Hintergrund

Seit Jahren wird über die ökologischen Auswirkungen der Nutzung von Wasserkraft eine kontroverse und sehr intensive Diskussion geführt. Insbesondere die über 6.000 kleinen Anlagen (kleiner 1 MW Leistung) stehen dabei im Mittelpunkt. Die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) schreibt vor, dass bei sämtlichen Fließgewässern ein „guter ökologischer Zustand“ oder ein „gutes ökologisches Potential“ erreicht oder erhalten werden muss. Zugleich stellt die Nutzung der Wasserkraft durch zahlreiche für Fische und wirbellose Gewässerbewohner unüberwindliche Querbauwerke und das Ableiten von Wasser aus dem Fluss eine erhebliche ökologische Beeinträchtigung dar. Eine ökologische Verbesserung bestehender Anlagen ist vielfach möglich, erfordert aber erhebliche Investitionen, die viele Betreiber nicht leisten können.

Das derzeit gültige Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht eine Erhöhung der Vergütung für kleine Altanlagen um 2ct/kWH auf 9,67 ct/kWh vor, wenn ökologische Verbesserungen durchgeführt werden, die zumindest zu einer wesentlichen Verbesserung des ökologischen Zustands im Gewässer führen. Besonders bei sehr kleinen Anlagen reichen allerdings die derart zu erzielenden Mehreinnahmen zur Finanzierung der notwendigen Verbesserungen nicht aus. Zudem fördert das bestehende EEG ausschließlich einzelne Anlagen, während die WRRL das gesamte Gewässersystem betrachtet. An diesem befinden sich oft mehrere Wasserkraftanlagen, deren Modernisierung aus Sicht der Gewässerökologie unterschiedlich vorrangig ist.

In einem Pilotprojekt, das vom Umweltbundesamt und vom Bundesumweltministerium gefördert wird, entwickelt und erprobt das Büro am Fluss gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe derzeit ein alternatives Fördermodell für einen Verbund mehrerer kleiner Wasserkraftanlagen an einem Gewässersystem. Dabei sollen mehrere Betreiber in den Genuss einer erhöhten Einspeisevergütung kommen können, auch wenn die Maßnahmen nicht an allen Anlagen durchgeführt werden, sondern sich an den effizientesten Standorten für ökologische Maßnahmen konzentrieren. Es ist geplant, erste Ergebnisse des Modellvorhabens in die aktuelle Diskussion um die anstehende Novellierung des EEG einfließen zu lassen.

Quelle: Sächsische Wehrdatenbank (LfL), Bild: Peters/Signer© Sächsische Wehrdatenbank (LfL), Bild: Peters/Signer

Kontakt

Copyright: © Steffen Holzmann

Ulrich Stöcker
Leiter Naturschutz
E-Mail: Mail schreiben

Teilen auf:

Privatsphäre Einstellungen

Diese Website verwendet Cookies, um die Kernfunktionalität zu ermöglichen und den Inhalt zu personalisieren und die Besuche auf der Website zu analysieren. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzerklärung.

Erforderliche Cookies

Externe Inlineframes

Statistik Cookies

Privatsphäre Einstellungen

Wir setzen Cookies ein, um die Kernfunktionen zu ermöglichen, die Webseitennutzung zu erleichtern und zu analysieren und unsere Themen auf Ihre Interessen abzustimmen. Sie entscheiden, welche Cookies Sie zulassen oder ablehnen. Klicken Sie hierzu auf den Button „Einstellungen“, um Ihre Einstellungen zu treffen und weitere Informationen zum Umfang der Datenverarbeitung zu erhalten. Sofern Sie den Button „Akzeptieren“ anklicken, stimmen Sie dem Einsatz der über den Button „Einstellungen“ dargestellten Umfang der Cookie-Nutzung zu. Ihre Entscheidung können Sie jederzeit in den Privatsphäre-Einstellungen (Fußbereich der Website) ändern.