Projekt des Monats Januar 2008

Bambergs "Straßenränder auf Terrassensand"

Hervorragendes Grünflächenmanagement der Stadt Bamberg – Vorbild für die Verbindung von Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Artenschutz in der Stadt

Die DUH-Initiative „Grün in der Stadt“ hat die Stadt Bamberg am 10. Januar als „Projekt des Monats“ ausgezeichnet. Bürgermeister Werner Hipelius wurde im Bamberger Rathaus die Urkunde für das vorbildliche ökologische Grünflächenmanagement in Bamberg übergeben. Das langjährige Projekt "Straßenränder auf Terrassensand" der Stadt Bamberg  fördert die heimische Artenvielfalt sehr effektiv. Wo einst artenarme Rasenbankette die Straßen säumten, ergießt sich heute ein Blütenmeer aus Klatschmohn, Wiesensalbei, Wilder Möhre und weiteren, zum Teil sehr seltenen Arten. Doch nicht nur die Artenvielfalt profitiert vom neuen Pflegekonzept, es wird auch viel Arbeit und Energie eingespart. Ökologie und Ökonomie gehen in Bamberg Hand in Hand.

Die eintönigen Rasenbankette auf dem Berliner Ring und an anderen Verkehrsachsen Bambergs gehören der Vergangenheit an. Entlang von sechs Kilometern Straße, Rad- und Fußweg betreibt die Stadt Bamberg seit 1999 auf einer Gesamtfläche von 10 Hektar ökologisches Grünflächenmanagement. Mit großem Erfolg für den Artenschutz, denn mittlerweile blühen dort über 400 standortgerechte Pflanzenarten, darunter auch seltene und bedrohte Arten wie das Alpen-Leinblatt (Thesium alpinum), die Violette Königskerze (Verbascum phoeniceum) und die Ranken-Platterbse (Lathyrus aphaca). Zum Vergleich: Auf einem normalen Rasenbankett gedeihen üblicherweise nicht mehr als zehn Arten. Die Artenvielfalt ist dem trocken-sandigen Standort zu verdanken, und ist außerdem das Ergebnis eines langjährigen und durchdachten Pflegekonzepts: Gemäht wird nur noch ein- bis zweimal im Jahr, auf Dünger und Pestizide wird völlig verzichtet. So spart das Grünflächenmanagement der Stadt auch viel Arbeitsaufwand und Energie ein.

Initiiert wurde das Projekt durch die „Sand-Achse Franken“, deren Ziel es ist, die Sandlebensräume in einem Biotopverbund entlang der Regnitzachse zu erhalten und zu fördern. Die Stadt Bamberg führt das Projekt seither konsequent weiter und leistet Öffentlichkeitsarbeit. Führungen am Straßenrand, Vorträge, Publikationen und regelmäßige Pressemitteilungen erläutern den Bürgern den Nutzen der naturnahen Grünflächenpflege. Dies ist auch nötig, denn für viele sind die wilden Blumen immer noch ein Zeichen von Vernachlässigung. Die überwiegende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger schätzt die Wiesen jedoch, und so mancher nutzt die neue Möglichkeit, sich einen Blumenstrauß mitten in der Stadt zu pflücken.

 

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Unter Angabe der Quelle (Stadt Bamberg) können alle Fotos frei verwendet werden.

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