Der Venture & Nature Fund – eine Initiative der DUH

Der Venture and Nature Fund - Risikokapital für Umweltprojekte: Unternehmerisches Denken und wirkungsorientierte Kampagnenarbeit verbinden sich zu einer besonderen Erfolgsgeschichte.

Der Venture and Nature Fund (VNF) ist ein organisationsinterner Fonds der Deutschen Umwelthilfe, welcher durch eine großzügige private Spende im Jahr 2017 errichtet wurde. Türen zu öffnen, die normalerweise verschlossen wären - das war die erklärte Absicht der Stifter. Der VNF fördert insbesondere innovative Projekte und politische Kampagnen der DUH mit skalierbarer Wirkung für Umwelt und Natur und internationaler Ausstrahlung. Seit 2017 hat der VNF Projekte in den Bereichen Naturschutz, Verkehr und Kreislaufwirtschaft gefördert.

Spenden in den Fonds gehen in das Vermögen der Deutschen Umwelthilfe über, der Verband trägt auch die Verantwortung für die Mittelverwendung. Die Auswahl der geförderten DUH-Projekte treffen die DUH-Geschäftsführung und die Stifter in halbjährlichen Konferenzen gemeinsam.

Neu ab 2021

Mehrwegsystem für Essensboxen: 
Ziel des Projektes ist es, insbesondere Mehrwegsysteme für Essensboxen in ganz Deutschland in die breite Anwendung zu bringen und hierfür die politischen Rahmenbedingungen zu schaffen, sowohl auf Bundes-, Landes- als auch auf kommunaler Ebene. Dafür werden Informationen, wie die Umweltauswirkungen von Take away-Verpackungen oder auch Angebotspflichten nach dem Verpackungsgesetz breit kommuniziert. In Gesprächen mit Parteien und Stellungnahmen zu Gesetzgebungsverfahren, wie der EU-Richtlinie gegen Einwegplastik, wird die Problematik thematisiert, diskutiert und Lösungsansätze eingebracht, die im Vorfeld u.a. im Austausch mit Mehrwegsystemanbietern erarbeitet werden. 

Kampagne für die Agrarwende:
Kern der Kampagne ist die politische Arbeit für eine Agrarreform, u.a. zum Umbau der Fleischindustrie in Deutschland mit einem Schwerpunkt auf der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen sowie zur Durchsetzung des Rechts auf sauberes Wasser durch die Reduzierung von Nitrateinträgen durch Überdüngung und Massentierhaltung. Neben der Erstellung von Fachstudien, politischer Lobbyarbeit und intensiver Presse- und Öffentlichkeitsarbeit liegt der Fokus auch auf dem Dialog mit Landwirtinnen und Landwirten.

Alle Projekte im Überblick

© Victor Moriyama


Projektzeitraum: seit 01/2020

Die intensive Fleischproduktion in Deutschland ist verantwortlich für massive Umweltschäden -sowohl im Inland (Nitrat im Grundwasser, Eutrophierung von Gewässern, Eintrag in empfindliche Landökosysteme) als auch in Übersee, wo wertvolle Ökosysteme dem Sojaanbau weichen müssen, um den Durst der deutschen Massentierhaltung nach Futtermitteln zu stillen. In enger Zusammenarbeit mit Investigativ-Jounalisten aus Brasilien arbeitete die DUH diese Zusammenhänge auf und startete im Juli 2020 eine öffentlichkeitswirksame Kampagne, um das Thema zu skandalisieren und auf die politische Agenda zu bringen. Im Fokus der politischen Arbeit standen und stehen ein nachhaltiges Lieferkettengesetz und das Mercosur-Abkommen. >> weitere Informationen

