Sagen Sie Ihrer/Ihrem Bürgermeister*in, wo Straßen in Fahrradwege umgewandelt werden sollen!

In dicht besiedelten Städten müssen oder wollen viele Menschen angesichts des eingeschränkten Bus- und Bahnverkehrs mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Der stark zurückgegangene Autoverkehr ermöglicht die provisorische Nutzung von Auto-Fahrspuren als Fahrrad-Straßen. Bogotá (Kolumbien) hat auf 120 km Länge Fahrrad-Straßen in der Stadt eingerichtet. Auch in Berlin tut sich etwas und es entstehen Fahrrad-Straßen in verschiedenen Bezirken! 

Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, dass Fahrradfahrer und Fußgänger sich sicher durch unsere Städte bewegen können. Das trägt zur Verbesserung der Luftqualität bei, erlaubt Bewegung an der frischen Luft mit sicherem Abstand voneinander und verhindert unnötige Unfälle. 

Wir haben seit dem 3. April in 203 Städten formale Anträge gestellt, Verkehrsflächen in sichere Fahrrad-Straßen während der Corona-Krise provisorisch umzuwandeln. Darüber hinaus sollte zur Vermeidung von schweren Unfällen die Geschwindigkeit in der Stadt auf 30km/h reduziert werden.

Wenn Sie möchten, dass auch in Ihrem Wohn- oder Arbeitsort kurzfristig Straßenabschnitte oder Fahrspuren in Fahrrad-Straßen umgewandelt werden, dann machen Sie jetzt mit: Laden Sie sich bei uns einen Musterantrag herunter und schicken Sie selbst Ihren persönlichen Antrag an Ihre Stadt. Teilen Sie Ihrem/Ihrer Bürgermeister*in mit, welche Straßenabschnitte sich bei Ihnen besonders für Fahrradspuren eignen und zeigen Sie so, dass Sie unseren Antrag unterstützen.

Jetzt Mustertext für Ihr persönliches Schreiben erhalten:
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Bicycle road sign on asphalt© monticellllo/stock.adobe.com
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Shot of white pedestrian sign on asphalted sidewalk and feet of woman pedestrian going away, at summer day. Road surface marking for pedestrians. Concept of compliance of road rules and traffic safety© Andrei Korzhyts/stock.adobe.com

Schon jetzt hat die Coronavirus-Pandemie weltweit viele Todesfälle verursacht. 80% der an COVID-19 Erkrankten erleben nach WHO Angaben einen leichten Verlauf. Bei 14% verläuft die Erkrankung schwer mit z.B. Atemnot, während bei 5% die Erkrankung lebensbedrohlich verläuft.

Menschen mit Vorerkrankungen haben ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Daher liegt es auf der Hand, dass Menschen mit durch Luftverschmutzung verursachten oder verschlimmerten Lungen- oder Herz-Kreislauferkrankungen eine schlechtere Abwehr gegen das neuartige Coronavirus zeigen.

In dicht besiedelten Städten müssen viele Bürger angesichts des eingeschränkten Bus- und Bahnverkehrs mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Der stark zurückgegangene Autoverkehr ermöglicht die provisorische Umwidmung von Auto-Fahrspuren in Fahrrad-Straßen. Bogotá (Kolumbien) hat auf etwa 100 km Länge solche Fahrrad-Spuren eingerichtet. In der vergangenen Woche ist der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gefolgt und hat in nur 48 Stunden erste Maßnahmen wie die Umwandlung von Autospuren in gesonderte Radwege oder die Verbreiterung von Aufstellflächen an Kreuzungen umgesetzt. 

Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, dass Fahrradfahrer und Fußgänger sich sicher durch unsere Städte bewegen können. Das trägt zur Verbesserung der Luftqualität bei, erlaubt Bewegung in frischer Luft mit sicherem Abstand voneinander und verhindert unnötige Unfälle. Und weniger Verkehrsunfälle entlasten gerade jetzt entscheidend unsere Krankenhäuser.

Zahlreiche Studien belegen, dass höhere Konzentrationen von Luftschadstoffen das Risiko für Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen, insbesondere bei älteren Menschen erhöhen. Bei Kindern führen höhere Feinstaubkonzentrationen (PM2,5) zu Verschlechterungen Virus-induzierter Asthmaerkrankungen. Zudem verursacht Luftverschmutzung als größtes umweltbezogenes Gesundheitsrisiko Atemwegserkrankungen und Bluthochdruck. Je höher die Belastung desto gefährdeter sind die Menschen. Dabei handelt es sich um Vorerkrankungen, die die Symptome einer SARS CoV-2 Infektion verstärken können. 

