Akkus sind ein Schlüssel für eine auf erneuerbaren Energien beruhende Mobilität. Doch mit der Herstellung gehen hoher Energie- und Ressourcenbedarf einher. Entscheidend sind daher hohe Umweltstandards für die Lieferkette und eine effiziente Nutzung sowie die Kreislaufführung von Rohstoffen.

Batteriegesetz befördert Ressourcenvernichtung

Durch den Ausbau der Elektromobilität und immer mehr akkubetriebene Elektrogeräte steigt die Menge in Verkehr gebrachter Batterien rasant. So wurden 2020 in Deutschland mit 65.000 Tonnen rund 9.500 Tonnen mehr Gerätebatterien in Verkehr gebracht als im Vorjahr. Paradoxerweise ist die Menge der gesammelten und recycelten Altbatterien im gleichen Zeitraum massiv zurückgegangen – auf eine Sammelquote von nur noch 45,6 Prozent. Da viele Batterien Schwermetalle wie Blei, Cadmium oder Quecksilber enthalten, stellt deren unsachgemäße Entsorgung eine besondere Gefahr dar. Ursache für das Umweltdesaster ist das deutsche Batteriegesetz, das zu niedrige Sammelquoten, kein Pfand auf Li-Ionen-Batterien und massive Schlupflöcher bei der Quotenberechnung vorsieht.

Akkus können Umweltauswirkungen verringern

Im Vergleich zu Verbrennungsmotoren stellt der Akkuantrieb jedoch eine umweltfreundlichere Technologie dar. Beispielsweise verursachen batteriebetriebene Gartengeräte oder Fahrzeuge weniger Lärm und Abgase, die die Gesundheit schädigen und den Klimawandel beschleunigen. Mit zunehmendem Ausbau erneuerbarer Energien im Stromsektor und  dem Ausstieg aus Kohle und Gas verbessert sich die Klimabilanz bis zum Jahr 2030 nochmal deutlich. Allerdings müssen Kriterien wie Langlebigkeit, der effiziente Einsatz von Ökostrom oder die korrekte Entsorgung berücksichtigt werden, damit die Umweltvorteile von Akkus ausgespielt werden können. Im Übrigen sind Akkus deutlich umweltfreundlicher als Einwegbatterien, da sie sich etwa 500 bis 1.000 Mal wieder aufladen lassen und so jede Menge Ressourcen sparen. Noch besser sind nur Kabelantrieb oder Muskelkraft.

EU-Batterieverordnung noch nicht ausreichend

Der von der EU-Kommission erarbeitete Vorschlag einer EU-Batterieverordnung ist ein Eckpfeiler des europäischen Green Deal und wegweisend für gesetzliche Regelwerke weltweit. So sollen die Umweltauswirkungen von Batterien über deren gesamten Lebenszyklus verringert werden. Bei der Produktion soll künftig auf erneuerbare Energien gesetzt und die CO2-Emissionen der Herstellung von E-Autobatterien transparent gemacht werden. Strengere Vorgaben zur Lieferkettenverantwortung sollen Menschenrechtsverletzungen bei der Ressourcengewinnung verhindern. Zusätzlich zu einer Gesamtrecyclingquote sind außerdem separate Recyclingquoten und Rezyklateinsatzquoten für einzelne Metalle vorgesehen.

Doch trotz durchaus ambitionierter Vorgaben stellt der Kommissions-Vorschlag die nachhaltige Ressourcengewinnung und das Recycling von Batterierohstoffen noch nicht sicher. Etwa muss gewährleistet werden, dass auch bei importierten Rohstoffen und Batterien nachweislich vergleichbare Umwelt- und Sozialstandards wie in der EU eingehalten werden. Die Lebensdauer von Batterien muss durch Reparatur und Wiederverwendung verlängert werden, etwa durch den Einsatz gebrauchter E-Autobatterien als stationäre Stromspeicher. Essentiell sind außerdem strenge Vorgaben zur Sammlung der Altbatterien: Nur bei korrekt gesammelten Batterien können die Rohstoffe für eine erneute Verwendung umweltgerecht recycelt werden. 

Was wir tun

Wir kämpfen gegen die Ressourcenverschwendung und gegen die Gefahren für Mensch und Umwelt durch illegal entsorgte Batterien. Wir setzen uns für langlebige und schadstoffarme Batterien ein, die aufladbar sind und einfach ausgetauscht werden können. Ein Beispiel ist unser Kriterienkatalog für umweltfreundliche Akku-Gartengeräte, der nun von der Berliner Senatsumweltverwaltung im Rahmen eines Förderaufrufs angewendet wird.

Wir kämpfen für eine Mobilitätswende, damit die Zahl der Autos reduziert und Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr massiv ausgeweitet werden. Mindeststandards für eine effiziente Energienutzung bei E-Autos sind dafür essentiell. Hierfür führen wir Aktionen durch, bauen öffentlichen Druck auf, organisieren Fachgespräche um Lösungswege zu finden und mischen uns in Gesetzgebungsprozesse ein. Wir leisten wichtige Aufklärungsarbeit für Verbraucherinnen und Verbraucher und überführen illegal agierende Unternehmen, die ihren Profit über Gesundheit und Umwelt stellen. 


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