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Pressemitteilung

Jugendliches Forscherteam benotet den Waltershagener Bach

Nienstedt, Sonntag, 01.10.2006

Schülerinnen und Schüler des DUH-Projektes „Schulen für eine Lebendige Weser“ auf Weser-Erlebnis-Wochenende im Nienstedter Schullandheim

Ausgerüstet mit Sieben, Becherlupen, Pinseln und Gummistiefeln sowie mit Helm und Kletterseil verbrachten die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Uetze, der Leibnizschule aus Hannover, sowie der David-Fabrizius-Schule aus Ostgroßefehn ein Weser-Erlebnis-Wochenende im Schullandheim Nienstedt. Sie zählen zu den bisher 29 Schulen, die am von Bingo – die Umweltlotterie geförderten Projekt „Schulen für eine Lebendige Weser“ der Deutschen Umwelthilfe (DUH) teilnehmen.
Mit viel Geschicklichkeit, Mut und Spaß mussten die 26 Schüler/innen zunächst einige Abenteuer- und Survivalprüfungen in der Natur bestehen: Sie stakten auf einem Floß über den Teich, lernten verschiedene Feuertechniken kennen und bargen fiktive Giftmüllbehälter mit Hilfe einer Kletteraktion. Dabei wurde nicht nur Forschergeist geweckt, sondern auch Kooperationsfähigkeit, Eigenverantwortung und Reflexionsvermögen geschult.

Im Mittelpunkt des Wochenendes stand eine umfassende Gewässergüteuntersuchung des Waltershagener Bachs. Verschiedene Forscherteams ermittelten die chemisch-physikalische und die biologische Gewässergüte sowie die Strukturgüte.Mit einem Outdoor-Labor untersuchten die Schüler/innen u.a. pH-Wert, Phosphat-und Nitratgehalt und damit den aktuellen Belastungszustand des Bachs. Mit Feuereifer kescherten die Jugendlichen unzählige Bachflohkrebse, Wasserkäfer, Schnecken, Strudelwürmer und Insektenlarven. Insbesondere die Köcherfliegenlarven mit ihrem kunstvoll gebauten Köcher aus Sand und Steinen riefen große Begeisterung hervor. „Die sehen ja aus wie aus Stein gebaut!“ stellte Rick (13) fest. „Da lebt jemand drin!“ beobachtete Ann-Kathrin (12). Ein Schüler-Reporterteam interviewte die Jungforscher/innen. Auf die Frage nach der Gewässerqualität antwortete Lukas (12): „Das ist fast wie Trinkwasser!“ Wenn auch nicht besonders lecker, wie sein Kollege Adrian (13) feststellte, als er eine Kostprobe nahm und sie in hohem Bogen wieder ausspuckte.
Auf der anschließenden Pressekonferenz präsentierten die Jugendlichen ihre Ergebnisse in Form von bunten Plakaten, einer Power-Point-Präsentation sowie eines Videoclips. Während die chemisch-physikalische sowie biologische Gewässergüte bei 2 liegen, konnten sie dem Waltershagener Bach hinsichtlich seiner Strukturgüte lediglich die Note mäßig bis unbefriedigend verpassen. Ursachen dafür sind die teilweise starke Verbauung und Verrohrung. Wie man den Waltershagener Bach weiter renaturieren könnte?– das war eine der Fragen an die Jugendlichen. Erste Ideen dazu wurden bereits entwickelt, doch für eine Renaturierungsplanung war das Wochenende leider zu kurz. Anregungen dazu gibt die Wanderausstellung „Schulen für eine Lebendige Weser“ der Deutschen Umwelthilfe sowie weitere Veranstaltungen im Rahmen des Projektes. Die Untersuchungsergebnisse am Waltershagener Bach werden auf der Projekthomepage veröffentlicht (www.duh.de/327.html). Hier finden sich auch weitere Informationen sowie die Ergebnisse weiterer im Projektgebiet durchgeführter Gewässeruntersuchungen.
Im Projekt „Schulen für eine Lebendige Weser“ sollen Kinder und Jugendliche die Bäche und Flüsse „vor ihrer Haustür“ kennen lernen und ein Bewusstsein für die ökologischen Zusammenhänge der Gewässer entwickeln. Die Initiator/innen von der Deutschen Umwelthilfe möchten, dass die Kinder Gewässer als Natur- und Erlebnisräume entdecken und ihre eigenen Handlungs- und Einflussmöglichkeiten kennen lernen, um die Weser und ihre Zuflüsse wieder lebendig zu machen. Alle Schulen sowie Kinder- und Jugendgruppen im Einzugsgebiet der Weser können sich an dem Projekt beteiligen.

INFO: Mehr Infos zum Thema „Schulen für eine Lebendige Weser“ gibt es bei der Deutschen Umwelthilfe, Gabi Fiedler, Goebenstr. 3a, 30161 Hannover, Tel: 0511-390805-11,
E.Mail: fiedler@duh.de, www.duh.de

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