© DUH / Stefan Wieland


Projektzeitraum: seit 01/2020

Das Projekt verfolgte das Ziel, das deutsche Mehrwegsystem für Getränkeverpackungen und die Implementierung weiterer Mehrweganwendungen im Verpackungsbereich (Lebensmittel, Food-to go, Drogerieartikel oder auch Gartenartikel) zu stärken. Denn gerade in Zeiten der Corona-Pandemie entsteht so viel Verpackungsmüll wie nie. Und noch immer wird die gesetzlich vorgeschriebene Mehrwegquote von 70% für Getränkeverpackungen durch den Boykott des Handels nicht erreicht. Durch intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit konnte die Verweigerungshaltung des Handels skandalisiert werden. Auf der ersten, durch die DUH organisierten „Mehrweg-Konferenz“ wurden politische Forderungen zur Mehrwegförderung mit allen relevanten Akteuren formuliert und neue Mehrwegideen zu Abfallvermeidung, Ressourcenschonung und Klimaschutz erarbeitet. >> weitere Informationen

© creativenature-nl - Fotolia


Projektzeitraum: 03/2018 – 12/2020

Die Bioenergieförderung steht vor einer ungewissen Zukunft. Unter den geltenden Förderbedingungen im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) lohnen sich Investitionen in Biogasanlagen nicht mehr. Bei Fortschreibung des Status Quo würden zahlreiche Anlagen aus der Förderung fallen und könnten nicht mehr modernisiert werden. Dies hätte ein rasantes Anlagensterben zur Folge mit negativen Auswirkungen auf die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Andererseits werden naturschutz-, agrar- und regionalwirtschaftlich bedeutsame Aspekte bislang zu wenig berücksichtigt. Neben der Stromerzeugung kann die Biomasse auch einen wichtigen Beitrag zur Erreichung agrarwirtschaftlicher Ziele leisten, z.B. durch die Vergärung von Gülle aus der Intensivtierhaltung zu Biogas. Hierzu bedarf es neuer Anreize im bestehenden Fördersystem außerhalb des EEG. Weitere Informationen finden Sie in unserem Positionspapier zur „Zukunft der Bioenergie“.

© sauletas / Fotolia


Projektzeitraum: 03/2018-03/2019

Die EU-Agrarpolitik fördert vor allem eine intensive, auf maximalen Ertrag ausgerichtete Landnutzung. Neben ausgeräumten Landschaften, Monokulturen und Überdüngung ist vor allem der Einsatz von Agrarchemie die Folge und gleichzeitig der Haupttreiber des Insektensterbens. Insekten sind jedoch für den Fortbestand der Ökosysteme und die Ernährungssicherung unverzichtbar. Das Projekt beschäftigte sich mit der Frage, wie eine Strategie zur Reduzierung von Pestiziden aussehen kann. Welche Maßnahmen müssten auf EU- und nationaler Ebene umgesetzt werden, um das Insektensterben aufzuhalten? Mit der im Projekt erarbeiteten Studie zu politischen und rechtlichen Grundlagen konnte die politische Debatte um ein nationales Pestizidreduktionsprogramm und eine Reform der Pestizid- und Wirkstoffzulassung auf EU-Ebene neu aufgeheizt werden. >> weitere Informationen

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Projektzeitraum: 02/2019-06/2020

Die Verkehrswende hat durch die Diskussion um die Luftqualität in vielen Städten deutlichen Auftrieb bekommen. Damit die Menschen aber auf Bus und Bahn umsteigen, muss das Angebot verbessert und ausgebaut werden. Hemmnisse für den Umstieg bisher sind u.a. der Preis und die Komplexität des örtlichen Tarifsystems. Die bundesweite Einführung von 365-Euro-ÖPNV-Tickets kann diese Barrieren auflösen und ist ein wirksames Mittel für die Sicherstellung der Verkehrswende. Das Projekt brachte das Thema um ein 365€-Ticket in die politische und öffentliche Diskussion. Ein wichtiger Meilenstein auf nationaler Ebene stellte die Bereitstellung von finanziellen Mitteln im Klimapaket der Bundesregierung dar, um das 365 Euro-Jahresticket in 10 Modellkommunen einzuführen. >> weitere Informationen

