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Klimaschutz hier und jetzt statt Kompensation

Freitag, 07.12.2018

Es ist verlockend: durch das Zauberwort Kompensation wird ein Produkt, eine Dienstleistung, ja ein ganzes Unternehmen schnell „klimaneutral“. Doch Kompensation ist kein Schlüssel für den Klimaschutz.

© Petair/Fotolia

-- Die 24. UN-Klimakonferenz (COP24) findet in diesem Jahr vom 2. bis 14. Dezember im polnischen Kattowitz (Katowice) statt. Deutschland rühmt sich als Vorreiter in Sachen Klima. Unsere Artikel-Sonderreihe zur COP24 zeigt: auch Deutschland hat in Sachen Klimaschutz einiges aufzuholen. --

Es gibt zwei grundsätzliche Wege, wie klimaschädliche Gase vermieden werden können. Dazu ein Beispiel: Ein Unternehmen produziert Mehrweg-Kaffeebecher. In der Produktion, bei der Lagerung und beim Vertrieb der Kaffeebecher fallen Klimagase wie CO2 an. Um die Kaffeebecher als „klimaneutral“ verkaufen zu dürfen, müssen diese Klimagase auf null reduziert werden.

Entweder die klimaschädlichen Gase werden nicht am Ort der Entstehung, sondern irgendwo anders in der Welt, wo es billiger ist als hier bei uns, in gleicher Menge reduziert. Dies wird als Kompensation bezeichnet. Das Kaffeebecher-Unternehmen zahlt eine Summe X an eine Organisation, die damit Projekte in zumeist Schwellen- und Entwicklungsländern finanziert. So wird beispielsweise der Einsatz von Solarkochern gefördert, um das Abholzen von Wäldern zu minimieren.

Oder das Becher-Unternehmen passt seine eigenen Prozesse an und nutzt zum Beispiel klimafreundliche Rohstoffe und klimafreundliche Energie zur Herstellung der Becher. Auch der Vertrieb der Becher wird umgestellt und erfolgt beispielsweise über Lastenräder. Diese Variante ist meistens teurer und aufwendiger als die Kompensation.

Kompensation: Kein langfristiger Effekt

Bei beiden Varianten gelangt am Ende weniger CO2 in die Atmosphäre. Dennoch ist es keineswegs egal, wofür wir uns entscheiden. Der entscheidende Unterschied liegt in der langfristigen Wirkung. Reine Kompensation bringt Deutschland auf lange Sicht beim Klimaschutz nicht voran, denn unsere Lebens- und Wirtschaftsweise auf Kosten des Klimas zementiert sich dadurch. Im ungünstigsten Fall steigen die Emissionen sogar weiter an. Null Emissionen können so nicht erreicht werden.

Kompensation ist zudem sozial ungerechnet und wälzt die Umweltkosten auf die Allgemeinheit ab. Durch Kompensation kann ein klimaschädlicher Lebens- oder Produktionsstil billig „erkauft“ werden. Die Kosten, die durch Klimaveränderungen entstehen, sind aber deutlich höher und werden der Gesellschaft überlassen. Die Allgemeinheit zahlt so für das Beharren Einzelner auf einem Verhalten, das dem Klima schadet.

Auch verlagert Kompensation die Umstellung auf einen CO2-reduzierten Lebensstil zeitlich nach hinten und überlässt diesen Schritt der nächsten Generation. Dabei sind schon heute vielfältige innovative Ideen verfügbar, die auch unserer Wirtschaft guttun.

Wir müssen handeln. Hier bei uns!

Was wir wirklich brauchen, ist ein Handeln hier und jetzt! Wir brauchen eine Veränderung der Lebens- und Wirtschaftsweise hier und jetzt! Politik kann diesen Prozess unterstützen. Gäbe es etwa eine Klimaabgabe für den Ausstoß von CO2, hätten alle den Anreiz, möglichst wenig davon in die Atmosphäre zu geben.

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