Preisträgerinnen Engagement-Preis 2026
Am 12. März 2026 war es endlich so weit: Vorhang auf für die Preisträgerinnen des „DRUCK MACHEN - Für die Umwelt“-Engagementpreises im Museum für Kommunikation Berlin! Der Abend war ein unvergessliches Erlebnis – ein Fest der Emotionen, des Mutes und der Hoffnung. In festlicher Atmosphäre feierten wir Menschen, die durch ihr unermüdliches Engagement für den Umwelt- und Klimaschutz inspirierende Vorbilder sind. Gänsehaut-Momente prägten die Preisverleihung, die uns einmal mehr bewusst machten, wie entscheidend es ist, auch in Zeiten der Unsicherheit und Herausforderung standhaft zu bleiben. Diese Nacht war mehr als eine Feier: sie war ein Aufruf, gemeinsam für eine bessere und gerechtere Zukunft zu kämpfen, und ein starkes Zeichen dafür, dass jede noch so kleine Tat zählt, wenn es darum geht, die Welt zum Besseren zu verändern.
Aus über 700 Vorschlägen haben wir zehn Nominierte aus der Zivilgesellschaft und jeweils fünf Nominierte aus den Bereichen Recht und Staatsdienst ausgewählt. Ab Anfang Dezember haben mehr als 20.000 Menschen in Deutschland mitentschieden, wer als „Umweltheld*in“ gewürdigt wird. Herzlichen Glückwunsch an unsere Preisträgerinnen 2026!
Kontakt
© Erdmann / DUH Ann-Katrin Bohmüller
Leitung Kampagnen
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Zur Einreichung 2027
Der Engagement-Preis geht in die zweite Runde. Jetzt bis zum 01. August 2026 Kandidat*innen einreichen.
Angelika Linckh - Umweltheldin des Jahres 2026
„Durch Stuttgart 21 wird die Klimakrise befeuert und die Verkehrswende sabotiert. Dass wir seit mehr als 15 Jahren mit unserem hartnäckigen wöchentlichen Protest auf der Straße trotz aller Rückschläge und der erlebten Repression nicht nachlassen, sondern mit einem Lächeln und mit viel Humor weiterkämpfen und Druck machen, gibt Zuversicht.“
Die engagierte Ärztin kämpft seit Jahrzehnten für Umwelt, Klima und Menschenrechte – unermüdlich und mutig. Ob als Mitgründerin des Feministischen Frauengesundheitszentrums, auf der Straße für die Verkehrswende oder als prägende Stimme im Widerstand gegen Stuttgart 21: Sie hat unzählige Male ihre Stimme und ihr Wissen eingesetzt, um Natur und Lebensqualität zu schützen. Mit Reden, Moderationen, Musik und persönlicher Präsenz hat sie die Stuttgart 21 Bewegung geprägt, die Hoffnung, Zusammenhalt und Widerstandskraft ausstrahlt. Ihr Engagement zeigt: Mit Hartnäckigkeit, Humor und Menschlichkeit lässt sich auch gegen übermächtige Interessen Druck für eine bessere Zukunft machen.
Neben ihrem jahrzehntelangen Einsatz auf der Straße gegen Stuttgart 21 auf über 700 der sogenannten Montagsdemos und für den Erhalt der Gäubahn und der oberirdischen Gleise, hat sie sich auch als Rednerin und Moderatorin einen Namen gemacht – sei es bei Podiumsdiskussionen, Pressekonferenzen oder in TV-Sendungen. Mit ihrer Querflöte sorgt sie bei Protestmärschen für Zuversicht und schafft es, selbst in schwierigen Momenten Hoffnung zu verbreiten. Besonders prägend waren für sie der „Schwarze Donnerstag“ und die Räumung des Schlossgartens, bei denen es in Stuttgart zu massiver Polizeigewalt gegenüber friedlichen Protestierenden kam. Dennoch machte sie unbeirrt weiter. Durch ihre Hartnäckigkeit und Wärme inspiriert sie nicht nur ihre Mitstreiter*innen, sondern auch viele, die von außen auf den Protest blicken. Sollte sie den Preis gewinnen, möchte sie das Geld zwischen der Bewegung gegen Stuttgart 21 und der Umweltorganisation Robin Wood aufteilen – um beide im „Druck machen“ für Natur- und Klimaschutz zu stärken.
