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Pressemitteilung

Stadt Essen offenbart absurde Vorstellung von Verkehrssicherheit für Radfahrende in Essen

Freitag, 17.04.2020
© Mikael Damkier / stock.adobe.com

Berlin, 17.4.2020: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert das Sicherheitskonzept der Stadt Essen zur Umsetzung neuer Radinfrastruktur auf der Rüttenscheider Straße. Da die Stadt Essen auf bauliche Veränderungen zur Reduzierung des Durchgangsverkehrs verzichtet, hatte die DUH die zuständigen Entscheidungsgremien dazu aufgefordert, die zuvor angedachten modalen Filter für mehr Sicherheit der Fahrradfahrenden doch noch umzusetzen. Das darauf erfolgte Antwortschreiben des Oberbürgermeisters Thomas Kufen enthält erstaunliche Aussagen und zeigt deutlich, wie wenig Verständnis in der Essener Verwaltung für die Sicherheit des Radverkehrs vorhanden ist.

Im Schreiben des Oberbürgermeisters heißt es: „Durch entsprechende Markierungen sollen Radfahrende ermutigt werden, den Straßenraum sicher zu nutzen“. Diese Aussage offenbart eine verquere Sichtweise der Essener Stadtverwaltung, dass eine sichere Nutzung des Straßenraums lediglich vom guten Willen der Radfahrenden abhänge. Weiter heißt es: „Die Einrichtung einer Fahrradstraße erlaubt es den Radfahrerinnen und Radfahrern nebeneinander zu fahren. Dies macht Überholvorgänge für Kraftfahrzeuge unmöglich.“ Somit sollen Fahrradfahrende nun selbst als modale Filter wirken, um den Verkehrsfluss auf der Rüttenscheider Straße zu reduzieren. Das sich damit ein erhöhtes Sicherheitsgefühl einstellt, ist aus Sicht der DUH nicht zu erwarten. 

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, dazu: „Es ist völlig absurd, dass Fahrradfahrende nun selbst den Verkehr verlangsamen sollen, um das Ziel der Verkehrsreduktion zu erreichen. Allen Personen, die bereits nebeneinander Rad gefahren sind, ist bewusst, dass dies nur zum Unmut einzelner Autofahrer führt, der auch durch Hupen und Drängeln zum Ausdruck gebracht wird. Ein erhöhtes Sicherheitsgefühl stellt sich damit bestimmt nicht ein. Simple Farbmarkierungen als sichere Infrastruktur zu verkaufen, ist mehr als dreist. Die Attraktivitätssteigerung für den Fahrradverkehr bei der Umgestaltung der Rüttenscheider Straße muss im Mittelpunkt stehen, dem Bürgermeister aber scheinen die Interessen der Autofahrer wichtiger zu sein, als die Sicherheit für Fahrradfahrende. Erneut wird hier eine Chance vertan, den städtischen Raum lebenswerter und sicherer zu gestalten und die Aufenthaltsqualität auf der Rüttenscheider Straße im Interesse der Gewerbe und Gastronomie zu erhöhen.“

Die DUH setzt sich deutschlandweit für sichere Radverkehrsinfrastruktur ein und hat zuletzt aufgrund zahlreicher Hinweise von Bürgern 203 Städte aufgefordert, Verkehrsflächen kurzfristig zu Fahrrad-Straßen umzuwidmen und Tempo 30 innerorts einzuführen. Ziel der Aktion ist es, Radfahrenden zu ermöglichen die notwendigen Sicherheitsabstände während der Corona-Pandemie einzuhalten. Unter https://www.duh.de/fahrradstrassen-jetzt/ können Bürger noch für kurze Zeit Städte melden, in denen die Deutsche Umwelthilfe formale Anträge für Fahrrad-Straßen stellen soll.

Links:

Informationen zu der Kampagne „Fahrradstraßen jetzt“: https://www.duh.de/fahrradstrassen-jetzt/

Kontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de


DUH-Pressestelle:

Marlen Bachmann, Thomas Grafe
030 2400867-20, presse@duh.de

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