Goldener Geier 2026 – Die dreisteste Umweltlüge des Jahres!
„Klimaneutral“, „umweltfreundlich“, „nachhaltig“ – große Worte sind schnell gedruckt. Wir prüfen, was dahintersteckt. Mit unserem Schmähpreis, dem Goldenen Geier, decken wir Greenwashing auf und bringen fragwürdige Umweltversprechen ins Rampenlicht. Wir legen offen, wo Unternehmen Nachhaltigkeit nur vorspielen – und sorgen gemeinsam mit euch dafür, dass aus Täuschung öffentlicher Druck wird.
Der Preis zeigt Wirkung: Der Goldene Geier 2025 ging an Vonovia SE – sie hatten in ihrer Mieter-App einen „100?% Erdgastarif“ mit „100?% erneuerbare Energie“ beworben – eine irreführende Werbung, die nach unserem öffentlichen Druck entfernt wurde.
Jetzt liegt es an euch: Das sind die Kandidaten für die dreisteste Umweltlüge 2026. Stimmt ab, wer den Goldenen Geier dieses Jahr am meisten verdient hat!
Bayer - der grüne Giftmischer?
Natur und Artenvielfalt schützen? Mit Pestiziden? Während auf der Website von Bayer Schmetterlinge durch sattgrüne Landschaften flattern und von „wenigen Umweltauswirkungen“ die Rede ist, verkauft der Konzern weltweit massenweise chemische Pflanzengifte. Produkte, deren Wirkstoffe nachweislich Bestäuber wie Bienen schädigen, Böden belasten und Gewässer kontaminieren. Was nach Verantwortung klingt, ist in Wahrheit ein Geschäftsmodell, das massiv zum globalen Artensterben beiträgt – und sich dabei ein grünes Image verpasst.
Du entscheidest mit: Bekommt Bayer den Goldenen Geier für dreistes Greenwashing im Namen der Biodiversität?
Bayer redet nicht gern über die Umweltauswirkungen seiner Pestizide. Statt Transparenz dominieren relative Prozentangaben, die Fortschritt suggerieren – ohne offenzulegen, wie groß der ökologische Schaden insgesamt bleibt. Dabei ist die wissenschaftliche Lage eindeutig: Bayer-Pestizide – darunter das Totalherbizid Glyphosat, bestimmte Fungizide und Neonicotinoide – beeinträchtigen biologische Prozesse massiv, schädigen Insekten, Bodenorganismen und Wasserlebewesen – und destabilisieren ganze Nahrungsketten. Besonders Neonicotinoide tragen maßgeblich zum Bienensterben bei. Mehr als 80 Prozent unserer Blütenpflanzen sind jedoch auf Bestäuber angewiesen. Wenn Insekten verschwinden, geraten ganze Ökosysteme ins Wanken. Das klingt so gar nicht nach Arten- und Umweltschutz.
Hinzu kommt: Pestizide bleiben nicht auf dem Acker, sie gelangen in Böden, Flüsse und Grundwasser. Dort wirken sie weiter – oft persistent und über Jahre hinweg. Die Folge sind chemische Belastungen, die Lebensräume systematisch verändern und Artenvielfalt schleichend reduzieren. Was in Boden und Wasser landet, landet am Ende auch bei uns: Über Nahrung und Trinkwasser gelangen Pestizidrückstände in den menschlichen Körper. Und dennoch inszeniert sich Bayer als Teil der Lösung. Von „nachhaltiger Landwirtschaft“ ist die Rede, von Innovationskraft und Biodiversitätszielen. Doch solange ein nicht unwesentlicher Teil des Kerngeschäfts auf dem Verkauf chemischer Pflanzengifte basiert, die genau jene Biodiversität unter Druck setzen, bleibt Nachhaltigkeit ein Marketingbegriff. Ein paar nette Bilder von Schmetterlingen ändern nichts an toxischen Realitäten auf Feld und Flur.
Der Goldene Geier zeichnet die dreisteste Umweltlüge des Jahres aus. Wenn ein Konzern, dessen Produkte nachweislich zum Artensterben beitragen, sich als Hüter der Biodiversität inszeniert, ist das mehr als Schönfärberei – es ist Greenwashing mit System.
Stimme jetzt ab und entscheide, ob Bayer den Goldenen Geier 2025 verdient.