Umfassende Studien über den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und der Ausbreitung beziehungsweise dem Verlauf der durch das neuartige Coronavirus SARS CoV-2 verursachten Krankheit COVID-19 liegen bislang nicht vor. Erste kleinere Studien weisen jedoch darauf hin, dass die generelle schädliche Wirkung von Luftschadstoffen insbesondere auf die Atemwege es dem Immunsystem erschwert, die Infektion der Atemwege durch die Erkrankung COVID-19 zu bekämpfen.  So gibt es Erkenntnisse aus früheren Epidemien derselben Virengattung, etwa eine besonders häufig zitierte Studie aus dem Jahr 2003, die fünf Regionen mit mindestens 100 SARS-Fällen während der SARS-CoV Epidemie 2002/2003 untersucht hat. Das Ergebnis: SARS-Erkrankte aus Regionen, die eine höhere Luftverschmutzung im Untersuchungszeitraum aufwiesen, hatten ein um 84% erhöhtes Risiko, an SARS (schweres akutes Atemwegssyndrom) zu sterben.

Zum Schutz der vermehrt auf das Fahrrad angewiesenen Berufspendler sollen die jeweiligen Stadtverwaltungen weniger genutzte Straßenflächen nach den Beispielen Bogotá und Berlin-Kreuzberg zu Fahrradspuren umwidmen. Derartige kurzfristige Schutzmaßnahmen sollen auch dazu beitragen, Fahrradunfälle und daraus resultierende Krankenhausaufenthalte zu minimieren. Die DUH fordert schließlich Bürger bundesweit auf, weitere Städte zu benennen, in denen die DUH ebenfalls Anträge auf kurzfristige Umwidmungen von Fahrspuren in sichere Fahrrad-Straßen stellen soll.

Wir haben ganz konkret in den 203 Städten beantragt:

  • Straßenflächen zu Fahrradspuren nach dem Beispiel von Bogotá bzw. Berlin-Kreuzberg umzuwidmen. Dabei ist es wichtig, dass diese Fahrrad-Straßen eine ausreichende Breite aufweisen und von verbleibenden Kfz-Fahrbahnen zumindest provisorisch durch Verkehrsbaken getrennt sind.
  • Die Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h innerorts.

Aktuelle Unfallstatistiken zeigen in 2019 über 15.000 schwerverletzte Fahrradfahrer.  Die meisten Radunfälle ereignen sich innerorts, wo Fahrradfahrende und motorisierter Verkehr sich auf engstem Raum begegnen. Dort stieg die Zahl der getöteten Fahrradfahrer zuletzt sogar auf insgesamt 271 Fälle (6,3 % höher als 2018). Auch bei den Pedelecs verzeichnet sich zuletzt ein deutlicher Anstieg der schwerverletzten Fahrer mit einem Zuwachs um 25 Prozent. Das aktuell deutlich geringere motorisierte Verkehrsaufkommen eröffnet nun Räume für bisher an den Rand gedrängte Fußgänger und Radfahrer, die sie dringend brauchen.

Konkret brauchen wir: 

  • Sicherheitstrennstreifen zwischen Radfahrstreifen und Kfz-Fahrbahn von mindestens 0,75 Meter, die baulich abgesetzt sind und nicht rein auf Farbmarkierungen beruhen.
  • Entlang von Parkstreifen muss der Sicherheitstrennstreifen eine Mindestbreite von 0,5 Meter Breite betragen.
  • Eine bauliche Trennung kann schnell umgesetzt auch provisorisch realisiert werden
  • Die Mindestbreite für Schutz- und Radfahrstreifen sollte 2,25 Meter betragen, um sicheres Überholen zu gewährleisten. 

Zusätzlich sollten Fahrbahnmarkierungen die Kreuzungspunkte nicht auslassen und ins Leere führen, Aufstellflächen für Radfahrende im Kreuzungsbereich sollten um die angrenzende Fahrspur ergänzt werden, um den gebotenen Mindestabstand einhalten zu können.  

Eine konsequente Überwachung und Ahndung bei Verstößen gegen das Park- und Halteverbot sollten selbstverständlich sein.

Mehr Platz für Rad- und Fußverkehr erlaubt es zudem, den gebotenen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Meter zur Eindämmung der Infektionszahlen einzuhalten, ohne dabei dem motorisierten Verkehr zu nah zu kommen. Die Einführung von 30 km/h innerorts, wie bereits in Aachen und Mainz im gesamten Innenstadtbereich angeordnet, wird ebenfalls die Sicherheit von Radfahrern im Straßenverkehr erhöhen und Unfallzahlen minimieren.

Weniger Unfälle bedeuten eine Entlastung der Rettungsstellen und Krankenhäuser, die mit der Betreuung von COVID-19 Patienten mancherorts an ihre Belastungsgrenze geraten.

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