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Rohstoffe umweltschädlich abbauen, kurzlebige Produkte konsumieren und sie anschließend als Abfall entsorgen – so funktioniert unser heutiges lineares Wirtschaftssystem. Angesichts eines jährlichen Rohstoffverbrauchs von rund 1,3 Milliarden Tonnen und eines Abfallaufkommens von rund 380 Millionen Tonnen allein in Deutschland ist klar: Wir brauchen dringend den Wandel hin zu einer echten Kreislaufwirtschaft.

Kreislaufwirtschaft ist mehr als Recycling. Entscheidend ist die richtige Reihenfolge: Rohstoffverbrauch und Abfälle zuerst vermeiden, Produkte möglichst lange nutzen und wiederverwenden – und erst dann recyceln. So bleiben Produkte und Wertstoffe möglichst lange im Kreislauf und der Bedarf an neuen Rohstoffen sinkt.

Wie das im Alltag aussehen würde? Ein Smartphone müsste nicht nach wenigen Jahren ersetzt werden, weil hohe Ökodesignanforderungen dazu führen, Akku und Display langlebig, austauschbar und einfach zu reparieren wären. Die Bohrmaschine könnte kostenlos oder günstig bei der Bibliothek ausgeliehen werden, statt sich eine eigene kaufen zu müssen. Eine kaputte Jeans zu reparieren wäre einfacher und günstiger, als eine neue zu kaufen. Mehrwegverpackungen für Essen und Getränke wären der Standard, Einwegverpackungen die Ausnahme. Damit wäre Schluss mit vermüllten Städten durch Plastikmüll. Auch Fahrzeugbatterien würden möglichst lange genutzt, wiederaufbereitet und am Ende hochwertig recycelt. Wertstoffhöfe und Sammelstellen würden sich von reinen Entsorgungsorten zu Zentren für Wiederverwendung und Rohstoffrückgewinnung entwickeln. Und beim Sanieren und Bauen würden Gebäude möglichst lange erhalten sowie Bauteile und Baustoffe so ausgebaut und getrennt gesammelt, dass sie erneut verwendet oder hochwertig recycelt werden können.

Für diese und viele weitere Lösungen setzt sich unser Team Kreislaufwirtschaft ein. Denn nur wenn wir unseren Rohstoffverbrauch deutlich senken, Produkte länger nutzen und Materialien konsequent im Kreislauf führen, können wir Klima und Umwelt wirksam entlasten und den Verbrauch natürlicher Ressourcen auf ein nachhaltiges Maß reduzieren.

Deutschland fehlt ein wirksamer Rechtsrahmen für eine echte Kreislaufwirtschaft

Die rechtliche Grundlage für die Kreislaufwirtschaft in Deutschland bildet das Kreislaufwirtschaftsgesetz. Es legt zentrale Vorgaben für die Vermeidung, Wiederverwendung, das Recycling und die Entsorgung von Abfällen fest. Am 26. Juni 2026 hat das Bundesumweltministerium einen Referentenentwurf zur Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes vorgelegt.

Die Deutsche Umwelthilfe begrüßt die Novelle, aber warnt: Der Entwurf enthält zwar einzelne positive Ansätze, reicht aber nicht aus, um den Ressourcenverbrauch langfristig von der Wirtschaftsleistung zu entkoppeln, Deutschlands Abhängigkeit von Primärrohstoffen zu verringern und die Klimaziele bis 2045 zu erreichen.

Wir fordern: Kreislaufwirtschaftsgesetz zukunftsfähig machen!

In unserer ausführlichen Stellungnahme zeigen wir, was jetzt notwendig ist: Das Kreislaufwirtschaftsgesetz muss die Grundlage dafür schaffen, unsere bislang weitgehend lineare Wirtschaftsweise in eine echte Kreislaufwirtschaft innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen zu überführen. Dafür braucht es verbindliche Maßnahmen zur Abfallvermeidung, zur längeren Nutzung und Wiederverwendung von Produkten sowie zum hochwertigen Recycling von Wertstoffen.

Nur mit einer ambitionierten Kreislaufwirtschaftspolitik können wir den Verbrauch von Primärrohstoffen deutlich senken, Klima und Umwelt wirksam entlasten und Deutschlands Rohstoffabhängigkeit verringern. Dafür setzen wir uns ein!

Kontakt

Copyright: © Heidi Scherm

Thomas Fischer
Bereichsleiter Kreislaufwirtschaft
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Copyright: © DUH / Klein

Elena Schägg
Stellvertretende Leiterin Kreislaufwirtschaft
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