Das Pseudo-Nachhaltigkeitslabel „Primark Cares“
Cares? Ernsthaft? Während sich die Kleiderstangen bei Primark unter immer neuen Billigkollektionen biegen, soll ein kleines grünes Label plötzlich Verantwortung signalisieren. „Primark Cares“ klingt nach Fürsorge, nach Umweltbewusstsein, nach einem echten Wandel in der Textilindustrie. Doch hinter dem wohlklingenden Namen steckt kein unabhängiges Siegel, sondern ein selbst erfundenes Nachhaltigkeitslogo – entworfen, definiert und kontrolliert vom Unternehmen selbst. Ein grünes Etikett zum Mitnehmen, passend zum 3-Euro-T-Shirt. Das riecht weniger nach Transformation als nach Greenwashing mit System.
Du entscheidest mit: Bekommt Primark den Preis für die dreisteste Umweltlüge des Jahres?
Denn „Primark Cares“ ist kein geprüftes Zertifikat wie der Global Organic Textile Standard oder OEKO-TEX ®, mit einheitlichen Mindestkriterien, externen Überprüfungen oder transparenten Schwellenwerten. Was genau ein Kleidungsstück erfüllen muss, um ”Care” zu sein, legt Primark selbst fest. Dennoch entsteht bei Kund*innen der Eindruck, es handle sich um ein verlässliches Nachhaltigkeitssiegel. Ein Konzern zeichnet sich selbst aus – und verkauft das als Umweltengagement.
Noch absurder wird es beim Blick auf die eigene Kommunikation. Auf seiner Website gibt Primark an, das „Cares“-Label künftig nicht weiter zu verwenden. Gleichzeitig hängt es weiterhin an Produkten und in Filialen. Ein Nachhaltigkeitsversprechen auf Abruf – offiziell relativiert, im Verkaufsraum jedoch weiterhin präsent. Das klingt weniger nach Transparenz als nach Imagepflege mit grünem Anstrich.
Besonders deutlich zeigt sich der Widerspruch zwischen Anspruch und Realität beim Thema Plastik. Primark betont, Einwegplastik reduzieren zu wollen. Gleichzeitig besteht der Großteil ihrer angebotenen Kleidung aus Polyester, Nylon oder Elastan – Plastik in gewebter Form. Diese Kunstfasern verursachen hohe Emissionen in der Herstellung und setzen bei jeder Wäsche Mikroplastik frei, das in Flüsse, Meere und unsere Nahrungskette gelangen kann. Während Einweg-Plastik bei Verpackungen werbewirksam problematisiert wird, wächst die Produktion von Plastiktextil-Bergen im Hintergrund weiter. Plastik bleibt Plastik – auch wenn es als Kleid daherkommt.
Auch das „Primark Cotton Project“, das im Rahmen von „Cares“ als Nachhaltigkeitsmaßnahme präsentiert wird, hält einer kritischen Prüfung kaum stand. Baumwoll-Landwirte werden geschult, effizienter mit Pestiziden umzugehen, doch eine verpflichtende Umstellung auf ökologischen Anbau oder wasserschonende Anbaumethoden gibt es nicht. Unabhängige Zertifizierungen fehlen ebenso wie transparente Nachweise über tatsächliche Umweltverbesserungen. Das Programm bleibt deutlich hinter überprüfbaren Baumwoll-Bio-Standards zurück, wird jedoch als Fortschritt vermarktet.
Beim Einsatz von Recycling-Fasern setzt Primark auf Polyester aus PET-Getränkeflaschen. Das klingt nach Kreislaufwirtschaft, ist jedoch Downcycling. Aus PET-Flaschen wird häufig Plastik-Mischgewebe, das am Ende kaum wieder zu neuer Kleidung recycelt werden kann. Ein geschlossener Kreislauf entsteht so nicht. Stattdessen geht wertvolles Recyclingmaterial für die Herstellung von PET-Flaschen verloren. Besser für die Umwelt wäre es, wenn Primark auf recycelte Fasern aus alten Textilien setzen würde.
Andere Fast-Fashion-Unternehmen wie H&M, C&A oder Zara haben vergleichbare Eigenlabels nach Greenwashing-Kritik längst zurückgezogen. Primark aber hält an seinem Nachhaltigkeitsnarrativ fest – obwohl das klimaschädliche Fast-Fashion-Geschäftsmodell unverändert bleibt: hohe Stückzahlen, niedrige Preise, immer neue Trends – schnell gekauft, schnell weggeworfen. Nachhaltigkeit und Fast Fashion schließen sich aus. Solange Kleidung als Wegwerfware produziert wird, helfen keine selbst gestalteten Logos am Preisschild. „Primark Cares“ klingt fürsorglich – kümmert sich aber vor allem um das eigene Image und den Profit. Für echte Nachhaltigkeit braucht es mehr als ein grünes Etikett.
