich eingestuft werden. Die DUH fordert eine umgehende Erstellung von Positivlisten mit zugelassenen Drucksubstanzen und die verbindliche Festlegung von Höchstkonzentrationen für den Übergang auf Lebensmittel. Darüber hinaus müssen Druckverfahren eingesetzt werden, bei denen es zu keinem Kontakt zwischen der Außen- und Innenseite der Verpackung kommt.

Kontakt

Copyright: © Heidi Scherm

Thomas Fischer
Leiter Kreislaufwirtschaft
E-Mail: Mail schreiben

Teilen auf:

Privatsphäre Einstellungen

Diese Website verwendet Cookies, um die Kernfunktionalität zu ermöglichen und den Inhalt zu personalisieren und die Besuche auf der Website zu analysieren. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzerklärung.

Erforderliche Cookies

Externe Inlineframes

Statistik und Analyse-Cookies

Privatsphäre Einstellungen

Wir setzen Cookies ein, um die Kernfunktionen zu ermöglichen, die Webseitennutzung zu erleichtern und zu analysieren und unsere Themen auf Ihre Interessen abzustimmen.Sie entscheiden, ob Sie über den Button „Alle akzeptieren“ alle Cookies zulassen oder über den Button „Alle ablehnen“ auf die erforderlichen Cookies beschränken. Individuelle Einstellungen können Sie über den Button „Einstellungen“ vornehmen. Dort finden Sie auch weitere Informationen zum Umfang der Datenverarbeitung.Sofern Sie den Button „Alle akzeptieren“ anklicken, stimmen Sie dem Einsatz der über den Button „Einstellungen“ dargestellten Umfang der Cookie-Nutzung zu. Ihre Entscheidung können Sie jederzeit über „Persönliche Einstellungen“ im Fußbereich der Website ändern.Sofern Sie Cookies zu Statistik-/ Marketingzwecken oder externen Inlineframes akzeptieren willigen Sie ein, dass Ihre Daten durch Dienste wie YouTube, Google Analytics, TikTok in den USA verarbeitet werden. Aus Sicht des Europäischen Gerichtshofs besitzt die USA nach EU-Standards ein unzureichendes Datenschutzniveau. Insbesondere besteht die Gefahr, dass Ihre Daten durch US-Behörden zu Zwecken der Überwachung ohne jegliche Rechtsbehelfsmöglichkeiten verarbeitet werden können. Sie können diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem Sie das Setzen von über „Persönliche Einstellungen“ im Fußbereich der Website ändern auf „Erforderliche Cookies“ beschränken..