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Projektzeitraum: 02/2018 – 02/2019

Zur Verbesserung der Luftqualität in unseren Städten ist die Stärkung kollektiver Verkehrsträger unverzichtbar. Dies wird aber nur gelingen, wenn der bisherige Fahrer eines Pkw in „saubere“ Busse wechselt. Die Busse des öffentlichen Nahverkehrs zählten jedoch zu den schlimmsten Verschmutzern der innerstädtischen Atemluft. Im Rahmen des Projektes setzte sich die DUH intensiv für eine Nachrüstförderung durch das Bundeswirtschaftsministerium ein, welche als „Sofortprogramm Saubere Luft“ mit 107 Mio. Euro im März 2018 veröffentlicht wurde. >> weitere Informationen

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Projektzeitraum: 01/2018 – 09/2019

Das Meeresschutzgebiet Pommersche Bucht ist Beispiel für einen unzureichenden Meeresnaturschutz in der Ostsee. Denn trotz existierender Schutzgebietsverordnung gab es weder Managementpläne, eine effektive Regelung der Fischerei oder Schallschutzkonzepte für Unterwasserlärm (etwa beim Bau von Offshore-Windkraftanlagen). Durch öffentlichen Druck auf die politischen Akteure, dem Aufbau eines Akteurs-Netzwerkes und fachlichem Input zu Fischereiregelungen und Managementplänen konnten während und über die Projektphase hinaus hierzu wichtige Fortschritte gemacht werden. >> weitere Informationen

© Rainer Fuhrmann - stock.adobe.com


Projektzeitraum: 04/2017 - 02/2018

Taxis kommt im Zusammenhang mit verkehrsbedingter Luftbelastung in den Städten eine besondere Rolle zu, da sie eine hohe Fahrleistung in den Städten haben (jährlich mehr als 70.000 km). Neben den vielen noch in Betrieb befindlichen Euro-4- und Euro-5-Dieseltaxis ohne ausreichende NOx-Minderungstechnik, kommen neue Euro-6-Fahrzeuge, welche im Realbetrieb die gesetzlichen Grenzwerte im Schnitt um mehr als das Siebenfache überschreiten. Da Taxis den Einsatz privater Pkw in den Städten reduzieren können, ist es von hoher Bedeutung, dass sie so emissionsarm wie möglich sind. Die DUH hat im Projekt Fahrzeuge mit unterschiedlichen Antrieben im realen Fahrbetrieb auf ihre Emissionen hin untersucht, um auf Grundlage der Ergebnisse eine zeitnahe Umstellung der Taxiflotten auf emissionsarme Modelle einzufordern. >> weitere Informationen

© DUH


Projektzeitraum: 04/2017 - 12/2018

Über 60 Prozent des nach Europa exportierten Palmöls landet nicht in unseren Lebensmitteln sondern in unserem Autotank - eine ökologisch und ökonomisch widersinnige Regelung. Denn der Ölpalmenanbau verursacht nicht nur Regelwaldabholzungen und damit einhergehende Treibhausgasemissionen in den Produktionsländern, als Beimischung zum Diesel führt er gleichzeitig zu erhöhten Emissionen im Verkehrsbereich. Das Projekt untersuchte den rechtlichen Rahmen für die Forderung eines Beimischungsverbots und startet eine politische sowie öffentlichkeitswirksame Kampagne, die im weiteren Verlauf zu einem gesetzlichen Förderstopp der Beimischung sowie zu einem Auslaufen der Beimischung zum Biodiesel bis 2030 führte. >> weitere Informationen

Kontakt

Copyright: © DUH/Heidi Scherm

Judith Paeper
Referentin des Bundesgeschäftsführers Sascha Müller-Kraenner
Tel.: 030 2400867-14
E-Mail: Mail schreiben

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