Der Goldene Geier zeichnet die dreisteste Umweltlüge des Jahres aus. Wenn ein Fast-Fashion-Konzern, dessen Geschäftsmodell auf Massenproduktion und Wegwerfware basiert, sich mit einem selbst erfundenen „Nachhaltigkeitslabel“ schmückt, ist das mehr als Imagepflege – es ist Greenwashing mit System.
Stimme jetzt ab: Geht der Goldene Geier an Primark für dreistes Greenwashing?
Lamborghini - grün ist nur die Werbung
Nichts erwartet, trotzdem enttäuscht: So fühlt sich Klimaschutz bei Lamborghini an. Das Unternehmen behauptet auf der eigenen Website, „der Schutz des Planeten und der Umwelt stellt ein Kernelement unseres Geschäftsgebarens dar". Das klingt nach großen Öko-Versprechen – doch wer genauer hinschaut, erkennt sofort: Dahinter steckt nichts anderes als Greenwashing. Supersportwagen mit horrendem Verbrauch sollen als Plug-in-Hybrid plötzlich klimafreundlich wirken. Grün auf der Website, schwarzer Rauch auf der Straße – Realität und Marketing klaffen meilenweit auseinander.
Du entscheidest mit: Bekommt Lamborghini den Preis für die dreisteste Umweltlüge des Jahres?
Die Elektrifizierung ist in der Praxis von Lamborghini vor allem Show: Deren Plug-In-Hybride schaffen oft weniger als 15 km elektrisch, der Elektromotor dient primär als PS-Booster, nicht als Klimaretter. Die Modelle bleiben Verbrenner mit horrendem Verbrauch – selbst mit Elektrozusatz. Wer echten Klimaschutz erwartet, sucht hier vergeblich.
Auch bei der Produktion passiert kaum etwas: Ohne Ökostrom oder Zertifikate sinken die Emissionen nur minimal, selbst mit Ökostrom bleibt der Effekt verschwindend klein. Der größte Teil der Umweltbelastung entsteht ohnehin durch die Nutzung der Autos – jede Ausfahrt hinterlässt einen gigantischen CO?-Fußabdruck.
Marketingbegriffe wie „Direzione Cor Tauri“ oder „Dekarbonisierung“ sollen grün wirken, bleiben aber leere Schlagworte. Lamborghini verkauft Umweltengagement als PR-Instrument und tut so, als würde Nachhaltigkeit in Carbon, Leder und Marketing-Blabla stecken.
Dass es beim Image bleibt, zeigt auch der Umgang mit der eigenen Elektrostrategie: Das angekündigte Elektro-Modell „Lanzador“ wird nicht weiterentwickelt. Statt konsequent auf E-Mobilität zu setzen, setzt der Konzern weiter auf Plug-in-Hybride und will Verbrenner „so lange wie möglich“ anbieten. Der Klang eines Verbrennungsmotors sei ein „emotionales Erlebnis“, so CEO Stephan Winkelmann im „SPIEGEL“. Zur Elektrostrategie resümiert der Autoboss: „In die Entwicklung eines reinen Elektroautos zu investieren, wenn Markt und Kundschaft dafür bisher nicht bereit sind, wäre ein teures Hobby“.
Das Ergebnis: ein glänzendes grünes Image – und ein gigantischer ökologischer Fußabdruck, der alles andere als unsichtbar ist. Wer echten Klimaschutz erwartet, wird hier enttäuscht. Bei Lamborghini gilt: je größer der Marketing-Glanz, desto heftiger das Greenwashing.
Der Goldene Geier zeichnet die dreisteste Umweltlüge des Jahres aus. Wenn ein Hersteller von Supersportwagen mit zweistelligem Verbrauch sich mit ein paar Kurzstrecken-Hybriden als Teil der „grünen Zukunft“ inszeniert, ist das mehr als Imagepflege – es ist Greenwashing mit Vollgas.
Stimme jetzt ab: Geht der Preis für die dreisteste Umweltlüge an Lamborghini?