Emma Maria Stremplat - Umweltjuristin des Jahres 2026
„Ich bin davon überzeugt, dass das Recht eines der wertvollsten Werkzeuge für den Umwelt- und Klimaschutz ist. Als Gründerin von Roots setze ich mich dafür ein, dass möglichst viele Personen Zugang zu diesen rechtlichen Möglichkeiten haben: Wir, also Jura-Studierende, geben Einzelpersonen und Organisationen, die sich für Umwelt- und Klimaschutz einsetzen, kostenlose Rechtsberatung.“
Als Gründerin von Roots, der ersten Umweltrechtsklinik Deutschlands, die konkrete Rechtsberatung anbietet, setzt sich Emma Maria Stremplat unermüdlich dafür ein, dass das Recht für alle zugänglich ist, die sich für Umwelt- und Klimaschutz engagieren. Ihre studentische Rechtsberatung entstand vor ungefähr drei Jahren und bietet unter Anleitung von Volljurist*innen kostenlose Rechtsberatung zu Umwelt- und Klimaschutzthemen an. Ihr Handeln wird von der festen Überzeugung getragen, dass nur gemeinsam eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft möglich ist – und dass jede Stimme zählt, wenn sie durch rechtliche Mittel Gehör finden kann.
Ihr Engagement begann im Rahmen der Bewegung Fridays for Future. Seitdem sich Emma Maria Stremplat im Rahmen verschiedene Projekte für Umwelt- und Klimaschutz ein - von Kommunalpolitik und Interessensvertretung an der Universität bis hin zu konkreten Initiativen wie bspw. der Kampagne „Kohle gegen Kohle“ gegen RWE, wo u.a. Klimaaktivist*innen Grundstücke rund um Lützerath kaufen wollen, um sie vor der Abbaggerung durch RWE zu bewahren Über Roots konnten bereits zahlreiche Umweltorganisationen, NGOs und Einzelpersonen kostenfrei juristisch beraten werden, beispielsweise in Verfahren zu Umweltinformationsrechten oder zum Schutz vor Flächenverbrauch. Darüber hinaus leistet das Projekt einen wertvollen Beitrag dazu, Studierende frühzeitig für eine zukünftige Berufslaufbahn im Umweltrecht zu begeistern und damit den juristischen Nachwuchs für Umweltbelange zu stärken.
Inga Feuser - Umweltschützerin im Staatsdienst 2026
"Ich glaube, dass Bildung ein wichtiger Hebel für den Wandel und Schule der zentrale Ort für Klima- und Demokratiebildung ist. Durch das Empowerment und die Vernetzung von hunderten Lehrkräften und konkrete Projekte wie Klimaräte mache ich gemeinsam mit den Teachers for Future Klimaschutz und Demokratie an zahlreichen Schulen erlebbar und wirksam. Mit meinem Engagement möchte ich Räume schaffen für selbstwirksames Lernen und systemischen Wandel.“
Inga Feuser engagiert sich mit Herz, Mut und unerschütterlicher Hoffnung für eine gerechtere Welt. Als Lehrerin bringt sie Nachhaltigkeits- und Demokratieprojekte voran und als Mitbegründerin von Teachers for Future zeigt sie Tag für Tag: Veränderung beginnt mit Bildung. Sie ermutigt Schüler*innen, Kolleg*innen und ihr Umfeld, den eigenen „Handabdruck“ zu vergrößern und selbst Motor für Klimaschutz und Demokratie zu werden. Ihre Vision: Schulen als Orte der Zukunftsgestaltung. Und das gelinge vor allem, wenn man sich zusammenschließt und neue Wege geht.
Ob Klimarat an ihrer Schule, bundesweite Fachtagung oder Sammelband zur Bildung in Krisenzeiten – Inga Feuser initiiert Projekte, die Mut machen und Strahlkraft entfalten. Sie hat mit Teachers For Future Germany ein Netzwerk von rund 500 Lehrkräften aufgebaut, die gemeinsam Bildung für nachhaltige Entwicklung stärken. Die Kraft dieser Bewegung sieht sie in der solidarischen Vernetzung – in digitalen Foren, Arbeitsgruppen und regionalen Treffen werden Ideen geteilt, Rückhalt gegeben und gemeinsam kreative Lösungen und Projekte entwickelt. Durch Zusammenhalt gelingt es ihr, Innovationen voranzutreiben, aus Rückschlägen zu lernen und politisch wirksam zu sein – immer mit dem Ziel, bessere Rahmenbedingungen für Bildung zu schaffen. Ihr Engagement zeigt: Schule kann ein Ort sein, an dem Hoffnung wächst und Veränderung möglich wird.
Impressionen der Preisverleihung 2026