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Waffel oder Becher? Eis umweltfreundlich genießen

Dienstag, 25.05.2021

Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen: Es wird wieder Zeit für Eis! Klassicherweise fragt uns der Eisverkäufer nach "Becher oder Waffel?". Was ist aus ökologischer Sicht die beste Wahl? Wir haben es uns angesehen.

© NikoEndres / Adobe Stock

Umwelt- und Klimafreundlichkeit spielt auch bei Eisgenießer*innen eine immer wichtigere Rolle. Doch für welche Verpackung soll man sich entscheiden? Ist die Waffel aus Umweltsicht das Optimum? Wie schneiden Pappbecher ab und wie sieht es aus mit biologisch abbaubaren Behältnissen aus?

Wird die Eiswaffel gegessen, ist sie nicht zu schlagen

Der Klassiker beim Eisgenuss ist die essbare Waffel und gehört für viele Verbraucher*innen fest zum Eisgenuss dazu. Wird die Waffel gegessen, dann ist sie aus Umweltsicht unschlagbar im Vergleich zu anderen Einwegbechern. Abfälle fallen erst gar nicht an. Keine Spur von Müll in der Umwelt. Und einen weiteren Vorteil bringt die Eiskugel in der Waffel noch mit sich: In der Regel wird das Eis in der Waffel nicht mit Hilfe kleinteiliger Löffel gegessen. Ganz im Gegenteil zu Einwegbechern, zu denen es standardmäßig Einweg-Plastik- oder Holzlöffel dazu gibt.

Einweg-Pappbecher: viel Abfall, Müllberge in der Umwelt und kein Recycling

Einweg-Kaffeebecher aus Pappe sind inzwischen verpönt. Doch Pappbecher für das Eis sind noch weit verbreitet. Viele Verbraucher*innen haben den Eindruck, der Becher bestünde aus Pappe und das könne ja nicht so schlecht für die Umwelt sein. Doch das Gegenteil ist der Fall. Eisbecher sind eine kleinteilige Verpackung für schnelldrehende Lebensmittel, die zu einer überproportional großen Müllmenge führen. Ebenso wie bei Einweg Coffee-to-go-Bechern landen viele der Eisbecher und Plastiklöffel achtlos in der Umwelt. Was man auf den ersten Blick nicht sieht: Die Pappbecher sind mit Plastikfolie ausgekleidet. Das führt nicht nur zu erhöhten Umweltauswirkungen in der Herstellung, sondern auch zu Mikroplastik in der Umwelt. Die Partikel verbleiben nämlich in der Umwelt, wenn sich der Pappanteil abgebaut hat. Aber auch die Herstellung der Pappe hat es in sich: Es wird viel Wasser, Chemie und Energie eingesetzt. Landet der kunststoffbeschichetete Becher im öffentlich Mülleimer, dann wird er verbrannt und die zur Herstellung eingesetzten Ressourcen gehen unwiederbringlich verloren. Aber auch die Entsorgung im gelben Sack führt nicht zum gewünschten Recyclingergebnis. Mit kunststoffbeschichtetem Papier können die Recycler nichts anfangen und daher wird es ebenfalls verbrannt.

Biologisch abbaubare Produkte sind keine umweltfreundliche Alternative

Eisbecher aus sogenannten Biokunststoffen bieten keine gesamtökologischen Vorteile gegenüber herkömmlichen Einwegprodukten. Sie können in der Regel nicht recycelt werden und tragen nicht dazu bei, dass auch nur ein einziger Wegwerfbecher weniger hergestellt wird. Einweg durch Einweg zu ersetzen, löst keine Abfallprobleme. Zudem könnte die Bewerbung der Eisbecher als biologisch abbaubar dazu führen, dass diese erst recht in der Umwelt liegen gelassen werden. Doch die biologische Abbaubarkeit bezieht sich in der Regel auf industrielle und labortechnische Bedingungen und nicht auf solche in der Umwelt. Landet ein Bioplastikbecher in der Natur, dann bleibt er dort ähnlich lange liegen, wie solche aus fossil basiertem Kunststoff. Häufig wird Bioplastik auch aus gentechnisch manipuliertem Mais aus den USA oder aus brasilianischem Zuckerrohr produziert. Wenn dann noch Pestizide, Herbizide und Düngemittel eingesetzt werden, dann wird schnell klar, dass der ökologische Rucksack groß ist und man von diesen Produkten aus Umweltgründen die Hände lassen sollte.

Was beim Coffee-to-go geht, das funktioniert auch beim Eis auf die Hand: Mehrwegbecher


Eine gute Alternative zu Wegwerfeisbechern sind Mehrwegbecher. Kunststoff-Mehrwegbecher, zum Beispiel von den Anbietern Vytal und Faircup, können hunderte Male wiederverwendet werden. Mit der Teilnahme an einem solchen Mehrwegsystem können Eisdielen Abfall vermeiden, Ressourcen einsparen und die Vermüllung der Umwelt verhindern. Die Rückgabe der Becher kann mit einem Pfand sichergestellt werden oder durch die Nutzung einer App. Wenn der Becher nicht innerhalb eines festgelegten Zeitraumes zurückgegeben wird, fällt eine Gebühr an. Bei den Mehrwegbechern gilt: Je mehr Eisdielen und Verkaufsstellen sich an einem Mehrwegbechersystem beteiligen, desto besser funktioniert das System und desto verbraucherfreundlicher wird es. Wenn die Mehrwegbecher nach vielen Umläufen ausgedient haben, dann können sie sehr gut recycelt werden, weil sie durch die Rückgabe sortenrein erfasst werden. Am Ende bleibt jedoch festzuhalten: Auch ein Mehrweg-Eisbecher kann der Waffel aus Umweltsicht nicht den Rang ablaufen, wenn sie denn gegessen wird.

Allerdings gibt es durchaus gute Gründe für die Nutzung von Eisbechern. Nicht jeder isst sein Eis gern aus der Waffel, sondern präferiert den unverfälschten Eisgeschmack. Kleinen Kindern kann das Essen aus der Waffel schwerfallen, es tropft und das Eis landet überall. Für diejenigen, die einen Becher nutzen wollen, sollte es aus ökologischer Sicht die Mehrwegvariante sein.

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