Lebendige Flüsse und Kleine Wasserkraft

Streitpunkt Wasserkraft: Die ideale erneuerbare Energiequelle? Quelle: solarcomplex GmbH

Seit Jahrhunderten nutzen Menschen die Kraft der Flüsse und Bäche zur Energiegewinnung. Unerschöpflich, sich immer wieder erneuernd, ohne Ausstoß von Treibhaushausgasen scheint die Stromerzeugung durch Wasserkraft jene Form von neuer Energie zu sein, die sich alle Umweltschützer wünschen. Und doch hat sich an der Nutzung der Wasserkraft zur Stromgewinnung ein erbitterter Streit zwischen Naturschützern und Wasserkraftlobbyisten entzündet, der bis weit in die Umweltverbände hinein reicht.

Aus Sicht des Naturschutzes stellen insbesondere die über 6.000 kleinen Wasserkraftwerke (< 1 MW Leistung) ein gravierendes Problem dar. Wasserkraftanlagen sind Querbauwerke, die die natürlichen Prozesse in einem Fließgewässer empfindlich stören. Das Abflussverhalten wird verändert, die Wanderungen der Fische und der Transport von Geschiebe behindert. Viele Fische und andere Wasserorganismen werden zudem von den Turbinen geschädigt oder getötet. Von den Verbänden der Wasserkraftwerke wird die Erzeugung von Strom ohne CO2-Ausstoß hervorgehoben, negative Auswirkungen auf die ökologische Situation der Flüsse und Bäche in Abrede gestellt. Die Fronten sind verhärtet.

In dem Projekt „Lebendige Flüsse und Kleine Wasserkraft“ sollen sowohl ein Beitrag zum Klimaschutz als auch für die Verbesserung der ökologischen Situation unserer Flüsse und Bäche geleistet werden. Bei großen Wasserkraftwerken gibt es inzwischen Beispiele  für recht gelungene Kompromisse, so z.B. der Ersatzneubau in Rheinfelden. Das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gibt Betreibern kleiner Wasserkraftwerke die Möglichkeit, eine um 2 Cent erhöhte Einspeisevergütung zu erhalten, wenn durch bestimmte Maßnahmen eine Verbesserung der ökologischen Situation erreicht wird. In diesem Zusammenhang will die Deutsche Umwelthilfe anhand ausgewählter Beispiele für die Verbesserung der ökologischen Situation besonders an bestehenden Kleinwasserkraftanlagen werben.

Um die Fronten aufzubrechen, werden auf beiden Seiten Voraussetzungen zur Aufnahme eines sachlichen, inhaltlichen Dialogs gefördert. Das Projekt richtet sich deshalb besonders an Natur- und Umweltschutzverbände und deren ehren- und hauptamtliche Multiplikatoren sowie an die Betreiber kleiner Wasserkraftanlagen und deren organisierte Verbände. Neben der Sammlung und Vermittlung von Beispielen ökologisch engagierter Kleinwasserkraft-Projekte stehen die Erarbeitung von kooperativen Lösungen in Workshops und bilateralen Gesprächen im Mittelpunkt des Projekts. 

Das Projekt "Lebendige Flüsse und Kleine Wasserkraft" wird finanziell vom Bundesumweltministerium und vom Umweltbundesamt gefördert.
Die Förderer übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit, die Genauigkeit und Vollständigkeit der Angaben sowie für die Beachtung privater Rechte Dritter. Die geäußerten Ansichten und Meinungen müssen nicht mit denen der Förderer übereinstimmen.

 

Weitere Informationen

  • <LINK 750>Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und Kleine Wasserkraft</LINK>
  • <LINK 757>Das Gesetz zum Vorrang erneuerbarer Energien (EEG) und Kleine Wasserkraft</LINK>
  • <LINK 759>Maßnahmen an kleinen Wasserkraftanlagen zur Verbesserung der ökologischen Situation</LINK>
  • <LINK 869>Links</LINK>

Veranstaltungen

  • Workshop I - "Lebendige Flüsse und Kleine Wasserkraft", 18. Oktober 2005, Berlin
  • <link 975>Workshop II - "Lebendige Flüsse und Kleine Wasserkraft", 25. April 2006, Plochingen</link>
Downloads
Datei-Link-Symbol für fileadmin/_migrated/content_uploads/Baden-Wuerttemberg.pdf

fileadmin/_migrated/content_uploads/Baden-Wuerttemberg.pdf

Gemeinsame Erklärung zur Wasserkraftnutzung in Baden-Württemberg von Landesfischereiverband Ba-Wü, LNV Ba-Wü und NABU Ba-Wü; August 2005

0.9 M
Datei-Link-Symbol für fileadmin/_migrated/content_uploads/Kleine_Wasserkraft_klein.pdf

fileadmin/_migrated/content_uploads/Kleine_Wasserkraft_klein.pdf

Abschlussdokumentation des Projekts "Kleine Wasserkraft"

1.1 M